Chaos in Las Termas: 70 Stunden Anreise nach Texas

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Der Circuit of the Americas: Einige Teams trafen verspätet ein

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Wegen eines Unwetters strandeten am Montag 287 Mitglieder des MotoGP-Trosses in Las Termas. Die Irrfahrt bis Austin nahm 60 bis 70 Stunden in Anspruch.

Eine wahre Odyssee haben viele Mitglieder des GP-Zirkus hinter sich, die am Montag mit einem Charterflug vom Aeroporto Termas de Rio Hondo (500 Meter neben der Rennstrecke) nach Buenos Aires zum Internationen Flughafen fliegen wollten.

Der Flug musste am Montag wegen heftigen Unwettern abgesagt werden.

So strandeten die Teams von Marc VDS Honda, Octo Pramac Yakhnich, Aprilia Gresini Racing und LCR-Honda.

Da von Las Termas keine Linienflüge in die argentinische Hauptstadt gehen und der Charterflieger am nächsten Tag für einen anderen Flug gebraucht wurde, strandeten nicht weniger als 287 Mitglieder des MotoGP-Trosses in der argentinischen Pampa.

Zwischen 60 und 70 Stunden dauerte dann die Anreise von Las Termas nach Austin. Die Teams aus der kleineren Klassen mussten teilweise mit Autobussen in die Hauptstadt gekarrt werden.

«Ich habe mich ins Leihauto gesetzt und bin auf holprigen Landstrassen die ersten 950 km Richtung Buenos Aires gefahren, nachher ist Crew-Chief Beefy Bourguignon noch die letzten 350 km gefahren», schilderte Cal Crutchlow beim ausgiebigen Frühstück am Donnerstag. «Ich habe drei Tage praktisch nichts Vernünftiges gegessen.»

Cal traf erst am Donnerstag um 3 Uhr früh im Radisson Hotel in Austin/Downtown ein, wo ihn seine schwangere Frau Lucy (das erste Kind wird für Mitte Augst erwartet) in Empfang nahm, die auf Argentinien verzichtet hatte und direkt aus Grossbritannien angereist war.

«Ich war 70 Stunden nonstopp unterwegs», klagte Iannone-Manager Carlo Pernat (68). «So etwas habe ich noch nie erlebt.»

Manche Teams fuhren statt nach Buenos Ares ins etwas 200 km nähere Cordoba.

Massimo Bertozzi, Chef der Travel Agency «Fly Aways», die den Charterflug organisiert hatte, soll dem Herzinfarkt nahe gewesen sein.

«Ich hatte Glück, denn ich habe einen Linienflug von Tucumán zum nationalen Airport in Buenos Ares gehabt. Tucumán ist knapp zwei Autostunden von Las Termas entfernt. Unser Linienflug ist zwar mit einer Stunde Verspätung abgeflogen und wir bekamen das Gepäck erst zwei Stunden später mit dem nächsten Flugzeug, aber wir hatten genug Umsteigezeit, um dann in Buenos Aires mit dem Taxi zum internationalen Flughafen zu fahren. Von dort bin ich nach Atlanta geflogen», schilderte Stefan Bradl. «Bei der Landung in Buenos Aires war es allerdings auch stürmisch, das Flugzeug hat ordentlich gewackelt.»

Als Bradl am Donnertag um 11 Uhr an der Strecke eintraf, war in der Aprilia-Box noch nicht viel zu sehen. «Die legen gerade die Teppiche aus, dann wird die Box eingeräumt. Das wird bis 14 Uhr dauern. Erst nachher können sich unsere Mechaniker um die Bikes von Las Termas kümmern», schilderte Bradl.

Von einem Teil der Marc-VDS-Crew fehlte Donnerstagmittag in Austin immer noch jede Spur.

Und die Ducati-Corse-Mechaniker zeigten sich kameradschaftlich: Sie räumten für die Kollegen vom Pramac-Team die Boxen ein.

Ein Dorna-Funktionär merkte beim Einchecken in Argentinien, dass er kein gültiges Visum für die USA hatte. Also flog er via Madrid nach Barcelona, beschaffte sich dort ein Visum, stieg nachher in einen Flieger nach London und liess sich von dort nach Houston bringen. Er traf trotz dieses gewaltiges Umwegs vor den Charter-Opfern in Texas ein.

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