Suzuki in Katar noch stärker? Viñales keine Nummer 1

Von Ivo Schützbach
MotoGP

​ Seit November testet das MotoGP-Team von Suzuki ein Getriebe ohne Zugunterbrechung. Während des Katar-Tests Anfang März bekommen erstmals die Werksfahrer Aleix Espargaró und Maverick Viñales das neue Seamless.

«Da das Material direkt von Sepang weitergeschickt wurde, hatten wir auf Phillip Island keinen neuen Motor oder ein neues Chassis», erklärte Suzuki-Teammanager Davide Brivio gegenüber SPEEDWEEK.com. «Dafür setzte unser Testteam erstmals das neue Seamless-Getriebe ein, das beim Hoch- und Runterschalten funktioniert. Tsuda hat drei Tage lang daran gearbeitet.»

Suzuki-Werksfahrer Maverick Viñales verblüffte mit der schnellsten Zeit über drei Tage und stellte damit die Stars von Yamaha, Honda und Ducati in den Schatten. Grund genug, Davide Brivio zum exklusiven Interview zu bitten.

Weshalb habt ihr erst ein Getriebe gebaut, das nur beim Hochschalten ohne Zugunterbrechung funktioniert und nicht in beide Richtungen?

Die Entwicklung des alten Seamless-Getriebes hat vor langer Zeit begonnen. Als ersten Schritt bauten wir ein Getriebe, mit dem man ohne Zugunterbrechung hochschalten kann. Als zweiten Schritt wollten wir es so weiterentwickeln, dass es auch beim Runterschalten funktioniert.

Das alte Seamless wollten wir schon während der letzten Saison bringen, es kam aber zu Verzögerungen. Zu immer mehr Verzögerungen. Das alte Seamless war noch nicht fertig, da haben wir bereits den zweiten Schritt gemacht und mit der Arbeit am neuen Getriebe begonnen. Ab einem gewissen Entwicklungspunkt war uns klar, dass beide Getriebe beinahe gleichzeitig fertig werden würden.

Vergangenen November brachten wir bei einem Test in Sepang das Seamless zum Hochschalten. Damit haben wir während des Winters gearbeitet und gleichzeitig das neue weiterentwickelt.

Macht es technisch einen Riesenunterschied, ob ein Getriebe nur in eine Richtung ohne Zugunterbrechung arbeitet?

Ich bin kein Ingenieur, gehe aber davon aus. Wenn es einfach wäre, hätte wir gleich ein Seamless gebaut, das in beide Richtungen funktioniert.

Maverick Viñales äußerte in Australien die Hoffnung, dass er das neue Getriebe für den Katar-Test Anfang März zur Verfügung haben wird. Klappt das?

Das ist nach wie vor unser Ziel, wir arbeiten daran. Es ist möglich.

Deshalb haben wir das Testteam nach Phillip Island gebracht. Das Getriebe soll einwandfrei funktionieren und auch haltbar sein. Erst dann bekommen es die Werksfahrer.

Auf Phillip Island war Suzuki extrem stark. War das nur wegen der speziellen Streckencharakteristik und weil Viñales die Strecke liebt, oder hat Suzuki einen gewaltigen Schritt nach vorne gemacht? In Sepang knapp drei Wochen zuvor lag Viñales noch 1,6 sec hinter der Spitze.

Das muss man etwas differenzierter sehen. Was die schnellste Runde betrifft, lagen wir in Sepang zurück und waren nicht fantastisch. Wenn wir über die Rennpace reden, standen wir nicht so schlecht da. Vor allem Maverick am letzten Tag.

Phillip Island mag er, das hilft immer. Wir sind aber auch glücklich darüber, dass ihm unser Motorrad erlaubt sein Potenzial zu zeigen.

Der Fahrer ist wichtig, uns freut es aber auch, dass er das mit Suzuki zeigen kann.

Siehst du Espargaró und Viñales nach wie vor auf dem gleichen Level, oder hat sich der Youngster bereits zur Nummer 1 gemausert?

Technisch behandeln wir beide gleich. Wer der Bessere ist, müssen sie auf der Strecke ausmachen. Wir vergeben keinen Nummer-1-Status.

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