Entwicklung der neuen MotoGP-Maschine: Worauf Yamaha besonderen Wert legte
Erstmals in der Geschichte der MotoGP-Weltmeisterschaft baute Yamaha einen V4-Motor, mit dem der Schritt zurück an die Spitze gelingen soll. SPEEDWEEK.com sprach mit Technikchef Massimo Bartolini.
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Im Herbst 2024 lief Yamahas neuer V4-Motor erstmals in Japan auf dem Prüfstand, im Vorjahr wurde er regelmäßig auf der Strecke getestet und Testfahrer Augusto Fernandez setzte ihn bei ersten Rennen ein. Beim finalen MotoGP-Test 2025, Ende November in Valencia, waren alle vier diesjährigen Yamaha-Fahrer mit dem neuen Motorrad mit V4-Aggregat unterwegs, um das Konzept für die kommende Saison zu erproben. Mit ihm soll der Schritt zurück an die Spitze gelingen, den letzten WM-Titel gewann Yamaha 2021 mit Fabio Quartararo.
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«Nur wenige Techniker kommen in den Genuss, bei der Geburt eines komplett neuen Motors dabei zu sein», erzählte Yamaha-Technikboss Massimo Bartolini im Vieraugengespräch mit SPEEDWEEK.com. «So etwas ist extrem viel Arbeit, aber auch sehr spannend. Es geht aber nicht nur um den neuen Motor, das ganze Fahrzeug ist neu. Wir versuchten, das Motorrad so früh wie möglich auf die Strecke zu bringen, um daran arbeiten zu können – denn sämtliche Bereiche befinden sich in konstanter Entwicklung. Dafür haben wir in Kauf genommen, dass der neue Motor am Anfang nicht so schnell war, wie wir das gerne gehabt hätten. Die Alternative wäre gewesen, nicht zu fahren.»
Max Bartolini: «Bei einem V4-Motor ist alles anders» «Yamaha verfügt über sehr viel Erfahrung mit dem Reihenvierzylinder», verdeutlichte der Italiener. «Beim V4 ist alles anders, etwa die Temperatur des Bikes, der Spritverbrauch, die Öltemperatur. Du musst sehr viele Bereiche im Auge behalten, das macht es so schwierig. Es war eine große Herausforderung für uns, dass wir in der vergangenen Saison bei drei Veranstaltungen mit Wildcard antraten. Normalerweise ist die beste Vorgehensweise, dass du ein neues Motorrad für den Test am Saisonende bringst. Aber wir haben uns anders entschieden und auch bewusst eine Strecke wie Sepang gewählt, die eine enorme Herausforderung darstellt. Wir gingen den steinigen Weg, um in der kommenden Saison keine so schwierigen Situationen vorzufinden.»
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Wir haben viel versucht und taten uns sehr schwer.Max Bartolini zum Thema Grip
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Interessant: Die Kommentare von Testfahrer Augusto Fernandez sowie den 2026er-Stammpiloten Fabio Quartararo, Alex Rins, Jack Miller und Toprak Razgatlioglu decken sich mit dem, was Bartolini erwartet hat. «Positiv wie negativ», betonte der Ingenieur. «Wir wussten ja, dass das Motorrad in gewissen Bereichen noch nicht bereit war. Und zum Beispiel die genaue Balance müssen wir erst noch herausfinden. Schwächen lassen sich immer leicht identifizieren. In der Vergangenheit hatten wir immer ein Problem mit dem Grip, darauf haben wir bei der Entwicklung viel Augenmerk gelegt und in diesem Punkt sollten wir zumindest etwas besser sein. Diesbezüglich haben wir in der Vergangenheit viel versucht und taten uns sehr schwer. Was den puren Speed betrifft, haben wir uns von 2024 auf 2025 deutlich verbessert. Aber wenn der Griplevel einer Strecke niedrig ist, kamen wir damit nicht klar und vieles war für uns unvorhersehbar.»
«Als wir Augusto unter Vertrag nahmen, hatte ich keine Erwartungshaltung», sagte Bartolini abschließend über den Testfahrer. «Er hat sich als sehr positive Überraschung herausgestellt, ist gut und schnell. Er hat auch einen Draht zu Dovizioso (dem zweiten Testfahrer – der Autor), sie arbeiten hervorragend zusammen.»
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