ADAC Eifel Rallye Festival, beeindruckende Vielfalt

Von Toni Hoffmann
Rallye
Auch ein «Trabbi» ist dabei

Auch ein «Trabbi» ist dabei

Ein Rekord für die Ewigkeit? - 98 verschiedene Fahrzeugtypen, Käfer-Kunde: Autostadt bringt zwei Salzburg-Käfer und ihre Fahrer, Donnerstag: Auftakt am ‚Mantaloch‘ in Brück.

Die Teilnehmerliste für das ADAC Eifel Rallye Festival (24. – 26. Juli 2014) ist veröffentlicht und bricht alle Rekorde. Beim größten rollenden Rallye-Museum rund um Daun in der Vulkaneifel ist die Vielfalt Trumpf. Im Feld der 150 zugelassenen Fahrzeuge sind 37 verschiedene Automarken vertreten und 98 verschiedene Fahrzeugtypen. Damit stellt das Eifel Rallye Festival möglicherweise einen Rekord für die Ewigkeit auf, denn hier ist fast alles dabei, was jemals auf Rallye-Pisten unterwegs war. Neben der Vielfalt ist für die Organisatoren die Originalität das oberste Gebot. Reinhard Klein (Köln) hat für 'seine' Slowly-Sideways-Gruppe seine eigene Definition von einem „guten Auto“ entwickelt: «Ein gutes Auto ist bei uns kein schnelles Auto. Bei uns ist ein gutes Auto ein originalgetreues Auto – mit all seinen Fehlern.»

Organisationsleiter Peter Schlömer (Daun) ergänzt: «Damit sich niemand ‚genötigt’ fühlt, sein Auto mit moderner Technik auszurüsten, verzichten wir ganz bewusst auf jede Art des Wettbewerbs.» Das Eifel Rallye Festival findet zwar wie jede gewöhnliche Rallye auf abgesperrten Strecken statt, allerdings ohne Zeitnahme. Im Starterfeld befinden sich neben den üblichen Verdächtigen à la Ford Escort, Lancia Stratos und Audi Quattro auch viele Autos, die man sonst nur ganz selten zu Gesicht bekommt. Ein Alfa Romeo GTV6 beispielsweise oder ein Mitsubishi Colt Lancer GSR1600. Das beste Beispiel ist aber sicher der Clan Crusader, ein Baukastenauto auf Basis des Hillman Imp. Vom Crusader gab es nur ein einziges Werksauto, das bei der Manx Rallye 1972 Zweiter geworden ist. Ein Nachbau dieses Unikats startet dieses Jahr in der Eifel.  

Erfolgreiche Promis  

Prominente Rallyefahrer kommen inzwischen genauso gerne in die Eifel wie die Sammler der rollenden Museumsstücke. «An diesem Wochenende ist ein Traum wahr geworden, von dem ich gar nicht wusste, dass er existierte», strahlte die schwedische Rallye-Amazone Susanne Kottulinsky vergangenes Jahr über beide Ohren. Die Stars der Szene freuen sich auf ein Wiedersehen mit alten Weggefährten auf zwei Beinen und vier Rädern. Sie sind zudem sehr erfolgreich: Insgesamt vereinen sie vier WM-Titel, drei EM-Erfolge und sagenhafte 43 nationale Meisterschaften auf sich.  

Das große Krabbeln  

«Beim Käfer hat man nie nach unten geschaltet, man hat immer nur hochgeschaltet», mit diesen Worten erklärte Tony Fall einst das Erfolgsgeheimnis der Salzburg-Käfer im Rallyesport. «Das Auto hatte keine Power, aber bergab war das egal.» Der Brite hätte bei der Akropolis Rallye 1973 um ein Haar für eine ganz große Sensation gesorgt. Beim WM-Lauf in Griechenland lag Fall trotz großer Konkurrenz zwischenzeitlich auf Platz zwei. «Vor uns lag nur Jean-Pierre Nicolas (Alpine), doch dann ging wie so oft der Motor hoch.» Jedes PS aus dem 1,6-Liter-Triebwerk war wichtig, mit veränderten Nockenwellen, den etwas anderen 'Salzburger Nockerln', verfügte das Krabbeltier über bis zu 128 PS. Dazu ein 5-Gang-Getriebe aus dem Porsche 914, McPherson-Federbeine vorn, eine Schräglenkerachse hinten sowie ein geringes Gewicht. Das alles machte aus dem Dauerläufer VW Käfer einen echten Sprinter.  

Der wichtigste der 15 Käfer-Gesamtsiege war sicherlich der Erfolg von Achim Warmbold beim EM-Lauf auf Elba 1973. Dieses Auto mit dem Kennzeichen S 26.301 hat bis heute überlebt. Dank der Autostadt darf der Käfer nun endlich wieder echte Rallye-Prüfungen unter die Räder nehmen – und das mit zwei früheren Piloten aus der Salzburg-Ära im Cockpit. Die beiden Österreicher Herbert Grünsteidl und Harald Gottlieb waren früher schon Teamkollegen, damals aber in zwei verschiedenen Autos. Heuer sitzen die beiden Käfer-Treter gemeinsam im Cockpit. Franz Wittmann war damals der Youngster in der ‚Käfer-Krabbel-Gruppe‘. In der 120-PS-Heckschleuder feierte er seine ersten Gesamtsiege, das war der Beginn einer unbeschreiblichen Karriere. Wittmann wurde zwölf Mal österreichischer Staatsmeister und gewann dazu noch 32 EM-Läufe sowie eine WM-Rallye. In der Eifel kehrt er zu seinen Wurzeln zurück und fährt einen silber-schwarzen Käfer, der ihm von Jürgen Stehr zur Verfügung gestellt wird. Aus der Sammlung des hessischen Rallye-Enthusiasten stammt auch der Mercedes 450 SLC, den Ex-Weltmeister Björn Waldegård pilotiert.  

Auftakt am Mantaloch  

Die Premiere des Shakedowns im vergangenen Jahr in Brück war ein riesiger Erfolg. Die Teilnehmer waren von der Streckenführung rund um Brück und entlang des legendären ‚Mantalochs‘ begeistert. Die Fans sorgten für eine beeindruckende Kulisse. «Um 17.00 Uhr hatten wir bereits knapp 6.000 Gäste gezählt, und es kamen immer noch mehr dazu», berichtet Orga-Leiter Peter Schlömer (Daun). Harald Demuth, der zweifache Deutsche Rallye-Meister, ergänzte, «einfach nur genial, was hier los ist, du fährst durch ein richtiges Spalier an Fans.» Auch in diesem Jahr stehen die VIP-Teams mit ihren Fahrzeugen wieder am Dorfbrunnen inmitten von Brück. Am Donnerstag (24.06.) gehört die Strecke von 15:30 Uhr bis 17:00 Uhr alleine den VIP-Piloten, die wieder von Doppelweltmeister und Schirmherr Walter Röhrl angeführt werden. Ab 17:00 Uhr beginnen dann die 150 Teilnehmer ihr ganz spezielles Festival-Wochenende. 

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