Stefan Bradl: «Das werden drei mühselige Tage»

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Stefan Bradl in Malaysia: bisher klarer Rückstand

Stefan Bradl in Malaysia: bisher klarer Rückstand

Das Aprilia-Werksteam mit Alvaró Bautista und Stefan Bradl kam in Sepang am ersten Tag kaum zum Fahren. Es müssen neue Daten in die Einheits-Motorsteuerung eingegeben werden.

Kurz vor 15 Uhr Ortszeit liegen die beiden Aprilia-Werksfahrer Stefan Bradl und Alvaró Bautista mit 3,1 und 3,3 Sekunden Rückstand auf den Plätzen 19 und 20.

Die Mittagspause fiel für die beiden länger aus als für die Konkurrenten, von denen die meisten von 13 bis 15 Uhr Pause machten, um bei 34 Grad der ärgsten Mittagshitze und den höchsten Asphalttemperaturen aus dem Weg zu gehen.

«Bevor wir auf die Piste gehen, müssen wir ein paar Probleme lösen», knurrte Aprilia-Renndirektor Romano Albesiano.

Danilo Petrucci war in der Mittagspause länger auf der Strecke geblieben als die Gegner, deshalb rückte er mit einer Zeit von 2:01,811 min auf Platz 2 hinter Lorenzo vor, der sich seinerseits auf 2:00,863 min steigerte.

Stefan Bradl lag um 14 Uhr in seinem Umkleideraum hinter der Box gemütlich auf einer Luftmatratze – und wartete auf den Marschbefehl der Techniker.

Mit einer Zeit von 2:03,978 min lag der Bayer weit zurück. Zur Erinnerung: Im Oktober war er hier mit der Aprilia-APX-Software und Bridgestone-Reifen schon 2:01,346 min gefahren.
«Die neue Motorensteuerung hat nicht funktioniert. Jetzt müssen unsere Elektroniker von Hand die Daten aus den November-Testfahrten in Valencia und Jerez eingeben», schilderte Bradl. «Ich habe in der Früh vier Outings absolviert, aber die Situation ist nicht besser geworden. Ich weiss nicht, wie lange die Dateneingabe jetzt dauert...»

«Was wir jetzt da machen, das ist zu 100 Prozent Testfahrerarbeit», meinte der siebenfache GP-Sieger. «Aber ich will mich nicht beschweren. Mike di Meglio hat zwar auch kürzlich in Valencia getestet. Aber diese neue Einheits-ECU harmoniert noch nicht mit unserer Engine-Configuration. Da wir im Vorjahr die hauseigene APX-Software von Aprilia gefahren sind, müssen wir jetzt mit neue Drosselklappen fahren. Auch die Auslass-Steuerung musste geändert werden. Deshalb ist der Klang des Motors beim Fahren ganz anders. Es ist sicher hilfreich, wenn wir jetzt diese Arbeit an der Elektronik erledigen, damit wir in Zukunft schneller reagieren können. Es hat schon Sinn, all diese Informationen zu sammeln. Aber es dauert halt momentan lang, bis wir Veränderungen vornehmen können. Bei den vier Outings, die ich am Vormittag gemacht habe, hat sich fast nichts verändert. Es muss sich aber etwas ändern.»

Für Bradl kamen diese elektronischen Kinderkrankheiten nicht unerwartet, er hat diese Marelli-Misere schon bei Forward-Yamaha 2015 eine halbe Saison lang am eigenen Leib verspürt.

«Das Motorrad ist momentan ganz ruppig und schwer zu fahren. Die Feinfühligkeit vom Motor fehlt. Wenn der Motor nicht sauber ans Gas geht und ruckartig einsetzt, dann funktioniert auch die Traktionskontrolle nicht ordentlich, sie arbeitet dann nicht feinfühlig, dann klappt es auch mit dem Pick-up-Sensor nicht, also beim Aufrichten am Kurvenausgang.»

Und wie präsentierte sich der Grip am ersten Tag? «Kann ich nicht beurteilen. Ich bin noch nicht am Limit gefahren», entgegnete Bradl. «Wir konnten uns wegen dieser Probleme bisher auch nicht um die Reifen kümmern und nicht sagen, wir probieren jetzt einmal einen neuen Vorderreifen. Denn wir sind noch nicht so weit, dass man sagen kann, wir kommen in einen Bereich, wo wir akzeptable Rundenzeiten fahren, weil es das Motorrad momentan nicht erlaubt.»

«Das wir hier drei Tage lang eine ziemlich mühselige Arbeit werden», vermutet Bradl. «Auch wenn wir hier auf dem letzten und vorletzten Platz landen, müssen wir deshalb nicht gleich Panik machen. Denn die Konfiguration mit Marelli ist jetzt schon mal eine Stufe weiter, aber sie passt nicht mit der Drosselklappe und der Auslass-Steuerung zusammen. Wir haben einfach noch zu wenige Testkilometer mit der Marelli-Software. Wir sind im November in Valencia und Jerez nicht viele Runden mit der neuen ECU gefahren. Dazu kommt, dass wir bei Aprilia gerade im Umbruch sind. Alles Motorrad, aber wir haben schon gewisse Teile vom neuen Motorrad dabei, besonders bei der Elektronik. Und das passt nicht zusammen.»

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