Jimmy Decotis: Die Erwartungen sind hoch

Von Adam Wheeler
Motocross-WM MX2
Jimmy Decotis beim Training in den Niederlanden

Jimmy Decotis beim Training in den Niederlanden

Im Interview mit SPEEDWEEK.com spricht der kurzfristig engagierte Amerikaner über den Kulturschock in Europa und wie er Kawasaki wieder an die MX2-Spitze bringen will.

Jimmy Decotis bringt den USA ein wenig dringend nötige Präsenz in der Motocross-WM. Der 21-Jährige aus Massachusetts landete letzte Woche nach einem Not-Telefon von CLS Kawasaki in Europa. Das Team steckte in einer unbefriedigenden Situation, Arnaud Tonus fällt wegen Schmerzen in seinem letzten Herbst gebrochenen Bein weiter aus und Alessandro Lupino hatte in den bisherigen Grands Prix alles andere als viel Glück.

Eine Vereinbarung zwischen dem berühmten Tuning-Imperium Pro Circuit und seinem europäischen Renn-Ableger führte dazu, dass Decotis seine Ostküstenserie-Teilnahme in der amerikanischen 250-ccm-Supercross-Meisterschaft (vier Top-Ten-Ränge) unterbrach und über den Atlantik flog. Hier angekommen sprach er mit SPEEDWEEK.com nur wenige Tage nach seiner erstmaligen Ankunft in Europa über seinen Wechsel. Der Amerikaner wird in Arco di Trento an diesem Wochenende sein Grand-Prix-Debüt 2013 geben.

Jimmy, du bist ein GP-Fahrer geworden. Wie kam es dazu?
Das Ganze passierte sehr schnell. Am Morgen des Ostermontag an dem der GP in Valkenswaard war, habe ich ein paar SMS gekriegt, dass CLS ein Fahrer braucht und sie an mir interessiert sind. Zu dieser Zeit war ich noch immer mit Supercross beschäftigt und war bereit, die drei letzten Runden der Meisterschaft zu bestreiten. Ich musste meine Optionen abwägen, was am besten für mich ist.

In einem Gespräch mit Mitch Covington (Anm.: Motorsportchef bei Sponsor Monster Energy) und Mitch Payton (Pro Circuit) haben wir diskutiert, was die beste Lösung für mich und das Team ist. So kam es dazu. Es wird ein wenig Anpassung brauchen, um sich an den Lebensstil hier zu gewöhnen... Aber, hei, alles passierte in drei oder vier Tagen und nur ein, zwei Leute haben mitgeredet! Dann kam der Moment, in dem wir sagten ‹OK, Junge, es geht los›, und wir bestiegen das Flugzeug.

Bedeutet deine Verpflichtung bis Ende Saison, dass du erstmals ausserhalb der Staaten Rennen fährst?
Das ist das erste Mal für mich. Ich habe letztes Jahr ein Rennen auf St. Martin (Anm.: Insel in der Karibik) bestritten, aber das war nur eine spassige, kleine Erfahrung. Das ist mein erstes Mal in Europa, also werde ich versuchen, mich an den Schlafrhythmus und an das Essen zu gewöhnen. Es wird eine grosse Umstellung, das weiss ich. Aber es ist egal, was unter der Woche passiert, wenn ich meine Runden fahre, meine Arbeit erledige, zum Startgatter fahre und es hinunterklappt, ist das alles nicht entscheidend. Es kommt nicht darauf an, ob wir in Amerika, Australien oder Europa sind, wenn das Gatter fällt, ist es Zeit, Gas zu geben.

Hast du dir schon Grands Prix angeschaut und weisst, wer dir gegenüber steht?
Ich habe einige Rennen angeschaut, erst Recht, als der Deal fest stand. Denn ich wollte mir einen Überblick über die Strecken und die Fahrer verschaffen und wie alles abläuft. Ich habe ja schon einen GP in Glen Helen bestritten, vor einigen Jahren. Aber ich habe es nicht so gut hingekriegt, wie ich es wollte. Ich hatte nicht das konkurrenzfähige Motorrad und die Unterstützung, die ich brauchte.

Aber wie auch immer, ich habe auf jeden Fall ein paar Nachforschungen angestellt und ich weiss, was auf mich zukommt. Ich weiss, dass die Jungs hier genauso gut sind wie in den Staaten. Das sind alles gute Fahrer und es ist eine professionelle Rennserie. Sie alle geben alles in den kompletten 35-min-2-Runden-Rennen, ich werde dasselbe versuchen. Ich will einfach vorne dabei sein und versuchen, dieses Bike dorthin zu bringen, wo es hingehört.

Hast du von Piloten wie Zach Osborne oder Jimmy Albertson ein paar Tipps bekommen? Sie kennen die WM aus eigener Erfahrung...
Ich habe mit ihnen noch nicht gesprochen, aber das muss ich noch machen. Ich muss noch ein paar Infos kriegen wie die, dass ich hier meine Kreditkarte nicht benutzen kann. Ich brauche sie aber, um an Geld zu kommen! Wie ich schon sagte, es wird eine massive Umstellung werden und ich nehme es einfach Tag für Tag, um mich auf und neben dem Motorrad wohl zu fühlen.

Du hast ein ziemlich hochklassiges Motorrad, es war letztes Jahr Vizeweltmeister...
Absolut, und ich weiss, was jeder erwartet. Es gibt ein bisschen Druck. Ich war bei Geico Honda, das ist ein Topteam in den USA. Ich bin einfach sehr dankbar für diese Chance und will diese Maschine dort hin bringen, wo sie hingehört.

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