Tim Gajser: «Eine schlechte Atmosphäre ist tödlich»

Von Frank Quatember
Motocross-WM MXGP
WM-Leader Tim Gajser

WM-Leader Tim Gajser

​ MXGP-WM-Spitzenreiter Tim Gajser nahm sich in Teutschenthal Zeit, um SPEEDWEEK.com seine sensationelle Saison zu erklären. Der Slowene nahm wie gewohnt kein Blatt vor den Mund.

Tim Gajser fährt nach sieben WM-Läufen mit dem Red Plate des Führenden an seiner Honda. Das alleine ist schon verblüffend, aber noch mehr beeindruckt die offene und sympathische Art des MX2-Weltmeisters. Seine Leistung kommt aber nicht von ungefähr.

«Am Anfang war ich schon etwas überrascht», meinte der Slowene. «Aber ich glaube, die meisten Leute hat es mehr überrascht als mich. Nach Katar wusste ich, dass ich den Speed habe, um an der Spitze mitzufahren. Der Winter war optimal, das Testen mit dem Team, die Arbeit mit meinem Dad und meinem Mechaniker Nico, alles lief perfekt. Ich bin ja schon längere Zeit fertig mit der Schule und konnte mich daher ausschließlich auf die Saisonvorbereitung konzentrieren. Es gibt eine gute Verbindung zwischen all’ diesen Menschen, ohne diese große Familie bei Honda wäre der Erfolg nicht da. Eine schlechte Atmosphäre im Team ist tödlich für den Fahrer, ich muss das Gefühl haben, dass alle das Beste für mich wollen – dieses Gefühl habe ich.»

Der 19-jährige Honda-Pilot hatte beim Lettland-GP einige strittige Szenen, unter anderen mit seinem Teamkollegen Evgeny Bobryshev, dem Engländer Tommy Searle sowie der deutschen WM-Hoffnung Max Nagl. Gajser äußerte gegenüber SPEEDWEEK.com seine Sicht der Dinge: «Nach der Qualifikation ging ich direkt zu Bobby, weil ich ihn hart getroffen hatte, aber er sagte, dass es nicht mein Fehler war, sondern seiner. Ich war eine halbe Motorradlänge vor ihm und am Start geht es heftig zu, jeder will vorne sein. Die Sache mit Searle war sehr knapp, unsere Linien kreuzten sich. Ich hatte nicht vor ihn abzuschießen, sondern habe mich zur Seite gelegt, um ihn nicht zu berühren. Im Endeffekt habe ich um jeden Meter und Punkt gekämpft und alles riskiert, ich war nur auf Platz 23 nach meinem Sturz.»

Der Crash mit Nagl sah zunächst übel aus für den Slowenen, der Bayer traf ihn ohne Absicht in der Hüftgegend. Doch Gajser winkt ab: «Seltsamerweise taten mir nur die Handgelenke weh, ich weiß ehrlich gesagt gar nicht mehr, wo mich Max getroffen hat, als ich am Boden lag. Ich war noch zu benommen nach meinem eigenen Abflug kurz vorher. Ich hatte jedenfalls keine Schmerzen und konnte in der folgenden Nacht prima schlafen.»

Auf die Frage, ob er aus besonders hartem slowenischem Holz geschnitzt sei, antwortet der Titelfavorit in seiner bescheidenen Art: «Mag sein, aber wir sind alle hart im Nehmen. Viele Piloten fahren mit Schmerzen und niemand weiß es.»

Ein interessantes Thema ist die Frage, für welches Team der Jungstar fährt, HRC oder Gariboldi-Honda? Gajser sorgt für Aufklärung: «Ich habe dasselbe Equipment wie Bobby und Gautier. Die Ingenieure arbeiten gleichermaßen für uns, es gibt keinen Unterschied zu den beiden. Also bin ich ein HRC-Pilot, denn ich habe einen Vertrag mit HRC. Aber wir haben halt die Saison mit Gariboldi begonnen und auch ein super Verhältnis zu diesem Team.»

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