Sachsenring-GP: Rossi und Lorenzo jagen Marc Márquez

Von Otto Zuber
MotoGP
​Während Repsol-Honda-Pilot Marc Márquez als Favorit an den Sachsenring reist, hoffen die Yamaha-Konkurrenten Valentino Rossi und Jorge Lorenzo nach dem Chaos-Rennen von Assen auf Wiedergutmachung.

Der Assen-GP wird einigen MotoGP-Piloten noch lange in Erinnerung bleiben – allen voran Jack Miller. Der MarcVDS-Pilot holte sich im Regenchaos seinen ersten MotoGP-Sieg und sorgte damit für eine Sensation.

Erstmals seit 2012 stand mit dem 21-Jährigen aus Townsville ein Australier auf dem höchsten Treppchen der Königsklasse. Er ist zudem der zehntjüngste Sieger der grössten Klasse. Er will den Schwung des Assen-Erfolgs nun auch auf dem Sachsenring in ein gutes Ergebnis umsetzen.

Als Favorit geht Marc Márquez ins Rennen, und das aus mehreren Gründen: Der Repsol-Honda-Pilot kommt nicht nur als WM-Leader nach Deutschland, er hat auch in allen drei MotoGP-Einsätzen auf dem Sachsenring die Pole-Position erobert sowie die schnellste Rennrunde gedreht und den Sieg geholt.

Der 23-Jährige Spanier bewies in Assen Weitsicht und gab sich mit Blick auf die WM mit dem zweiten Platz zufrieden. Das beweist, dass Márquez als Fahrer gereift ist und nicht mehr nur an jedes einzelne Rennergebnis denkt. Es ist sehr wahrscheinlich, dass er seine WM-Führung in Deutschland ausbauen wird, denn der Sachsenring ist ein sehr gutes Pflaster für den vierfachen Weltmeister.

Ein schwieriges Wochenende hatte Márquez' Landsmann Jorge Lorenzo, der sich nach seinem zehnten Platz zufrieden zeigte. Der Yamaha-Werksfahrer kam mit den wechselhaften Wetter- und Streckenbedingungen nicht zurecht und muss deshalb mit einem Rückstand von 24 WM-Zählern auf Leader Márquez zum Sachsenring reisen.

Der Mallorquiner weiss, wie man sich in der WM wieder nach vorne arbeitet, doch die Honda-Piloten haben in Deutschland einen Vorteil. Lorenzo hat mit dem Rundkurs von Hohenstein-Ernstthal noch eine Rechnung offen, denn auf dieser Strecke holte er schon vier zweite Plätze, konnte aber noch nie einen Sieg feiern. Es ist eine der fünf Pisten im WM-Kalender, auf denen er noch keinen Sieg in der MotoGP-Klasse einfahren konnte.

Valentino Rossi: Volle Attacke

Mit einer ordentlichen Portion Wut im Bauch dürfte auch Lorenzos Teamkollege Valentino Rossi nach Deutschland reisen. Der Yamaha-Star stürzte in Assen und musste damit den dritten Nuller der Saison einstecken. Sein Rückstand auf Leader Márquez beträgt satte 42 WM-Punkte, auf seinen Teamkollegen fehlen ihm immerhin 18 Zähler.

Der WM-Titel ist damit nicht mehr zum Greifen nah, auch wenn der Italiener die Hoffnung nicht aufgeben sollte, wie das Beispiel von Mick Doohan zeigt. Der Australier wurde 1998 trotz dreier Nuller. Nun jagt Rossi seinen ersten GP-Sieg in Deutschland seit 2009. Seither durfte er zwei Mal als Dritter aufs Podest.

Nach Stürzen in Assen hoffen auch die beiden Ducati-Werksfahrer in Andrea Iannone und Andrea Dovizioso auf Wiedergutmachung in Deutschland. Vor allem Dovizioso muss Gas geben – er steckte in den Niederlanden einen Nuller ein, während Iannone wieder aufstieg und noch den fünften Platz holte.

Mehr Erfolg hatte Markenkollege Scott Redding, der für das Octo Pramac Yakhnich Team als Dritter aufs Podest durfte. Dank der starken Leistung des 23-jährigen Briten geht es für Ducati in Deutschland um das 100. Podest in der MotoGP-Klasse.

Mit einer starken Sachsenring-Erfolgsbilanz tritt Dani Pedrosa in Deutschland an. Wie sein Landsmann und Repsol-Honda-Teamkollege Márquez durfte der Spanier auf dem deutschen Rundkurs schon sechs Siege feiern, vier davon in der MotoGP-Klasse.

Der 30-Jährige aus Sabadell muss beim neunten WM-Lauf punkten, schliesslich liegt ihm Suzuki-Pilot Maverick Viñales im Nacken. Der 21-jährige Spanier hat den Rückstand zu seinem Landsmann in der Gesamtwertung auf sieben WM-Zähler verkürzt.

Ein letztes Mal reist Stefan Bradl als Werksfahrer des Aprilia Racing Team Gresini zum Heimrennen auf dem Sachsenring an. Bis auf einen WM-Lauf beendete der 26-Jährige jedes Rennen der aktuellen Saison in den WM-Punkten, vier Mal gehörte er zu den schnellsten Zehn. Der Bayer kann es kaum erwarten, bis es endlich losgeht, schliesslich musste er das Rennen 2015 verletzungsbedingt auslassen.

Spannung ist garantiert, denn die Wetterexperten sagen für Donnerstag und Freitag leichten Regen und maximal 14 bis 15 Grad voraus. Samstag und Sonntag sollten die Temperaturen dann wieder bis auf 24 Grad klettern und die Strecke sollte trocken bleiben.

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