Stefan Bradl (Honda): Letzte-Kurve-Action für Top-10

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Stefan Bradl hatte Nicky Hayden im Blick

Stefan Bradl hatte Nicky Hayden im Blick

Erster Top-10-Platz in der Superbike-WM, aber 35,2 Sekunden hinter Sieger Jonathan Rea: Stefan Bradl (Red Bull Honda) hat zu Teamkollege Nicky Hayden aufgeschlossen und treibt das Team weiter an.

Beim Saisonauftakt in Australien musste Stefan Bradl mit zwei 15. Plätzen zufrieden sein, mehr ließ die neue Honda Fireblade nicht zu. Das erste Rennen in Thailand beendete der 27-Jährige auf Rang 10 – doch sein Rückstand auf Sieger Jonathan Rea stieg gegenüber Phillip Island von 29 auf 35,2 sec – bei vergleichbarer Streckenlänge.

Auf dem Papier wurde Honda trotz unermüdlicher Arbeit während der letzten Wochen langsamer.

«Rea ist 6 sec vor dem Zweiten – wenn wir den abziehen, sind wir wieder gleich weit», schmunzelte Bradl im Exklusivgespräch mit SPEEDWEEK.com. «Man kann das schlecht oder gut reden, man dreht es sich immer so hin, wie man es braucht. 35,2 sec hinter dem Leader – da brauchen wir nicht reden. Aber die Punkte gibt es für Platz 10, das ist ein Aufwärtstrend.»

«Gut war auch, dass meine letzte Runde 1:35,1 min war, meine schnellste 1:35,0 min», fuhr der Bayer fort. «Das ist okay. Dass ich die Zeiten konstant fahren konnte, damit bin ich auch zufrieden. Dass sie noch langsam sind, das ist klar – aber wenigstens konstant. In Phillip Island waren es eins Komma acht bis zwei Komma noch etwas Unterschied. In Sachen Platzierung sind die Änderungen seit Australien ein Schritt nach vorne. Ich bin nicht unzufrieden, ich habe im Rennen meine bis dato beste Leistung abgerufen. Weil ich konstant unterwegs war und am Schluss etwas gutmachen konnte.»

Bradl lag auf Platz 12, dann fiel Eugene Laverty (Milwaukee Aprilia) eine halbe Runde vor Rennende aus, Javier Fores (Barni Ducati) schnappte sich der Moto2-Weltmeister von 2011 kurz vor dem Zielstrich: «Das kann man jetzt natürlich auch wieder schlecht reden und sagen, der Fores hatte einen weichen Vorderreifen, der Savadori hatte das Problem und Laverty fiel aus, aber so ist es. Ist eh wurschd, ich musste schauen, dass ich Fores überhol’. Das war eh knapp, ich hatte es mir nicht für die letzte Kurve hingerichtet. Aber ich war ein bisschen zu weit weg, auf der Geraden schiebt die Ducati ordentlich an, da hatte ich keine Chance. Dann wollte ich in Kurve 5, aber das wäre eine Risikoaktion gewesen, letztlich blieb nur noch eine Chance. Ein bisserl kann ich es noch.»

Keine Verbesserung mit neuen Reifen

Bradl strandete in der Superpole auf Startplatz 16, was bei 20 Fahrern die vorletzte Reihe bedeutet. Hayden schaffte es zwei Plätze weiter nach vorne. Das Problem: Die Red-Bull-Piloten können das Potenzial neuer Reifen nicht nützen.

«Sobald die Reifen neu sind, geht gar nichts», hielt Bradl fest. «Die anderen fahren dann eine halbe oder eine Sekunde schneller, und das über zwei oder drei Runden, wo ich überhaupt kein Vertrauen habe. Es geht nicht, dass wir den Grip des neuen Reifen nützen, das habe ich in der Superpole gesehen und auch im freien Training. Ich fahre mir den Hintern ab für 1:34,6 min – am Limit für meine Verhältnisse. Am Ende des Rennens fahre ich dann mit einem 20 Runden alten Reifen 1:35,1 min und das fällt mir nicht unbedingt schwer. Mit der jetzigen Elektronik ist es schwer Vertrauen aufzubauen und das Maximale aus einem neuen Reifen herauszuholen.»

Entsprechend war der Rennbeginn für Bradl: «Mein Start war okay, in der ersten Kurve war ich außen, wurde etwas rausgedrückt, konnte aber nirgends anders hin. Dann konnte ich auf der Geraden natürlich auch nichts machen und habe beim nächsten Bremspunkt wieder etwas verloren. Ich habe da auch nicht unbändig viel riskiert. Dann wurde das Vertrauen zur Elektronik von Runde zu Runde besser.»

Gegenüber Hayden konnte Bradl seinen Rückstand von 10 sec in Australien auf 2,9 in Thailand reduzieren. «Ich hatte ihn immer im Blickfeld, ich habe das alles am Anfang verloren», ist ihm bewusst. «Ich habe auch am Schluss zu ihm aufgeholt und bin knapp dran – das ist kein schlechtes Zeichen. Aber wir stagnieren. Nicky und ich fuhren 1:34,4 und 1:34,6 min als schnellste Runde übers Wochenende und Rea 1:32,9 min. Die anderen verbessern sich, wir stehen an. Das – nervt. Wir tüfteln an Kleinigkeiten herum. Jetzt funktioniert es so einigermaßen und alle in der Box haben Angst, zu viel zu ändern. Ich komme ja nicht von der Rennstrecke zurück und schimpfe jeden an, ich schildere ihnen ganz human, was wir verbessern müssen. Aber sie trauen sich kaum noch große Schritte zu machen.»

Während Teamkollege Hayden als Neunter von Lauf 1 am Sonntag von Startplatz 6 losbrausen darf, muss Bradl seinen ursprünglichen 16. Platz aus der Superpole einnehmen. «Schön, dass du mich daran erinnerst, das ist ja echt Scheiße. Aber das gleicht sich über die Saison bestimmt aus, das darf man nicht so negativ sehen.»

Mit nunmehr acht WM-Punkten verbesserte sich Bradl auf WM-Rang 15, Hayden liegt mit zwölf Punkten vier Plätze vor ihm.

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