Cal Crutchlow (5.): «Ich mag diese Strecke nicht»

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Cal Crutchlow in Spielberg

Cal Crutchlow in Spielberg

LCR-Honda-Pilot Cal Crutchlow sicherte sich im FP2 die fünftbeste Zeit, aber er möchte am liebsten auf dem Red Bull Ring gar nicht fahren. «Zu gefährlich», sagt er.

Platz 5 am ersten Trainingstag in Spielberg, bester Honda-Fahrer – trotzdem brach LCR-Honda-Pilot Cal Crutchlow nicht in Begeisterungsstürme aus.

Weil seine Frau Lucy am 2. Augst eine Tochter namens Willow zur Welt gebracht hat, setzte sich Cal einen teilweise Rosa lackierten Sturzhelm auf.

Cal, das war ein kühler, schwieriger Tag. Michelin hat neue Reifen gebracht, die für Aussentemperaturen von 28 und nicht für 10 Grad entwickelt wurden. Aber mit dem Ergebnis kannst du zufrieden sein?

Ahh, doch wir haben jetzt noch den Samstag und den Sonntag... Michelin hat gute Arbeit geleistet, sie haben nach dem Test die richtigen Schlüsse gezogen.
Dieser Circuit war neu für Michelin. Sie haben jetzt zwischen dem Test und dem Grand Prix die Allocation und die Mischungen und Konstruktionen geändert. Denn es gab viele Leute, die beim Test mit den Reifen Mühe hatten. Wir haben da nicht dazu gehört.
Aber es sieht so aus, als hätten wir jetzt mehr Probleme als beim Test. Nicht mit Blistering, aber es fehlt an Grip. Aber es ist für alle Fahrer gleich.
Es ist schwierig, nach der Sommerpause wieder in Tritt zu kommen. Wir müssen uns mit den Bedingungen abfinden und bis ans Limit pushen. Aber du fühlst dich pausenlos komplett am Limit.
Nicht nur mit dem Vorderreifen, sondern auch mit dem Hinterreifen. Hinten haben wir beim Kurveneingang null Grip.
Man hat bei Dani Pedrosa gesehen, dass es ein schwieriger Tag für Honda war. Marc hat sich ein bisschen gespielt, ich denke, er kann schneller fahren.
Man müssen die Realität ins Auge blicken: Wir sind bei der Beschleunigung und auf den Geraden sehr langsam. Wir werden am Sonntag im Rennen deshalb Mühe haben.

Viele Fahrer haben beim Test gesagt, die Piste schaut auf der Skizze einfach aus, aber sie ist recht anspruchsvoll?

Ja, die Piste ist schwierig, aber sie ist gefährlich. Es ist eine Scheiss-Strecke, ich mag sie überhaupt nicht. Ich glaube, wir sollten nicht hierher kommen.
Es sind zehn Kurven, und es gibt zehn Stellen, die man ändern könnte.
Ich mag diese Strecke nicht. Ich mag sie auch deshalb nicht, weil sie nicht zu unserem Bike passt. Aber wir können nicht alles haben.

Würde dir der Ring besser gefallen, wenn du noch auf einer Ducati sitzen würdest?

Ja, denn dann würde ich hier mit zehn Sekunden Vorsprung gewinnen...

Wird Ducati auch ohne dich gewinnen?

Die meisten Fahrer haben sich bereits mit ihrer Niederlage abgefunden. Sie gehen davon aus, dass Ducati hier gewinnen wird.
Es ist eine Piste, die absolut für die Ducati massgeschneidert wirkt. Sie sollten gewinnen. Aber alle Gegner akzeptieren bereits ihre Niederlage, das ist ein Problem.
Ich war heute zu Beginn der FP1-Session einmal hinter Iannone. Ich habe gesehen, dass wir in einer Bremszone drei Zehntel gewinnen. Aber wir verlieren fünf Zehntel auf jeder Geraden, und es gibt drei davon. Die Zielgerade, die Gerade nach Turn 1 und die Gerade nach Turn 3. Also verlieren wir zwei Zehntel auf jeder Geraden, das macht 0,6 Sekunden pro Runde. Das lässt sich nicht aufholen.

Der Red Bull Ring ist jetzt mit 5 km/h Abstand die schnellste GP-Piste im Kalender hinter Phillip Island.

Ja, es fühlt sich schnell an, wenn du im sechsten Gang bist, das Hinterrad fährt 340 km/h, weil es so heftig durchdreht, aber das Vorderrad macht nur 300 km/h. Das ist in den außen überhöhten Passagen.
Das ist, als würde man in der Steilwand von Daytona fahren. Das Motorrad ist dort von der Dämpfung her völlig am Durchschlagen. Das findet zwischen den Kurven 2 und 3 statt.

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