Exklusiv: So soll das Suzuki-Werksteam 2018 aussehen

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Die neue Suzuki GSXR-1000 sehen wir dieses Jahr lediglich in nationalen Meisterschaften – in MotoAmerica, IDM und BSB gibt es offizielle Teams. Der Superbike-WM-Einstieg klappt nur, wenn sich ein großer Sponsor findet.

Das US-Team Yoshimura hat bereits bei der Präsentation der neuen Suzuki GSX-R1000 im Oktober 2016 in Köln gegenüber SPEEDWEEK.com gesagt, dass sie 2018 nicht das WM-Team stellen werden, aber maßgeblich in die Entwicklung des Motorrads eingebunden sind. Und das sehr erfolgreich: Toni Elias und Roger Lee Hayden liegen nach 14 von 20 Läufen in der Gesamtwertung auf den Rängen 1 und 3, neun Rennen gewann Suzuki bereits.

In Europa schaut es hingegen trist aus: Weder in Großbritannien noch in Deutschland ist Suzuki podestfähig, kein Suzuki-Fahrer liegt im Gesamtstand in den Top-8.

Bennetts Suzuki, in der Britischen Meisterschaft mit Sylvain Guintoli und Taylor Mackenzie unterwegs, hat weder die personellen noch finanziellen Ressourcen, um in die WM aufsteigen.

«Natürlich könnte sich Suzuki auch mit einem bestehenden WM-Team verbünden», ist IDM-Teameigentümer Denis Hertrampf bewusst. «Ich glaube aber nicht, dass sie sagen, hier hast du Geld und mach. Bisher sind die Gespräche klar so, dass man sagt, das haben wir bisher, wir würden gerne auf Suzuki starten, wie können wir zusammenkommen.»

Das Exklusiv-Interview von SPEEDWEEK.com.

Denis, mal angenommen, ihr bekommt das Budget für 2018 zusammen: Hast du mit Suzuki Japan schon über Unterstützung gesprochen?

Wir sind über Suzuki Deutschland und Suzuki Europa seit Anfang des Jahres in Kontakt. Alle wichtigen Kontakte sind geknüpft, sobald wir das Budget beisammen haben, können wir loslegen. Wir sind jetzt an dem Punkt, wo der Schalter umgelegt werden kann.

Wie viel Budget brauchst du für zwei Fahrer?

Man kann ungefähr von zwei Millionen Euro im Jahr ausgehen. Wobei das anfangs etwas mehr wird und hinten raus über drei Jahre etwas weniger.

Anfangs brauchen wir Entwicklungszeit, die Gespräche mit Yoshimura laufen. Sie sind in MotoAmerica bereits in einigen Teilbereichen am entwickeln. Dann haben wir schon mit Kalex über eine Schwinge gesprochen.

Suzuki Japan ist froh, wenn es 2018 ein offizielles Team gibt. Sie sind aber nicht bereit, selbst eine größere Summe in die Hand zu nehmen, um in der Superbike-WM etwas auf die Bein zu stellen?

Da müsste man mal «größere Summe» beziffern. Wenn eine größere Summe eine sehr große Summe ist, dann ist das richtig. Eine nicht unerhebliche Summe wurde mündlich bereits zugesagt. Wobei noch nirgendwo eine Unterschrift drunter ist, das sind alles Vorgespräche.

In der IDM fahren wir in den Hersteller-Farben, so eine Vereinbarung könnte es auch für die Superbike-WM geben. Wir machen das seit Jahren und sind bekannt bei Suzuki, wir sind auch Yoshimura-Importeur für Deutschland und Österreich. Somit haben wir eine gute Kommunikationsgrundlage für dieses Thema.

Wenn der Vertrag mit dem geplanten Hauptsponsor Eighty One Powerdrink nicht zustande kommt: Hast du einen Plan B?

Den habe ich, ja. Zum jetzigen Zeitpunkt ist dieser aber nicht realistisch.

Du hättest die Möglichkeit, einen Fahrer zu setzen?

Genau. Ein Fahrer liegt bei mir, einen darf Suzuki bestimmen. So ist das vorbesprochen und so wird es auch kommen.

Willst du Dominic Schmitter für die WM behalten?

Ich bin sehr zufrieden mit Dominic, der macht das prima. Wir haben dieses Jahr mit dem neuen Motorrad einige Aufgaben zu stemmen, wir entwickeln ja alles selber. Das macht er sehr gut. Wir haben nur das Problem, dass wir noch mit der Serienelektronik fahren. Die ist zwar umgebaut und geflasht und wir haben auch recht tiefen Zugriff. Aber das ist immer noch etwas anderes, wenn man mit einer endentwickelten Kit-Elektronik fährt.

Dazu haben wir das Problem, dass das IDM-Reglement begrenzt ist. Man muss viele Serienteile fahren. Wenn man kurzfristige Lösungen für einige Bereiche hätte, dürfen wir sie nicht einsetzen.

Von daher bin ich mit Dominic und auch Vittorio Iannuzzo sehr zufrieden. Was wir auf die Zu-erledigen-Liste setzen müssen ist, dass sie mal ein skalierbares Ergebnis einfahren. Das ist das Einzige, was uns fehlt. Wir haben den Speed, wir sind vom Speed auf der Strecke immer Top-5. Vito fuhr in Assen die viertschnellste Rennzeit, obwohl der Reifen einging. Dominic fuhr von Platz 24 auf 9.

Wen hat Suzuki auf der Liste?

Das kann ich nicht sagen, da würde ich für Suzuki sprechen.

Sylvain Guintoli macht sich große Hoffnungen und hat auch die richtigen Kontakte.

Das ist sicher jemand, der das machen kann. Gerade mit Blick auf die Entwicklung wäre das ein guter Mann. Seine Klasse und seine Erfahrung sind unbestritten. Auch Toni Elias ist sehr schnell und hat viel Erfahrung.

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