Corazza übernimmt nach Sieg die Tabellenführung

Von Toni Hoffmann
Rallye Sonstiges
Corazza übernimmt mit drittem Sieg die Führung.

Corazza übernimmt mit drittem Sieg die Führung.

Der Auftaktsieger Hermann Gaßner jr. «sonnte» sich bei der WM-Rallye Portugal, der Oberland-Zweite «sonnt» sich jetzt an der Tabellenspitze. Papa Gaßner wieder im Pech.

Mit einem Sieg beim zweiten Lauf zur DRM (Deutsche Rallye-Meisterschaft) haben Peter Corazza/Ronald Bauer im Mitsubishi Lancer die Meisterschaftsführung übernommen. Der Sachse konnte sich bei der ADAC-Wikinger-Rallye nach 151,11 WP-km gegen Sandro Wallenwein/Pauli Zeitlhofer beim ersten Einsatz des Subaru Impreza N14 um 38,22 Sekunden und gegen die starke Konkurrenz aus der dänischen Meisterschaft durchsetzen. Als bestes Team aus dem nördlichen Nachbarland liefen Max Christensen/Dorthe Ravn, ebenfalls im Subaru Impreza N14, als Gesamtdritte (1:09,73 Minuten zurück) im Ziel in Schleswig ein.

Corazza und Wallenwein konnten beim Nord-Gastspiel der DRM mit fehlerfreien Leistungen überzeugen, profitierten allerdings auch von ausgefallenen Konkurrenten: Olaf Dobberkau (Porsche 911 GT3) führte nach der ersten Etappe, klagte aber am Samstag über einen massiven Leistungsverlust und musste aufgeben. Den amtierenden DRM-Champion Hermann Gaßner (Surheim) traf das Schicksal bereits auf der ersten Etappe, als er mit Getriebeschaden am Mitsubishi Lancer Evo 10 ausschied. Sein Sohnemann Hermann jr., der als jüngster Sieger im Mitsubishi Lancer den DRM-Auftakt in Bayern gewonnen hatte, bestreitet zurzeit seinen zweiten WM-Auslandsstart in Portugal. Auch dort ist der Junior gut bei der Musik. Nach der zweiten Etappe fuhr er auf den 15. Gesamtplatz und auf den vierten Rang in der seriennahen Gruppe N vor. Er rutscht vor dem dritten DRM-Lauf deshalb bis auf die sechste Meisterschaftsposition zurück.

Im Ziel der Wikinger-Rallye fiel dem Gesamtsieger ein riesiger Stein vom Herzen: «Jetzt geht es mir blendend», lachte Peter Corazza, der den insgesamt dritten DRM-Laufsieg seiner Karriere feiern konnte. «Das Zusammenspiel mit Ronald war heute perfekt», lobte er vor allem das Teamwork mit seinem Co-Piloten, «das war bei den anspruchsvollen WPs mit den vielen Kuppen und schnellen Kurven entscheidend.» Vor dem dritten DRM-Lauf bei der ADAC-Hessen-Rallye Vogelsberg (24. bis 25. April) rangiert der Sachse mit 53 Punkten an der Tabellenspitze und hat sich bereits ein kleines Polster zu seinen Verfolgern Sandro Wallenwein (41) und Felix Herbold (40) erarbeiten können.

Corazza: «Es wäre natürlich schön, wenn wir den Vorsprung jetzt bis zum Ende der Saison verteidigen könnten – aber das Jahr ist noch lang und zum Träumen bleibt keine Zeit. Wir haben in nächster Zeit eine Reihe von Rallyes kurz hintereinander, für die wir das Auto immer wieder perfekt vorbereiten müssen.»

Auch der Zweitplatzierte konnte sich mit dem Ergebnis anfreunden: «Das war ein gelungenes Debüt für unseren neuen Impreza», bilanzierte Sandro Wallenwein nach dem Zieleinlauf. «Wir hatten keinen Test vor der Rallye und haben sogar noch am Samstag kleinere Fahrwerksabstimmungen gemacht. An Peter Corazza war kein vorbeikommen, wir sind deshalb mit Platz zwei zufrieden. Wichtig war, dass wir unsere dänischen Konkurrenten im Griff hatten – die hätten uns sonst wichtige Punkte kosten können.»

Den ersten Porsche-Sieg in der Neuzeit der DRM hatte am Wochenende Olaf Dobberkau vor Augen: Mit der Bestzeit auf der Prolog-Prüfung am Freitagabend meldete er seine Ambitionen an, hatte aber bereits am Samstagmorgen mit schwachen Bremsen kämpfen und gab schließlich mit Motorproblemen auf. «Es hätte so schön sein können – aber das ist eben Rallyesport», so der ernüchterte Schleusinger im Ziel.

Ähnlich bitter war die Wochenendbilanz beim amtierenden Meister Hermann Gaßner, den ein Getriebeschaden bereits nach der ersten Wertungsprüfung zur Aufgabe zwang. «Unser letzter Ausfall mit technischem Defekt ist so lange her, dass wir nicht einmal mehr wissen, wann das war», schildert Gaßner. „Wir sind todtraurig, denn damit ist die Meisterschaft wohl endgültig passé. «Jetzt wird es schwer, sich für die nächsten Läufe zu motivieren. Aber alles Jammern hilft nichts: Wir müssen nach vorne schauen und sehen, was die Saison noch bringt.»

Pech hatte auch der 25-jährige Florian Niegel. Der Franke, der sich mit einem vierten Platz bei der Rallye Oberland noch als starker Newcomer im Championat präsentieren konnte, hatte diesmal mit technischen Problemen an seinem Mitsubishi Lancer Evo zu kämpfen. Eine defekte Antriebswelle kostete ihn am Samstagvormittag viel Zeit, anschließend konnte er sich bis auf Platz neun nach vorne arbeiten. Beendet wurde die Fahrt schließlich durch einen Getriebedefekt.

Endergebnis:
1. Peter Corazza/Roland Bauer (D), Mitsubishi Lancer, 1:26:04,559 h.
2. Sandro Wallenwein/Pauli Zeitlhofer (D/A), Subaru Impreza WRX N14, + 42,839 sec.
3. Max Christensen/Dorthe Ravn (DK), Subaru Impreza N14, + 1:06,044
4. Ib Kragh/Tim Karsten Isaksen (DK), Fiat Punto S2000, + 1:28,411
5. Klaus Hammer/Marc Troels-Smith (DK), Mitsubishi Lancer, + 2:51,475
6. Christian Jensen/Sören Töndborg (DK), Peugeot 207 S2000, + 3:06,356
7. Martin Johansen/Henrik Vestergaard (DK), Suzuki Swift S1600, + 3:08,417
8. Daniel Rexhausen/Stefan Clemens (D), Mitsubishi Lancer, + 3:33,706
9. Peter Zehetmaier/Jürgen Breuer (D), Honda Civic Type R, + 3.38,425
10. Tim Stebani/Frank Christian (D), Opel Corsa OPC 1600, + 4:31,021

Lesen Sie auch den ausführlichen Bericht in der Printausgabe Nr. 16 am Dienstag, 7. April 2009

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