Stefan Bradl: «Ellbogen am Boden ist nicht gefragt»

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Noch fährt Stefan Bradl im MotoGP-Stil

Noch fährt Stefan Bradl im MotoGP-Stil

«Reifen und Bremsen, das sind die Themen», meinte Stefan Bradl nach seinen ersten zwei Tagen auf dem Honda-Superbike. «Ich war überrascht, wie stark man die Pirelli-Reifen rannehmen kann.»

An das Chassis und die weniger Motorleistung gewöhnen sich MotoGP-Piloten bei ihrem Umstieg auf ein Superbike für gewöhnlich schnell. Mehr Zeit erfordert die Umstellung von Karbon- auf Stahlbremsen und von Michelin- auf Pirelli-Reifen.

Mit den Pirelli erzielen die seriennahen Superbikes zwar erstaunliche Rundenzeiten, aber es sind eben keine Prototypen-Reifen wie die Michelin in der MotoGP-Klasse. Alles, was Pirelli in der Superbike-WM lernt, wird mittelfristig direkt an den Endkunden weitergegeben, den Pirelli Diablo Corsa gibt es seit vielen Jahren zu kaufen.

Stefan Bradl hatte nach seinem ersten Superbike-Test im MotorLand Aragón SPEEDWEEK.com einiges zum Thema Reifen zu erzählen.

«Es war den ganzen Tag kalt, aber das tut dem Pirelli nichts», ist dem 26-Jährigen bei maximal 18 Grad Asphalttemperatur aufgefallen. «Ich habe versucht die Reifen aufzuwärmen, speziell für die Rechtskurven. Da sind wir in MotoGP immer abgeschmiert. Mich hat das Team am Anfang gefragt, weshalb ich links herum so schnell bin und rechts so langsam. Ich meinte, weil ich rechts aufpasse, damit genug Temperatur im Reifen ist. Aber da passiert mit den Pirelli echt nichts. Es war okay, ich konnte mich ganz gut daran gewöhnen.»

«Die ersten paar Mal versuchte ich mit zu viel Schräglage zu fahren, das bin ich von der Aprilia gewohnt, dass ich sie reinbiegen muss bis zum Geht-nicht-mehr. Teilweise fuhr ich zu viel Schräglage. Das ist bei der Honda gar nicht notwendig, weil das Motorrad am Gas recht gut ums Eck fährt. Der Reifen arbeitet anders auf der Flanke, speziell, wenn du am Gas bist. Er dreht zwar leicht durch, das Motorrad beschleunigt aber trotzdem recht gut. Der Reifen hat auch keinen Punkt, an dem er weggeht. Auf dem Superbike ist auch nicht gefragt, dass der Ellbogen unten ist, ich kann etwas entspannter draufsitzen.»

«Wenn du rein auf Performance gehst, dann brauchst du einen anderen Reifen, so einen wie von Michelin. In der MotoGP sehen wir aber auch recht viele Stürze. Sobald sich die Bedingungen ein bisschen ändern, reagiert der GP-Reifen sofort. Mit dem MotoGP-Bike wäre ich bei 10 Grad Asphalttemperatur nicht rausgefahren, da hätte ich gesagt, sie sollen selber fahren. Mit dem Pirelli ist das nicht schlimm, diese Reifen sind gutmütiger.»

Als einer von wenigen Fahrern bevorzugst du den härteren SC2-Vorderreifen?

Der SC2 taugt mir echt gut. Mit ihm fuhr ich meine schnellsten Runden, weil er mir mehr Gefühl vermittelt. Nicky Hayden benützt ihn auch, ich komme mit ihm gut zurecht. Diesen Reifen kann ich etwas mehr hernehmen, er transferiert mir auch bessere Rückmeldungen, was passiert. Ich habe auch das Gefühl, er lenkt sich besser.

Ich bin überrascht, dass er Stabilität vermittelt, das kommt meinem Fahrstil entgegen, ich bin ganz glücklich, dass das funktioniert.

Aber Aragón war das erste Mal, dass ich diesen Reifen probiert habe, dort hat er funktioniert. Ich weiß nicht, wie es woanders ausschaut.

Nach zwei Testtagen nützt du die Reifen sicher noch nicht optimal?

Ich war überrascht, wie stark man die Reifen rannehmen kann. Am Hinterrad fühlt es sich so an, als hätte man eine riesige Auflagefläche, das hat mich etwas verunsichert. Ich dachte mir, dass der Reifen so ruckzuck kaputt geht, aber das Gegenteil ist der Fall. Je mehr ich ihn hernehme, umso besser und stabiler bleibt er. Da musste und muss ich mich anpassen. Hinten fühlt es sich teilweise an, als hätte ich einen Platten, weil sich der Reifen so in den Teer eingräbt, das ist ein Wahnsinn.

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