Ina Schaarschmidt: Die Rallyegemeinde ist geschockt

Von Toni Hoffmann
Rallye
Ina Schaarschmidt 2013 bei der Jänner Rallye

Ina Schaarschmidt 2013 bei der Jänner Rallye

Ina Schaarschmidt wurde nur 29 Jahre alt. Ihre Passion kostete sie am Samstagabend in Thüringen das Leben. Die Nachruf-Lawine ist gewaltig.

Die Nachruf-Lawine auf den für viele weiterhin unfassbaren Unfalltod von Ina Schaarschmidt ist gewaltig. Die «Likes» und die Kommentare der Betroffenheit auf Facebook nehmen von Minute zu Minute zu. Die deutsche Rallyegemeinde ist durch den Tod der sehr beliebten Beifahrerin, dessen Leben der Rallyesport war, wie sie selbst einmal sagte, geschockt.  

Bei der 54. Rallye Wartburg, dem dritten von fünf Läufen zur Deutschen Rallye-Serie, gingen sie und ihre Pilotin Janina Depping mit ihren Mitsubishi Lancer an den Start. Gegen 19:00 Uhr nimmt das beliebte Damen-Team die fünfte Wertungsprüfung «Galsbach» zwischen Steinbach und Brotterode in der Nähe von Bad Salzungen in Angriff. Kurz vor dem Ziel bei Brotterode kommt es zu dem tragischen Unfall mit dem Tod von Ina Schaarschmidt.  

Nach Berichten der dort anwesenden Zuschauer soll Janina Depping an der eigentlich nicht besonders herausfordernden Stelle bei hohem Tempo die Kontrolle über ihren Mitsubishi Lancer Evo IX verloren haben. Das Fahrzeug geriet ins Schleudern und krachte gegen einen Baum, an dem es zerbrach. Der Mitsubishi fing Feuer. Während Depping aus dem brennenden Fahrzeug geschleudert wurde, war Schaarschmidt eingeklemmt. Zahlreiche Zuschauer rannten zur Unfallstelle und versuchten zu helfen, ebenso wie ein nachfolgendes Rallye-Team. Für die gelernte Krankenpflegerin aus dem sächsischen Leubersdorf bei Chemnitz aber kam jede Hilfe zu spät. Sie verbrannte im Auto.  

Janina Depping wurde mit schweren Verletzungen ins Klinikum Jena gebracht. Noch am Sonntag gab es über ihren Gesundheitszustand wenig Informationen. Nach dem, was durchsicherte, soll sie Verbrennungen und eine Armfraktur erlitten haben. Zudem soll  sich die 35-Jährige auch Hirnblutungen zugezogen haben.  

In fast unmittelbarer Nähe der Unfallstelle, die eigentlich eine solche nicht hätte sein können, war ein S-Wagen in Bereitschaft, mit Löschtechnik ausgestattet, geparkt. Auch die örtlichen Einsatzkräfte des DRK und der Feuerwehr waren schnell vor Ort. Die Prüfung wurde gestoppt, später wurde auch die Rallye selbst abgebrochen.  

Damit zeigte sich der Rallyesport wieder einmal von seiner hässlichsten Seite. Die Forderungen nach dem Verbot des Rallyesports erhielten wieder neue Nahrung. Dieser Unfall, so tragisch er auch war, kann unschiedliche Ursachen haben, Fahrfehler, technischer Defekt, Unebenheiten auf der Strecke. Die Unfallstelle an sich aber dürfte unter normalen Gegebenheiten kein ausgewiesener Gefahrenherd gewesen sein. Hier spielten Kräfte mit, die nicht vorhersehbar waren. Motorsport ist gefährlich, das ist bekannt und wer weiß wie oft schon publiziert. Der Motorsport hat Grenzen, auch das weiß jeder. Das wusste auch Ina Schaarschmidt. Wieder einmal wurde die Grenze durchbrochen. Es wird noch lange dauern, bis alles aufgeklärt ist.  

Ihre Passion für den Rallyesport führte in den Tod. «Ich will den Rallyesport nicht mehr missen, dafür ist er schon viel zu sehr ein wichtiger Teil meines Lebens geworden», erklärte sie ihre Leidenschaft für den Rallyesport.

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