Erik Riss: «Ich will den Weltmeister-Titel zurück»

Von Susi Weber
Sandbahn
Erik Riss gewann in Herxheim auch den ADAC Silberhelm der Pfalz

Erik Riss gewann in Herxheim auch den ADAC Silberhelm der Pfalz

Ex-Weltmeister Erik Riss dominierte beim Sandbahnrennen in Herxheim nach Belieben. Dem Weltmeisterschafts-Auftakt Mitte Juni sieht der Oberschwabe gelassen entgegen.

Die Saison auf der kürzeren Speedway-Bahn hat für Erik Riss schon vor geraumer Zeit begonnen. Am Vatertag startete der 20-jährige Bahnsport-Profi beim Klassiker in Herxheim nun auch erstmals in diesem Jahr auf der Langbahn. Vor 14.500 Zuschauern verbuchte Riss einen fulminanten Sieg, holte maximale Punktzahl, Silberhelm und das letzte Stück Sicherheit für die nun bald beginnende Langbahn-Weltmeisterschaft.

Eines stand für Erik Riss, Langbahn-Weltmeister des Jahres 2014 und Vizeweltmeister im Vorjahr, schon vor dem Rennen in Herxheim fest: «Ich will den WM-Titel in jedem Fall wieder zurück!»

Dass es schmerzte, im vergangenen Jahr «nur» Zweiter geworden zu sein, verschwieg er dabei nicht: «Vielleicht habe ich 2015 ein bisschen zu sehr auf die leichte Schulter genommen, nachdem ich in meinem Debütjahr Weltmeister geworden bin.»

Kurzum: Riss ging nach eigener Aussage über den Winter in sich, arbeitete an der eigenen Psyche. Gleichzeitig reduzierte er Gewicht: «Ich habe viel an mir geändert und Selbstbewusstsein daraus geschöpft.»

Wie viel Selbstbewusstsein, das bewies Riss bereits in Großbritannien, wo er seit März in der zweiten Saison beim Meister der Britischen Speedway Premier League mit den Edinburgh Monarchs unterwegs ist. Bei den bisherigen fünf Rennen war Erik Riss zwei Mal Topscorer, fuhr einmal die maximale Punktzahl heraus: «Es läuft ganz gut.»

Was das Vatertagsrennen in Herxheim betrifft, wäre diese Aussage gelinde gesagt etwas untertrieben. Riss ließ die Konkurrenz im Herxheimer Waldstadion blass aussehen. Riss zeigte Klasse. Riss dominierte auf ganzer Linie. Auch dann, wenn er nicht gleich von Beginn an vorne lag. Alle drei Vorläufe, das Halbfinale und den Endlauf, der gleichzeitig über den Silberhelm des ADAC Pfalz entschied, konnte der Bad Wurzacher für sich verbuchen.

Mit Weltmeister Jannick de Jong (Niederlande), Josef Franc (Tschechien), Mathieu Trésarrieu (Frankreich), Stephan Katt (Deutschland), Richard Hall (Großbritannien), Theo di Palma (Frankreich), Matten Kröger (Deutschland) und Aki Pekka Mustonen (Finnland) war – neben Riss – immerhin mehr als die Hälfte des aktuellen WM-Fahrerfeldes in der Pfalz. Hinzu kam Michael Härtel, der als Wildcard-Fahrer im vergangenen Jahr den Grand Prix in Vechta gewann. Insgesamt umfasst die Langbahn-Weltmeisterschaft 2016 fünf Rennen. Neben den beiden deutschen Grands Prix werden die Läufe in den Niederlanden, Finnland und Frankreich ausgetragen.

«Ich denke, ich bin noch besser als vor zwei Jahren», sagte Erik Riss in Herxheim auf dem Siegerpodest. Die Konzentration gelte nun voll und ganz der WM. Zuvor wird er noch einige Runden auf der kürzeren Speedwaybahn hinlegen – und zwischen der Insel und Deutschland hin- und herjetten. Zwei bis drei Rennen bestreitet er als Profi pro Woche. Dem Frust aus der in letzter Sekunde verhinderten Titelverteidigung im Vorjahr konnte Riss in der Zwischenzeit auch Positives abgewinnen: «Das hat mich in die Knie gezwungen. Aber ein wahrer Gewinner lernt auch aus den Niederlagen.»

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