Aspar & sein Team: Drei Jahrzehnte siegreich

Von Frank Aday
In diesem Jahr feiert das Aspar-Team sein 25-jähriges Bestehen. Der 53-jährige Ex-Rennfahrer und Teambesitzer Jorge «Aspar» Martinez kann auf Siege über drei Jahrzehnte hinweg zurückblicken.

Jorge «Aspar» Martinez erinnert sich auch nach drei Jahrzehnten genau an den Tag, an dem er sich in eine Reihe mit Helden wie dem 13-fachen Weltmeister Angel Nieto und Ricardo Tormo, den 50-ccm-Weltmeister von 1978 und 1981 stellte. Am 23. August 1986 wurde er zum ersten Mal 50-ccm-Weltmeister. «Ich fühle mich sehr privilegiert dadurch, dass ich als Fahrer viermal Weltmeister wurde», erklärte das Herz und die Seele des Aspar-Teams.

Der erste WM-Titel für Martinez kam 1986 nach einer nahezu perfekten Saison mit Siegen in Jarama (Spanien), auf dem Salzburgring (Österreich), Rijeka (Jugoslawien) und Assen (Niederlande), zwei zweiten Plätzen in Monza (GP der Nationen) und Misano (San Marino) und einem dritten Platz in Silverstone (Großbritannien). In sieben von neun Saisonrennen stand er auf dem Podest. «Beim letzten Rennen in Deutschland stürzte ich in Führung liegend. Ich hatte den Titel aber schon gewonnen», erinnert sich der Teambesitzer.

«Es war eine unvergessliche Saison. Mein Teamkollege war Angel Nieto, der zu dieser Zeit der Größte war, der Mann mit all den Titeln und treibende Kraft einer Ära. Bei Derbi war er der, der alles geschafft hatte. Er war wirklich großartig. Die Saison war eine unglaubliche Erfahrung. Die Rabasas waren von Anfang an großartig zu mir und empfingen mich als Fahrer und als Teil der Familie. Das ist ein Teil meines Lebens», fuhr Aspar fort.

Am Tag seines ersten Titelgewinns musste er zunächst ein paar Hindernisse überwinden. «Das Rennen war am Samstag. Ich hatte große Probleme, denn meine Sturmhaube rutschte herunter und ich konnte nicht richtig sehen. Es war hart, aber ich zog sie immer wieder so gut es ging zurecht und holte mit dem zweiten Platz meinen Titel.»

Ein Angel-Nieto-Start von Jorge Martinez

Die Presse berichtete damals auch, dass Aspar einen «Angel-Nieto-Start» hingelegt hatte, also einen ziemlich schlechten. «Das ist wahr. Die Derbi-Bikes hatten sehr starke Motoren, aber sie waren schwierig abzustimmen und am Start schwierig in Gang zu bekommen. Das war trickreich. Das war einer meiner schlechten Starts, aber ich machte wieder Positionen gut. Als ich Zweiter war, wovon ich wusste, dass es für den Titel reichen würde, entspannte ich mich und dachte: ‹Keine unnötigen Risiken mehr›. Ich wurde Zweiter.»

Aspar war in jener Saison der einzige Fahrer, der mehr als einen Sieg einfahren konnte. Manuel «Champi» Herreros, der Vizeweltmeister, Stefan Dörflinger, Gerhard Waibel, Ian McConnachie und Pier Paolo Bianchi erzielten jeweils nur einen Sieg. «Diese Jungs waren alle unterschiedlich: Dörflinger war ein kompletter und konstanter Fahrer, aber nicht so schnell, weil er damals schon ein Veteran war. Sein Bike war sehr schnell – schneller als die Derbi. Er war der Weltmeister und mein Hauptgegner. McConnachie war sehr schnell, aber er stürzte oft, Waibel kam und ging, Bianchi war dem Karriereende nah, aber noch immer schnell, und Champi war ein Neuling. Ich habe während einer sehr guten Ära gewonnen.»

1986 hätte Martinez bereits seinen zweiten Titel feiern können, wenn er nicht in der vorangegangenen Saison zwei Ausfälle erlebt hätte. «Ich hätte den Titel 1985 gewinnen können, aber in Deutschland war eine Zündkerze defekt. Und in Le Mans stürzte ich in Führung liegend. Da es nicht viele Rennen pro Saison gab, war jeder Fehler nur schwer wieder gutzumachen. Doch das ist eben Rennsport.»

Der dritte Spanier in einer langen Liste

1986 wurde Jorge Martinez der dritte Name auf der Liste der Spanischen Weltmeister, die mittlerweile auf 15 Namen angewachsen ist – damals undenkbar. «Es war unmöglich das vorherzusehen. Unmöglich. Der Boom begann durch Angel Nieto – ohne Zweifel. Er legte den Grundstein und zwang die Medienvertreter, zu den Rennen zu kommen und über Motorräder zu sprechen. Dann kamen Ricardo, ich selbst, Sito, Crivillé...»

Der große Wandel kam in den 90er-Jahren. «Durch die Anfänge der Dorna und durch neue Strecken wie Jerez und Barcelona zusätzlich zu Jarama und Calafat, während einer Zeit, in der sonst fast nur Rennen auf öffentlichen Straßen stattfanden. Das Aspar-Team wurde 1992 gegründet. Das alles legte den Grundstein für die Zukunft.»

Aspar beschreibt Motorradrennsport als «einen süßen Moment, Spanien ist dafür in jeder Hinsicht eine Referenz. Im Gegensatz zur Vergangenheit kommen nun so viele Top-Fahrer aus Spanien, früher beherrschten die Briten, Italiener und Amerikaner das Scheinwerferlicht. Es ist eine schöne Sache und sehr befriedigend, Fahrer wie Marc Márquez, Dani Pedrosa, Jorge Lorenzo oder Maverick Viñales zu sehen, die noch jung sind und viele weitere Jahre fahren werden.»

Siehe auch

Kommentare

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.

Ferrari: Wer soll auf dem Schleudersitz Platz nehmen?

Mathias Brunner
Es ist einer der reizvollsten Posten in der Königsklasse, aber ein Job mit Stress-Garantie: Teamchef bei Ferrari. Mattia Binotto hatte davon die Nase voll, aber wer soll folgen? Erneut gibt’s bei Ferrari viel Unruhe.
» weiterlesen
 

TV-Programm

  • Sa.. 03.12., 06:00, ORF Sport+
    silent sports +
  • Sa.. 03.12., 06:09, ORF Sport+
    silent sports +
  • Sa.. 03.12., 06:17, ORF Sport+
    silent sports +
  • Sa.. 03.12., 06:24, ORF Sport+
    silent sports +
  • Sa.. 03.12., 06:33, ORF Sport+
    silent sports +
  • Sa.. 03.12., 06:37, ORF Sport+
    silent sports +
  • Sa.. 03.12., 06:44, ORF Sport+
    silent sports +
  • Sa.. 03.12., 06:48, ORF Sport+
    silent sports +
  • Sa.. 03.12., 06:52, ORF Sport+
    silent sports +
  • Sa.. 03.12., 07:16, ORF Sport+
    silent sports +
» zum TV-Programm
3