Stefan Bradl (Honda): «Müssen Rückstand verringern»

Von Günther Wiesinger
Superbike-WM

Red Bull Honda-Pilot Stefan Bradl ist gespannt auf den Superbike-WM-Lauf in Imola. Er wünscht sich vom neuen Motor eine bessere Fahrbarkeit und will bald Richtung Top-5 vorstossen.

Stefan Bradl (27) liegt zwar nach vier von 13 Superbike-Events und acht WM-Läufen nur auf dem zwölften WM-Rang. Aber er reist heute trotzdem mit Zuversicht nach Imola, wo am Samstag und Sonntag die WM-Läufe 9 und 10 ausgetragen werden.

Das erste Saisondrittel ist zwar bei weitem nicht nach den Vorstellungen des Red Bull Honda-Teams gelaufen, aber es sind durchaus Lichtblicke zu verzeichnen.

Bradl kassierte in Assen 16 Punkte für die Ränge 6 und 10, also so viele wie Titelanwärter Chaz Davies, er fuhr im zweiten Rennen von Platz 3 aus der ersten Reihe los, und er hat mit der neuen, unausgereiften Honda CBR 1000 RR Fireblade bei sieben von acht Rennen gepunktet.

Stefan, du hattest in Assen am Freitag viele Probleme. Samstagfrüh wurde die Maschine zu spät fertig, daraus resultierte der 16. Startplatz. Du bist dann beide Rennen mit dem alten Motor gefahren, mit der Version 17.0. Welche Verbesserungen erwartest du bei der neuen Motorversion 17.1 in Imola?

Das Team hat seit den Rennen in Assen unermüdlich gearbeitet und entwickelt. Die genauen Informationen über den aktuellen Stand der Dinge werde ich heute nach meiner Ankunft in Imola kriegen.

Ich bin in Assen die zwei Rennen noch mit dem alten Motor gefahren; dieser ist jetzt endgültig am Ende seiner Laufzeit; der hat seinen Zenit überschritten. Ob ich in Imola in beiden Motorrädern den 17.1-Motor eingebaut haben werde, weiß ich noch nicht.

In Assen haben wir am Freitag den neuen Motor probiert. Der war aber so aggressiv, deshalb bin ich einmal gestürzt. Ich hoffe, dass sie dieses Triebwerk inzwischen mit Hilfe der Elektronik so hingebracht haben, dass er so reagiert, dass man sanft damit fahren kann.

Das Team hat ja den 17.0-Motor in punkto Fahrbarkeit auch gut hingebracht. Ich glaube, das ist nur eine Set-up-Geschichte. Es war jetzt genug Zeit, um diesen Motor zahmer zu machen und auf die Einstellung zu bringen, die wir von der 17.0-Version kennen.

Wie schaut es in punkto Motorleistung aus gegenüber Kawasaki, Ducati, Aprilia, BMW und so weiter? Honda rechnet ja mit 15 bis 20 zusätzlichen PS gegenüber 2016, die aber nur «step by step» freigegeben werden.

Naja, wir könnten schon noch etwas mehr Power vertragen. Aber es ist nicht so, dass wir über die Spitzenleistung jammern. Das wird in Zukunft besser werden und muss auch besser werden.

Ich hoffe nur, dass mit mehr Power die Fahrbarkeit nicht leidet. Das ist der wichtigere Punkt.

Wir stehen unter Zeitdruck, deshalb hat bisher nicht alles funktioniert, was entwickelt und probiert wurde. Wir sind dauernd am Rotieren, um die Leistung auf den Boden zu bringen, wir haben zu viel Wheelspin am Hinterrad; deshalb macht das Fahren mit all diesen Problemen manchmal nicht so viel Spaß. Wir müssen die Fahrbarkeit auf jeden Fall verbessern.

Anderseits warst du beim Sturz im zweiten Lauf in Thailand schon nahe an der Verfolgergruppe dran. Schon bei diesem zweiten SBK-Event konnte man sehen: Dieses Bike hat Potenzial.

Ja, es passiert, dass wir bei den Platzierungen bei manchen Rennen von Ausfällen profitieren. Aber wir müssen den Abstand zum Sieger verringern. Wenn wir in den Rennen teilweise eine halbe Minute verlieren, tut es weh. Das ist ein Hauseck zu viel. Wir müssen bei den nächsten zwei Events in Imola und Donington mindestens eine halbe Sekunde pro Runde im Rennen wegschrauben. Das ist die große Herausforderung.

Nicky Hayden und ich, wir jammern über die gleichen Probleme.

Wir haben vom Set-up her nicht unbedingt das gleiche Motorrad, weil die Fahrstile unterschiedlich sind, aber die Bikes sind auch nicht Welten auseinander. Trotzdem schimpfen wir über die gleichen Probleme. Da geht es um die Kombination Leistungsentfaltung mit der kompletten Elektronik. Nicky ist bei der Motorbremse sehr sensibel, da schimpft er deutlich mehr als ich. Ich bin bei der Leistungsentfaltung im unteren Drehzahlbereich empfindlicher.

Muss das erste Ziel für den Rest der Saison sein, zuerst einmal BMW, die private Ducati von Forés, MV Agusta und die Aprilia in den Griff zu kriegen? Nachher kann man Yamaha attackieren und konstant die Top-5 anpeilen?

Ja, richtig. Das ist einmal eine gut überlegte Herausforderung. Das muss das Ziel sein. Der nächste Schritt muss in diese Richtung gehen. Ich hoffe, dass wir «step by step» in diese Richtung kommen.

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