Ein heisser Offroad-Versuchsballon

Von Andreas Gemeinhardt
Cross-Country-Rallye-WM
Battle-X: Es gab einige spektakuläre Hindernisse zu überwinden

Battle-X: Es gab einige spektakuläre Hindernisse zu überwinden

Mit der Battle-X ging am vergangenen Wochenende eine für Deutschland neue Art von Offroad-Veranstaltung über die Bühne - bei 36 Grad Aussentemperatur.

Im Schweisse ihres Angesichts kämpften sich im Freizeit-Park Waffenrod/Thüringen rund 50 Zweirad-Ritter durch vier Qualifizierungsrennen. Die beteiligten Vereine rund um den MSC Suhl hatten ihr Bestes gegeben, um anspruchsvolle, künstliche Hindernisse in den Freizeitpark Waffenrod zu zaubern. Dies gelang in einzigartiger Weise. Die Kämpfer mussten Baum- und Wurzelaufgaben lösen, sich über Betonrohre, Reifen- und Autostapelstapel quälen, immer wieder lagen Baumstämme im Weg, Felsen, Schlammlöcher, Container und weiteres «Spielzeug». Durch den ersten Ausscheidungstest am ersten Tag kamen noch alle, denn wegen der enormen Hitze wurde die geforderte Rundenzahl verkürzt. Ein besonderes Schmankerl war der «Sudden Death» am Abend unter Flutlicht.

Der Mann des ersten Tages hiess dabei Ralf Scheidhauer, Deutscher Enduromeister des Jahres 2005. Er fuhr nicht nur die schnellsten Runden und war bei der Qualitfizierung der Erste, er gewann auch seine sämtlichen Sudden-Death-Läufe. Und auch am Sonntagmorgen, als es beim Rising Sun Test um die nächste Ausscheidung ging, hatte er die Nase vor dem bis dato Zweitplatzierten Simo Kirssi. «Die Battle-X ist gut gemacht, einfach genial», schwärmte Scheidhauer verschwitzt, aber mit einem unzweideutigen Grinsen im Gesicht. «Mir kommen solche technischen Rennen entgegen. Ich fahr das einfach gerne. Dabei gefallen mir die enduromässigen Passagen mit den Felsbrocken am besten.»

Simo Kirssi allerdings zeigte am Ende, warum er sich bis dahin zurückgehalten hatte. Aus taktischen Gründen hatte der BMW Werksfahrer und mehrfache Deutsche- und Europa-Cross-Country-Meister Kraft gespart, um dann bei der abschliessenden und alles entscheidenden Final Destination genug Reserven zu haben. Der schweigsame Finne liess keinen Zweifel daran, wer der Schnellste auf dem Rundkurs war. In sämtlichen finalen Countdown-Läufen kam er als Erster in die erste Kurve und auch mit Abstand als Erster ins Ziel. Dies ging bis zum letzten Lauf so weiter, als am Ende nur noch fünf Starter übrig geblieben waren. Wieder ein klarer Start-Ziel-Sieg für Kirssi. «Rennen wie die Battle-X haben sicher Zukunft», meinte der Finne, der seit zwei Jahren auch mit dem Trial-Motorrad übt. «Sie sind gut für die Fahrer, die hier zeigen können, was sie drauf haben. Und sie sind gut für die Zuschauer, die sehr nahe dabei sind und richtig Action sehen. Aus meiner Sicht hätte man das ruhig noch etwas härter machen können.»

Währenddessen wirkte Scheidhauer in den Finals etwas müde. Er hatte am Vormittag für eine bessere Startaufstellung zehn Runden mehr abgespult als nötig und dabei Körner gelassen. So musste er auch noch Daniel Hähnel den Vortritt am Podium gewähren und sich als Dritter im Gesamtklassement einreihen. Die beiden weiteren Finalisten waren Altmeister Thomas Günther und Matthias Weichselmann, die nun die Ehre haben, in den Annalen der neuen Battle-X einen Ehrenplatz zu erhalten. Einen Ehrenplatz erhält auch Gerd Kropf, der es wagte, die Battle-X mit einer schweren BMW HP2 (Zweizylinder!) unter die Räder zu nehmen. Er erhielt dafür Wildcards, kam zwar immer als Letzter an, erhielt aber Ehrenapplaus. Und er bekam von Simo Kirssi dessen Pokale aus dem Sudden Death gestiftet, die nun sicher einen Ehrenplatz in seinem Regal einnehmen.

Wie es mit der Battle-X weitergeht, wird sich zeigen. Es war ein Versuchsballon, den Offroad-Promotor Baboons gemeinsam mit der Offroad Association International e.V. (OAI) steigen liess, der zeigen soll, ob Deutschland reif für diese spezielle Art des Offroadsports ist. Die Fahrer zeigten sich indes angetan, da diese Art des Extrem-Enduros einerseits ein riesen Spass für sie ist und andererseits ein medienträchtiges Spektakel für die Zuschauer. Letztere erschienen angesichts der Hitze und der Fußball-WM allerdings nicht ganz so zahlreich wie erhofft. Samt abendlicher Party der Landeswelle Thüringen im Festzelt tummelten sich geschätzte 1500 bis 2000 Besucher rund um das Gesamtkunstwerk.


Ergebnis Final Destination
1.Simo Kirssi, BMW
2.Daniel Hähnel, KTM
3.Ralf Scheidhauer, Husqvarna
4.Thomas Günther, Husaberg
5.Matthias Weichselmann, Yamaha
6.Phillip Storz, Yamaha
7.Seppo Suttner, KTM
8.Reini Rauch, KTM
9.Thomas Arnold, KTM
10.Andre Engelmann, KTM
11.Hannes Brandtner, Husaberg
12.Nico Hainke, Husqvarna
13.Christian Friedrich, GasGas
14.Frank Knollenberg, BMW

15.Thorsten Erk, KTM
 

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