Andrea Dovizioso (Ducati): «Lorenzo in anderer Welt»

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Für Andrea Dovizioso läuft es noch nicht rund

Für Andrea Dovizioso läuft es noch nicht rund

Ducati-Werksfahrer Andrea Dovizioso erlebte einen verheerenden Saisonstart. Nach den dreitägigen MotoGP-Tests in Sepang hat der Italiener eine lange Liste, in welchen Bereichen er besser werden muss.

Am letzten Testtag in Malaysia verlor Andrea Dovizioso als 13. bedenkliche 2,1 sec auf die Bestzeit von Jorge Lorenzo (Movistar Yamaha) und 1,1 sec auf den Zweitplatzierten Valentino Rossi. Auf Edeltester Casey Stoner, Schnellster unter den acht Ducati-Fahrern, fehlt Dovi eine halbe Sekunde.

«Die Reifen sind weiterhin für alle ein großes Fragezeichen», meint Dovizioso. «Mit Bridgestone wussten wir genau, wann wir welchen Reifen zu wählen hatten. Mit Michelin müssen wir alle erst das Potenzial, aber auch die Haltbarkeit der Reifen verstehen. Es sieht so aus, als würde der Hinterreifen nach einigen Runden stark nachlassen, die Realität kann uns aber nur ein Rennen zeigen.»

Allgemeingültig ist die Aussage des Ducati-Werksfahrers nicht. Weltmeister Lorenzo hielt angesichts 1 sec Vorsprung auf die Konkurrenz fest: «Ich glaube, dass mein Fahrstil besser zu den Michelin-Reifen passt als jener der anderen. Nach nur einem Test möchte ich das aber noch nicht so formulieren.»

Nicht nur die Reifen machen Dovizioso zu schaffen, heute streikte auch noch dreimal das Getriebe der Desmosedici, am Dienstag war es Teamkollege Andrea Iannone zweimal kaputt gegangen. «Ich hatte heute viel Pech, es gab viele Probleme, deshalb habe ich die meiste Zeit in der Box verbracht», hielt der 29-Jährige fest. «Ich kam kaum zum Testen, wir haben das Problem mit dem Getriebe nicht in den Griff bekommen. Wenigstens war mein Gefühl nach dem Regen besser, ich konnte 2:01,6 min fahren, ohne zu pushen. Aber Lorenzo fährt in einer anderen Welt, wir können mit unserem Speed während dieses Tests nicht zufrieden sein.»

«Wir sind nicht an der Spitze, haben bei diesem Test aber viel gelernt», rettete sich das Ducati-Ass in Zweckoptimismus. Zum nächsten Test Mitte Februar auf Phillip Island meinte Dovizioso: «Das ist nicht die beste Strecke, um sich auf die Saison vorzubereiten. Gut ist, dass die Strecke einen anderen Charakter hat. Um unsere Probleme zu lösen, ist jede Strecke gut. Es wird auch nicht wichtig sein, dass wir den Test in Australien als Schnellste beenden. Wir sollten nur näher an der Spitze dran sein. Beim Test darauf in Katar werden wir an Details arbeiten, um für das erste Rennen bestmöglich gerüstet zu sein.»

Die Entscheidung, in Australien statt ein zweites Mal in Sepang zu testen, fällte Michelin aufgrund der Haltbarkeitsschwierigkeiten, die Bridgestone 2014 dort hatte. «Die Strecke ist heute besser, es wird keine Probleme mehr geben», ist Dovi überzeugt. «Mit einem zweiten Test in Sepang würden wir anders arbeiten, weil wir dann schon drei Testtage hinter uns haben. Dann kann man sich auf Details konzentrieren. Über die Michelin-Reifen wissen wir aber noch nicht viel, also ist Detailarbeit im Moment nicht so wichtig. Auf einer anderen Strecke zu testen ist ebenfalls wichtig.»

Die Testzeiten in Sepang am Mittwoch (3.2.):

1. Jorge Lorenzo, Yamaha, 1:59,580 min
2. Valentino Rossi, Yamaha, 2:00,556
3. Marc Márquez, Honda, 2:00,883
4. Cal Crutchlow, Honda, 2:00,992
5. Casey Stoner, Ducati, 2:01,070
6. Dani Pedrosa, Honda, 2:01,161
7. Danilo Petrucci, Ducati, 2:01,217
8. Andrea Iannone, Ducati, 2:01,223
9. Scott Redding, Ducati, 2:01,229
10. Maverick Viñales, Suzuki, 2:01,244
11. Héctor Barberá, Ducati, 2:01,434
12. Aleix Espargaró, Suzuki, 2:01,623
13. Andrea Dovizioso, Ducati, 2:01,675
14. Yonny Hernandez, Ducati, 2:01,774
15. Pol Espargaró, Yamaha, 2:01,870
16. Bradley Smith, Yamaha, 2:01,918
17. Loris Baz, Ducati, 2:02,541
18. Stefan Bradl, Aprilia, 2:02,792
19. Katsuyuki Nakasuga, Yamaha, 2:02,940
20. Tito Rabat, Honda, 2:03,012
21. Alvaró Bautista, Aprilia, 2:03,183
22. Eugene Laverty, Ducati, 2:03,519

Die kombinierte Zeitenliste des Sepang-Tests:
(Ab Dienstag 12 Uhr nur noch harte Hinterreifen)

1. Jorge Lorenzo, Yamaha, 1:59,580 min (Tag 3)
2. Danilo Petrucci, Ducati, 2:00,095 (Tag 2)
3. Héctor Barberá, Ducati, 2:00,387 (Tag 2)
4. Valentino Rossi, Yamaha, 2:00,556 (Tag 3)
5. Marc Márquez, Honda, 2:00,843 (Tag 2)
6. Cal Crutchlow, Honda, 2:00,899 (Tag 2)
7. Scott Redding, Ducati, 2:01,049 (Tag 2)
8. Andrea Iannone, Ducati, 2:01,052 (Tag 2)
9. Casey Stoner, Ducati, 2:01,070 (Tag 3)
10. Bradley Smith, Yamaha, 2:01,107 (Tag 2)
11. Dani Pedrosa, Honda, 2:01,161 (Tag 3)
12. Maverick Viñales, Suzuki, 2:01,244 (Tag 3)
13. Aleix Espargaró, Suzuki, 2:01,623 (Tag 3)
14. Yonny Hernandez, Ducati, 2:01,664 (Tag 2)
15. Andrea Dovizioso, Ducati, 2:01,675 (Tag 3)
16. Pol Espargaró, Yamaha, 2:01,870 (Tag 3)
17. Tito Rabat, Honda, 2:02,328 (Tag 2)
18. Stefan Bradl, Aprilia, 2:02,372 (Tag 2)
19. Loris Baz, Ducati, 2:02,541 (Tag 3)
20. Katsuyuki Nakasuga, Yamaha, 2:02,691 (Tag 2)
21. Alvaró Bautista, Aprilia, 2:02,876 (Tag 2)
22. Michele Pirro, Ducati, 2:03,203 (Tag 1)
23. Eugene Laverty, Ducati, 2:03,519 (Tag 3)

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