Henry Jacobi (Honda): «Ich habe den Speed für die WM»

Von Kay Hettich
Motocross-WM MX2

Henry Jacobi steigt 2016 mit JTech Honda in die Motocross-WM MX2 auf. Wenige Tage vor dem Saisonauftakt in Katar spricht der Honda-Pilot über seine Stärken und Schwächen, Ken Roczen und vieles mehr.

2010 wurde Henry Jacobi Weltmeister der 85-ccm-Klasse, doch weitere Erfolge liessen lange auf sich warten. Im vergangenen Jahr machte er dann aber als Gaststarter diverse Teamchefs auf sich aufmerksam, als er in Teutschenthal zwei überzeugende zehnte Ränge einfahren konnte. Beim Team JTech-Honda unterschrieb der Thüringer einen Zweijahresvertrag in der Motocross-WM MX2 2016 und 2017.

«Viele meinten, ich hätte nicht den Speed für die WM, aber ich habe das Gegenteil bewiesen», sagt Henry trotzig. «Bei meinem ersten MX2-Rennen in Trentino bin ich am Start gemeinsam mit Petrov gestützt, trotzdem wurde ich noch 14. In Teutschenthal bin ich zweimal in den Top-10 gelandet. In Frankreich war ich in beiden Rennen auf Platz 8, als ich mit Defekt ausfiel. Und in Mantova holte ich mir den Holeshot

Während seiner gesamten MX-Karriere saß der 19-Jährige aus Bad Sulza auf Bikes von KTM. Umstellungsprobleme auf die Honda gab es nicht. In der italienischen MX Meisetrschaft in Ottobiano wurde er auf Anhieb Dritter. «Zuerst schien das ein grosser Schritt zu sein, aber ich habe mich an der Honda CRF250R sehr schnell gewöhnt», versichert der Schnitzel-Fan. «Das Erstaunliche ist, wie handlich und präzise dieses Bike ist, besonders an der Front. Dadurch kann ich das Bike dorthin manövrieren, wo ich es haben will – das war vorher nicht immer der Fall. Unser gesamtes Team arbeitet sehr hart, es herrscht eine gute Atmosphäre. Meine Jungs tun alles dafür, um mir das bestmögliche Bike hinzustellen. Es ist toll, eine solche Unterstützung zu spüren.»

In seiner ersten MX2-WM-Saison hat sich Jacobi bereits Top-5-Platzierungen vorgenommen. «Mein unerschütterliches Selbstervertrauen war schon immer eine meiner Stärken. Ich denke, 2016 wird ein entscheidendes Jahr. 2015 wollte ich es einmal unter die besten zehn schaffen, jetzt sind die Top-5 dran», formuliert der Teenager selbst als Ziel. «Das ist leichter gesagt als getan, denn die besten fünf sind vom Speed her noch etwas besser als ich, aber ich will mich stetig steigern. Ich weiß, es ist möglich und ich lasse mich von niemanden einschüchtern. Mir ist egal, wer meine Gegner sind. Vielleicht passt der GP besser zu mir als die EM. Wenn man in der EM nach dem Start nicht in den Top-5 ist, ist es unheimlich schwer wieder nach vorne zu kommen.»

Der Honda-Pilot ist sich aber bewusst, dass er in manchen Bereichen Defizite hat. «Ich weiß, wo ich mich verbessern muss», versichert Henry. «Meine Konstanz war nicht immer die Beste, das ist ein ganz wichtiger Bereich. Man muss nur auf Ryan Dungey schauen: Er ist nicht immer der schnellste, aber er ist immer vorne dabei. Und ich will 2016 schneller werden. Um am Ende aber weiter vorne zu platzieren, darf man sich vor allem nicht verletzen. Als 15. an den einzelnen Rennwochenenden kann man in der Gesamtwertung auf Platz 10 landen – man weiß nie.»

«Teutschenthal ist von mir zu Hause nur etwa eine Stunde entfernt, klar ist die Strecke für mich etwas besonderes», sagt der 19-Jährige. «Ich liebe aber auch Matterley Basin – die Strecke ist ganz anders. Seltsamerweise bin ich im Sand recht gut, obwohl wir zu Hause keine solcher Strecken haben. Da ich auch die Überseerennen fahren werde, bin ich aber auch gepannt auf die Strecken in Losail, Neuquen und Glen Helen.»

Henry Jacobi pflegt gute Kontakt zu Superstar #Ken Roczen. «Ken ist sehr cool. Er nimmt sich nicht so wichtig, dass er ein Star ist oder sowas in der Art», meint Henry. «Obwohl er ziemlich beschäftigt ist, haben wir guten Kontakt. Es ist schön, dass er seine Wurzeln nicht vergessen hat.»

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