Max Nagl und Clement Desalle sind ideal für den Sport!

Kolumne von Thoralf Abgarjan
Motocross-WM MXGP

Max Nagl (Husqvarna) hat Clement Desalle (Suzuki) in Valkenswaard die WM-Führung abgenommen. Die beiden Piloten sind das Beste, was der Motocross-WM passieren konnte. Eine Analyse.

Clement Desalle hat im Sand von Valkenswaard seine WM-Führung an Max Nagl verloren.

Beim nächsten Rennen im spanischen Talavera de la Reina wird Nagl mit dem roten Startnummernschild des Meisterschaftsführenden antreten.

Doch der Vorsprung des Deutschen ist mit 5 Punkten äußerst knapp.

Desalle hat zwar in diesem Jahr noch kein Rennen gewonnen, stand aber ​nach jedem WM-Lauf auf dem Podium. Das ist eine bemerkenswerte Leistung.

Seine Taktik: Punktesammeln, die Meisterschaft im Blick behalten und keine unnötigen Risiken eingehen.

In Trentino sah er aus nächster Nähe zu, wie sich Ryan Villopoto aus dem Rennen (und wahrscheinlich aus dem WM-Titelkampf) verabschiedete. Kaum war dieser Zwischenfall passiert, erwischte es ihn selbst - zum Glück ohne größere Folgen. Er erreichte trotzdem das Podium, Villopoto fiel verletzt aus.

In Valkenswaard sollte so etwas nicht wieder passieren. Doch dieses ​Vorhaben scheiterte: Im Qualifying erlebte der Belgier einen heftigen Crash und der 25-Jährige qualifizierte sich nur als Elfter.

In den Rennen lief es für ihn besser: «Ich freue mich, dass ich das Podium erreicht habe. Aber mein Crash am Samstag war eine herbe Enttäuschung.»

Sand ist allen ​belgischen Motocross-Piloten naturgemäß in die Wiege gelegt​. Doch Desalle fühlt sich ​auch auf Hartboden wohl und weiß um die Risiken eines Sandrennens: «Natürlich ​war mir klar, dass ​Valkenswaard ein schwieriges Wochenende wird. Deshalb bin ich auch stolz, das Podium wieder erreicht zu haben. Mein letztes Podium auf einer Sandstrecke ist schon eine Weile her.»

Desalle ist in diesem Jahr einer der beständigsten Fahrer. Es ist zu früh, ihn zum Titelfavoriten zu machen, aber er und Max Nagl haben bisher alles richtig gemacht.

Auch Gautier Paulin scheint mit seinem neuen Arbeitsgerät endlich den Schlüssel zu gewohntem Speed gefunden zu haben. Der Franzose liegt aber noch 36 Zähler hinter Nagl zurück​. Das ist eine Menge Holz.

Vielleicht hat Desalle in diesem Jahr das Glück des Tüchtigen an seiner Seite, ansonsten droht ihm das Schicksal des 'ewigen Zweiten' - wie Marnicq Bervoets, der nie aus dem Schatten von Stefan Everts heraustreten konnte.

Es ist das leidliche Schicksal der Sportler, die es mit übermächtigen Gegnern zu tun haben: Überflieger wie Joël Robert, Roger DeCoster, Stefan Everts und Antonio Cairoli haben es ihren Konkurrenten immer schwer gemacht, sich zu behaupten.

In der MX2-Klasse ist dieses Phänomen seit Jahren auch mit Jeffrey Herlings zu beobachten, der seine Konkurrenten regelmäßig deklassiert - siehe Valkenswaard am letzten Wochenende.

Wenn Max Nagl oder Clement Desalle nun zu Spitzenpiloten werden, so ist das ​das Beste, was​ dem Sport passieren kann.

Das Unvorhersehbare, die Ungewissheit und die Spannung des Moments ist es, was den Sport so interessant und spektakulär macht! 

Clement Desalle ist in dieser Saison auf gutem Wege: «Dieses Ergebnis gibt mir Selbstvertrauen und zeigt, dass meine Kondition stimmt. Es ist wirklich wichtig, jedes Wochenende auf dem Podium zu stehen und in Hinblick auf die WM Punkte zu sammeln.»

Es ist zu früh für Prognosen​.​ Eines aber steht fest: Die bisherige Saison ist eine der spannendsten und aufregendsten, die es je gegeben hat.

Die Leistungen von Desalle und Nagl waren die faustdicken Überraschungen der Saison 2015.

Und so soll es weitergehen!

Clement Desalle ist - wie Max Nagl - gut aufgelegt: «Die Saison ist noch jung. Die nächsten Rennen finden auf einigen schönen Strecken statt, auf die ich mich schon sehr freue und ich denke, dass wir dort auch wieder spannende Rennen erleben werden.»

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