Gigi Dall’Igna: «Zweiter MotoGP-Titel ist unser Ziel»

Von Frank Aday
MotoGP
In Misano stellte Gigi Dall’Igna klar: ein Sieg ist das kurzfristige Ziel, langfristig soll mit Jorge Lorenzo der Titel gewonnen werden. Paolo Ciabatti räumte ein, dass Ducati noch klar hinter den Erwartungen liegt.

Das erste Wochenende im Juli gehört traditionell den Roten: In Misano wurde am vergangenen Wochenende die «World Ducati Week» gefeiert, mit Rennfahrern, Fans und Besitzern von Ducati-Maschinen. 2016 fiel das Festival außerdem noch mit dem 90-jährigen Firmenjubiläum zusammen. Die Ducati-Rennabteilung und Piloten wie Andrea Dovizioso, Andrea Iannone, Casey Stoner oder Chaz Davies waren dabei, die ihre Fans trafen und einige Demo-Runden drehten.

In Misano räumte Ducati-Sportdirektor Paolo Ciabatti jedoch ein: «Es war eine ziemlich gute Saison, aber bislang liegen wir klar hinter unseren Erwartungen zurück. Uns fehlt noch immer ein Sieg, das haben wir seit 2010 nicht mehr geschafft. Das ist auch dieses Jahr wieder das Hauptziel. Wir geben alles, um das zu schaffen. Es sind noch zehn Rennen zu fahren. Wir arbeiten immer in diese eine Richtung.»

Auch Gigi Dall’Igna, seit Oktober 2013 General Manager von Ducati Corse, ist dieser Meinung: «Das ist ein Ziel, welches ich als möglich, aber schwer zu erreichen empfinde. Unsere Konkurrenten sind erstklassig, aber wir fühlen uns nicht minderwertig oder unterlegen. Wir haben sehr viel Arbeit zu erledigen. Wir werden nicht zufrieden sein, bis wir gewinnen. Für uns in Borgo Panigale ist das kurzfristige Ziel, dass wir wieder auf dem obersten Treppchen stehen. Das langfristige Ziel ist unser zweiter MotoGP-Titel.»

Natürlich waren auch die beiden Ducati-Werkspiloten Andrea Dovizioso und Andrea Iannone bei der «WDW». Dovizioso erklärte die Sieglosigkeit so: «Wir hatten einiges Pech und uns fehlt noch ein klein bisschen, ein kleines Detail, das den großen Unterschied ausmacht. Das Level ist so hoch, um da vorne zu sein, muss alles perfekt sein. Ich freue mich, dass ich meinen Vertrag mit Ducati verlängern konnte, wenn ich nach dieser Saison hätte gehen müssen, wäre das irgendwie zu früh gewesen, nachdem wir so lange an diesem Projekt gearbeitet haben. In diesen dreieinhalb Jahren haben wir das Motorrad stark verbessert. Die nächsten zweieinhalb Jahre werden jetzt sehr wichtig. Wir haben nun die Zeit und Gelegenheit, die Chancen zu ergreifen.»

In der WM-Tabelle liegt Héctor Barberá mit der zwei Jahren alten Ducati GP14.2 an siebter Stelle vor Iannone und Dovizioso. Nicht gerade erfreulich für die Werkspiloten. Zudem machte sich Andrea Iannone unbeliebt, als er Dovizioso und Jorge Lorenzo bei verschiedenen Anlässen aus dem Rennen beförderte.

Iannone fährt 2016 seine zweite Saison im Ducati-Werksteam, 2017 wird er jedoch zu Suzuki wechseln und bei Ducati Platz für Jorge Lorenzo machen. «2015, in meinem ersten Jahr als Werksfahrer, waren wir besser als erwartet unterwegs, ich bin gewachsen und die Erwartungen für dieses Jahr waren sehr, sehr hoch. Wenn die Rennen dann so laufen, wie es in diesem Jahr passiert ist, dann ist das nicht einfach. Ich habe immer alles gegeben. Wir sind am Freitag und Samstag immer stark und konkurrenzfähig, aber dann am Sonntag können wir das nicht umsetzen. In den Rennen habe ich auch viele Fehler gemacht und habe dafür auch immer die Verantwortung übernommen und mich entschuldigt, wenn es sein musste. Wir haben noch eine halbe Saison vor uns, wir können noch viel erreichen», ist Iannone überzeugt.

Den einzigen MotoGP-Titel für Ducati hatte 2007 der Australier Casey Stoner geholt. Bei der WDW wurde der Testfahrer und Markenbotschafter in diesem Jahr begrüßt, als sei er nie weg gewesen. Zuvor hatte Stoner einen Test in Misano absolviert. «Es war ein sehr positiver Test hier in Misano. Hier sind so viele Ducati-Fans und ich hoffe, dass sie Spaß hatten. Wir haben mit der Desmosedici hier einen guten Job machen können und haben das verbessert, was wir verbessern mussten.»

Natürlich stellte sich einmal mehr auch die Frage, ob Stoner zukünftig noch einmal als Wildcard-Fahrer in das Renngeschehen der MotoGP-Klasse eingreifen wird. «Ich habe derzeit keine Pläne Rennen zu fahren, ganz ehrlich. Der einzige Plan, den wir bis jetzt haben, ist der Test in Österreich, das ist der nächste wichtige Punkt. Ich muss etwas trainieren und fit werden, denn der Misano-Test war sehr harte Arbeit.»

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