Lausitzring extrem: In 4,4 sec von 254 auf 74 km/h

Von Kay Hettich
Superbike-WM
Anthony West bremste 2016 bei Pedercini Kawasaki auch mit Brembo

Anthony West bremste 2016 bei Pedercini Kawasaki auch mit Brembo

Erstaunlicher Vergleich: Die Superbike-WM erreicht auf dem Lausitzring mit Stahlbremsen höhere Verzögerungswerte, als die MotoGP mit Carbon-Bremsen auf dem Sachsenring.

An diesem Wochenende endet auf dem Lausitzring die Sommerpause der Superbike-WM und die seriennahe Weltmeisterschaft geht in die entscheidende Phase. Die brandenburgische Rennstrecke ist 4,265 km lang und weist keine einzige Gerade auf, die länger als 700 Meter ist.

Diese Tatsache ist ein Hauptgrund dafür, dass die Beanspruchung der Bremsen vergleichsweise gering ausfällt. Nach Einschätzung von Brembo rangiert sie auf einer Skala von 1 bis 5 bei 3, so wie auch Portimão und Losail.

Zur Info: Brembo rüstet in der laufenden Saison 17 der 21 Motorräder aus.

Bei den Brembo Z04 Bremsbelägen besteht jedoch die Gefahr der Verglasung, sollten die Piloten nicht schaffen, sie auf die Mindest-Betriebstemperatur zu bringen. Dies kann vor allem bei Regen der Fall sein. In jeder Runde verwenden die Superbike-Piloten die Bremsen neun Mal, die härtesten Bremsungen sind aber auf der gesamten Strecke so verteilt, dass es zu keiner Überhitzung kommen dürfte.

Pro Runde ist die Bremsanlage 24 Sekunden lang im Einsatz, nach Phillip Island der zweitniedrigste Wert der gesamten Rennsaison. Die drei Kehren im langsamen Teil der Strecke, in denen die Verzögerung weniger als 1g beträgt, senken den Durchschnittswert auf dem Lausitzring auf 1,11g. Er bleibt aber etwas über dem der MotoGP auf dem Sachsenring, wo die Fahrer mit Carbon-Bremsscheiben auf 1,10g kommen.

Von den neun Bremsmanövern auf dem Lausitzring werden vier als sehr schwer, eine als mittelschwer und vier als leicht für die Bremse eingestuft.

Die insgesamt schwierigste Bremsung ist die an der Kurve 10, da sie zum höchsten Geschwindigkeitsunterschied führt (180 km/h) – vom Beginn der Bremsung bei 254 km/h bis zum Ende bei 74 km/h. Die Piloten bleiben 4,4 Sekunden lang auf der Bremse und üben dabei eine Kraft von 5,9kg auf den Hebel aus, während der Druck der Brembo Bremsflüssigkeit 12,6 bar erreicht.

Auch die erste Kurve nach der Zielgeraden, wo auch die höchsten Geschwindigkeiten auf dieser Rennstrecke gemessen werden, ist für das Bremssystem sehr anspruchsvoll: Die Superbike erreichen hier 283 km/h, bevor sie 3,5 Sekunden lang bremsen, um mit 115 km/h in die Kurve einfahren zu können. Der Druck der Brembo Bremsflüssigkeit erreicht dort 12,2 bar und die Verzögerung beträgt ca. 1,4g.

Auch die Bremsung bei Kurve 6 darf nicht unterschätzt werden: mit ihren 189 Metern Bremsweg ist sie die längste auf dieser Strecke, obwohl den Piloten hier 4,1 Sekunden ausreichen, um von 266 km/h auf 96 km/h zu bremsen.

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