Kampfansage von Jorge Martin: «Im Vergleich zu 2025 deutlich verbessert»
Aprilia-Werkspilot Jorge Martin zeigt sich nach dem MotoGP-Test in Buriram erleichtert, zuversichtlich und überzeugt vom 2026er-Bike und fühlt sich besser gerüstet als im Vorjahr.
Aprilia-Werkspilot Jorge Martin trat beim MotoGP-Wintertest in Buriram erleichtert und optimistisch auf. Der Spanier, der den Test in Sepang auf Grund einer Operation auslassen musste, fühlte sich für den MotoGP-Auftakt in Thailand gut vorbereitet und lobte beim abschließenden Test die Konkurrenzfähigkeit der neuen Aprilia RS-GP 2026.
Bereits in der
Puzzle: Aprilia mit verschiedenen Aero-Varianten am Heck sehr flexibel
Die verschiedenen Aerodynamik-Varianten am Heck bringen zusätzliche Möglichkeiten, da diese im Laufe der Saison frei gewechselt werden können. «Bei einer spürt man mehr Grip, aber das Handling wird schlechter. Bei einer anderen ist das Handling besser, dafür fehlt etwas Grip am Hinterrad. Je nach Strecke werden wir entscheiden, welche wir einsetzen.»
Der Fokus lag auf der Detailarbeit. «Heute habe ich daran gearbeitet, dieses Thema abzuschließen, außerdem an der Elektronik und an der Vorbereitung meines Rennwochenendes. Ich war immer konstant.» Ganz vorne sieht sich der Aprilia-Pilot aber noch nicht: «Mir fehlen im Rennspeed noch zwei oder drei Zehntel auf die Schnellsten. Aber ich habe mich im Vergleich zur letzten Saison deutlich verbessert.»
Im Vorjahr kam Martin nie richtig in Schwung, was in erster Linie auf die vielen Rückschläge zurückzuführen war. Verglichen damit verlief der Buriram-Test deutlich positiver, auch weil Martin auf unnötiges Risiko verzichtete. «Ich versuche immer zuerst zu verstehen, was das Motorrad macht, und dann Schritt für Schritt weiterzugehen. Mit jeder Runde bekomme ich mehr Informationen. Ich kann besser vorhersehen, wie die Aprilia reagieren wird.»
Mit den klimatischen Bedingungen in Buriram kam der Spanier gut zurecht. «Ich fühle mich okay. Es ist nicht so heiß. Bei anderen Rennen habe ich deutlich mehr gelitten – in Indien war es eine Katastrophe.» Intensive körperliche Vorbereitung habe diesbezüglich geholfen: «Ich habe in den vergangenen Jahren gezielt und regelmäßig mit Saunagängen gearbeitet. Jetzt ist die Hitze kein großes Problem mehr – und auch die Aprilia hat sich verbessert. Früher hatte ich damit Schwierigkeiten, jetzt spüre ich keine Hitze vom Motorrad.»
Vielversprechende Aussagen: Martin harmoniert endlich mit der Aprilia
Grundsätzlich passt das neue Bike laut Martin gut zu seinem Stil. «Mit diesem Motorrad kann ich mein Potenzial ausschöpfen. Mein Fahrstil fühlt sich sehr natürlich an, ich muss nichts grundlegend anders machen als früher.» Dennoch mahnt er zur Geduld: «Ich will den Test nicht zu optimistisch bewerten. Diese Strecke ist speziell – viel Stop-&-Go. In Austin oder Jerez wird wieder alles etwas anders sein. Aber das erste Gefühl ist wirklich gut.»
Prognosen für die Saison möchte der ehemalige Weltmeister dennoch vermeiden. «Ich denke nicht in Vorhersagen. Ich will Tag für Tag und Rennen für Rennen arbeiten. Aber nach diesen zwei Testtagen glaube ich: Es wird ein unterhaltsames Jahr – und ich werde es genießen.»
Auch bei der Jagd nach schnellen Runden im Qualifying sieht Martin Fortschritte. «Ich habe viel darüber nachgedacht, wie ich bremsen muss, weil dieses Motorrad keinen sehr harten ersten Zug am Hebel verträgt. Darauf habe ich mich konzentriert – und sofort hat es funktioniert. Jetzt kann ich wieder normal bremsen und mehr pushen. Das hat mir letztes Jahr gefehlt.»
Körperlich sieht sich Martin auf einem guten Weg. «Ich weiß nicht, bei wie viel Prozent ich bin. Nach dem Thailand-Rennen kann ich das besser sagen. Aber heute ist schon eine große Verbesserung im Vergleich zu gestern. Ich bin nicht weit von voller Fitness entfernt – entscheidend ist, zu 100 Prozent mit dem Motorrad eins zu sein.»
Auch bei der Ergonomie hat Aprilia Fortschritte gemacht. «Das ist meine normale Sitzposition. Wir haben letztes Jahr viel daran gearbeitet und ich fühle mich jetzt wirklich sehr gut. Das werde ich die ganze Saison beibehalten.»
Eine der größten Stärken sieht Martin weiterhin in Frontgefühl und Kurvenspeed: «Seit ich dieses Motorrad fahre, sind das große Pluspunkte. Wir haben viel an Stabilität und Hinterradgrip gearbeitet – und das endlich gefunden.» Gleichzeitig bleibt die Konkurrenz stark: «Leider verbessern sich auch die anderen Fahrer, das ist das größte Problem. Aber das Motorrad ist wirklich sehr gut – ich bin heute meine persönliche Bestzeit auf dieser Strecke gefahren.»
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