Toprak Razgatlioglu glaubt, dass sein Stil auch in der MotoGP funktioniert
Nach drei Titelgewinnen in der Superbike-WM stellt sich Toprak Razgatlioglu der Herausforderung MotoGP. «Wichtig für mich ist, dass mir alle zuhören», sagt er über sein neues Team Prima Pramac Yamaha.
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Toprak Razgatlioglu ist das goldene Kind der Superbike-WM – das dem sicheren Hafen den Rücken kehrt und sich im Haifischbecken MotoGP beweisen will.
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Auf seriennahen Superbikes hat der Türke aus Alanya alles erreicht: Dreimal Weltmeister, 2024 und 2025 auf BMW, 2021 mit Yamaha. In 258 Rennen stand er 173 Mal auf dem Podium, 78 Mal als Sieger. In den vergangenen zwei Saisons fuhr er jeweils 13 Siege in Folge ein – das gelang keinem anderen. Hinzu kommen 66 schnellste Rennrunden und 24 Pole-Positions. Als sich Toprak in der Superbike-WM immer mehr zu einem Star entwickelte, betonte sein Manager Kenan Sofuoglu regelmäßig, dass er dort eine herausragend erfolgreiche Karriere haben kann und soll, statt im MotoGP-Feld mitzuschwimmen – und womöglich unterzugehen.
Doch spätestens seit seinem ersten Titelgewinn 2021 träumte Razgatlioglu vom Wechsel in die Prototypen-WM, im Juni 2022 ließ ihn Yamaha erstmals mit der M1 testen.
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Sofuoglu war klar, dass sein wertvollster Fahrer beste technische Voraussetzungen in der MotoGP braucht, um eine Chance auf vordere Plätze zu haben. Doch in einem Werksteam fand er weder für 2022 noch 2023 einen Platz. Davon frustriert unterschrieb Toprak im Mai 2023 für 2024 und 2025 bei BMW einen Superbike-Vertrag und führte den deutschen Hersteller in unbekannte Höhen und zum ersten WM-Titel in einer Motorrad-Solokategorie in der damals 101-jährigen Firmengeschichte.
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Yamaha stieß bei Toprak auf offene Ohren Als Yamaha Razgatlioglu im Frühjahr 2025 einen MotoGP-Vertrag für 2026 und 2027 anbot, stieß Rennsportchef Paolo Pavesio auf offene Ohren. Seit dem Vorjahr leistet sich der japanische Hersteller mit den drei Stimmgabeln im Logo zwei gleichgestellte Teams: Alle vier Fahrer stehen bei Yamaha unter Vertrag, Prima Pramac Racing bekommt technisch identische Unterstützung wie das Werksteam.
Razgatlioglu hatte vor seinem ersten MotoGP-Test mit der V4-Yamaha am 18. November 2025 lediglich ein Roll-out in Aragon, bei dem er einen ersten Eindruck von den ungewohnten Michelin-Reifen, Carbonbremsen und dem höhenverstellbaren Fahrwerk bekam. Im Valencia-Test schlug sich der 29-Jährige dennoch beachtlich, verlor knapp 1,3 sec auf den Besten und war schneller als die Markenkollegen Alex Rins und Jack Miller, auch wenn unklar ist, wer welche Reifen einsetzte.
Am Abend des 13. Januar präsentierte sich das Team Prima Pramac Yamaha in der Accademia Musicale Chigiana in Siena in der Toskana. «Endlich wird mein Traum wahr», grinste Toprak. «Prima Pramac Racing und Yamaha sind die richtige Entscheidung, alle haben mich warmherzig aufgenommen. Mein erster Test war gut, auch wenn sich eine MotoGP-Maschine von einem Superbike grundlegend unterscheidet. Vor allem die Beschleunigung ist unglaublich, auf der Geraden ist dieses Bike sehr schnell. Ich werde Zeit brauchen, um zu lernen, vor allem, bis ich das Gefühl für den Grenzbereich der Reifen kenne. Wir werden sechs Tage in Malaysia testen, die reichen hoffentlich, um mich anzupassen und zu verstehen, wie das Bike funktioniert.»
Es ist leicht darüber zu reden, aber den Fahrstil zu ändern ist nicht einfach.Toprak Razgatlioglu
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Razgatlioglu betonte, dass er 2026 als Lernjahr sehe, ließ aber durchblicken, dass er sich mit den neuen technischen Regeln ab 2027 Podestplätze vorstellen kann. «Zuerst muss ich schauen, wie 2026 läuft», hielt der 29-Jährige fest. «Ich muss auch einige Strecken lernen. Gut ist, dass ich mit Jack einen sehr lustigen Teamkollegen habe, wir arbeiten gut zusammen. Wichtig für mich ist auch, dass mir während des Tests alle zugehört haben. Sicher, ich habe keine MotoGP-Erfahrung, aber ich kann dem Team gegenüber gut meine Gefühle auf dem Bike ausdrücken. Alle versuchen, den bestmöglichen Weg für mich zu finden, das ist super. Ich werde versuchen, mit meinem Superbike-Stil zu fahren. Dieses Jahr wird mir das vielleicht nicht gelingen, aber für 2027 traue ich mir das zu 90 Prozent zu – wenn auch nicht auf allen Strecken, weil es dort mehr auf die Kurvengeschwindigkeit ankommt. Ich werde meinen Stil sicher etwas anpassen müssen, es braucht wohl einen Mix. Es ist leicht darüber zu reden, aber den Fahrstil zu ändern ist nicht einfach. Nach einem Jahr sollte ich wieder so fahren können, wie ich es immer tat.»
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