MXoN 2014: Ein Top-Ergebnis des deutschen Teams!

Kolumne von Thoralf Abgarjan
Motocross der Nationen
Brillante Einzelleistungen, Teamgeist und Taktik verhalfen der deutschen Mannschaft zu ihrem erfolgreichen Abschneiden in Kegums. Teamchef Hubert Nagl hat in kürzester Zeit ein Team mit Potenzial zusammengeschweißt.

Max Nagl (Honda), Dennis Ullrich (KTM) und Henry Jacobi haben in Kegums mit Rang 5 eine mehr als solide Leistung geboten.

Teamchef Hubert Nagl hat nach dem verhängnisvollen Ausfall von Marcus Schiffer (Sturz und mehrere Wirbelbrüche beim ADAC-Masters-Finale in Teutschenthal) in kürzester Zeit eine Mannschaft zusammengeschmiedet, die nicht nur durch die brillanten Einzelleistungen von Max Nagl und Dennis Ullrich bestach, sondern auch durch einen beispielhaften Teamgeist.

Als Dennis Ullrich im letzten Rennen des Tages den Start gewann und die gesamte Weltelite einschließlich Eli Tomac, Ryan Dungey und Gautier Paulin hinter sich ließ und auch Teamkollege Max Nagl im Windschatten auftauchte, wurden kurzzeitig Erinnerungen an Lommel 2012 wach. Der Sieg im Sand von Lommel war eindeutig kein singuläres Ereignis! Die deutsche Mannschaft hat Weltklasse. 

Dabei hatte das DMSB-Team in Kegums sogar mehrfach Pech: Youngster Henry Jacobi strürzte in Rennen 2, als ihm bei seinem zweiten Einsatz nach der extrem kurzen Pause zwischen beiden Läufen etwas die Kräfte ausgingen. Auch Max Nagl stürzte in Finalrennen 3 und verlor viel Zeit.

Abgeklärt und souverän war der Auftritt von Nagl und Ullrich. Besonders Dennis Ullrich hat in Kegums eine Visitenkarte abgegeben, die klarstellt, dass er definitiv das Zeug hat, ein MXGP-Dauerstarter zu werden! Er hat sich in diesem Jahr erstaunlich entwickelt.

Es liegt auf der Hand, dass die Mannschaft immer ein Zugpferd braucht, an dem sich die anderen Teammitglieder orientieren können. Diese Rolle hat Max Nagl mit Bravour übernommen.

Max Nagl befindet sich im Moment in Top-Form. Es bleibt zu hoffen, dass er diesen Schwung in die kommende Saison mitnehmen kann.

Der deutsche HRC-Pilot resümiert: «Ich bin das gesamte Wochenende gut mit dem Motorrad zurechtgekommen und am Ende bin ich mit dem Ergebnis zufrieden.»

Das ganze Wochenende tauchte mindestens ein Trikot im «Schwarz-Rot-Gelb» in der Spitzengruppe auf. Nagl erklärt: «Im ersten Rennen kam ich gut aus dem Startgatter heraus und war Zweiter in der ersten Runde. Der Speed der ersten fünf Fahrer war zu Beginn des Rennens enorm hoch. Dieses Tempo konnte ich aber nicht wirklich mitgehen. Ich konnte den Führenden nur folgen. Nach der halben Distanz kam ich dann jedoch besser zurecht und ich konnte einige Gegner überholen. So wurde ich Dritter. Das war ein wirklich gutes Rennen und ich bin sehr zufrieden damit.»

Im dritten Finalrennen des Tages startete Nagl von ganz außen: «Mein Startplatz war Gate 27 und dennoch habe ich mit Rang 6 einen guten Start erwischt. Danach lief es zu Beginn des Rennens wirklich sehr gut. Später beging ich einen kleinen Fehler und stürzte.»

Wie bitter, wenn der Fahrer, der die Tortur von 2 Sandrennen in den Knochen hat, eine hoch-komprimierte 450er Einzylindermaschine per Kickstarter antreten muss! Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit, bis Nagls Honda endlich wieder ansprang und er die Verfolgung des Feldes aufnehmen konnte.

Immer wieder stellt sich dabei die Frage: Wie lange wollen sich die japanischen Hersteller noch mit ansehen, dass andere Piloten durch einen einfachen Knopfdruck auf ihren E-Starter ihr Arbeitsgerät nach solchen belanglosen Zwischenfällen wieder in Bewegung setzen? Wie viele Rennen wurden durch das Kickstarter-Problem schon verloren?

Zurück zum Geschehen in Kegums: Max Nagl machte aus der Situation und dem erheblichen Zeitverlust das Beste: «Die Streckenverhältnisse waren wirklich hart. Ich war am Ende sehr erschöpft und hatte harte Arme (arm pump). Nach dem Sturz war es schwierig, das Rennen fortzusetzen, aber dann habe ich das Feld wieder eingeholt und konnte einige Positionen zurückgewinnen. Am Ende hatten wir ein gutes Ergebnis und ich bin mit der Leistung an diesem Wochenende happy

Rang 5 war das erklärte Ziel der DMSB-Mannschaft für 2014, allerdings ging man damals noch von der Teilnahme von Sandspezialist Marcus Schiffer aus. Dieses Ziel wurde erreicht!

Die Nachwuchsarbeit des DMSB trägt erste Früchte. Neben Jacobi wurde auch auf das Talent von Brian Hsu gesetzt, der 2014 Juniorenwelt- und Europameister wurde.

Die deutsche MXoN-Mannschaft hat den vollen Respekt und die gesamte Aufmerksamkeit der Fans verdient!

Das Team hat definitiv Potenzial. 

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