Marco Melandri (Ducati): Sieg nach 18 Monaten Pause

Von Sascha Weingrill
Superbike-WM

Nach 18-monatiger Abstinenz gab Marco Melandri in Australien 2017 sein Comeback in der Superbike-WM. Mit WM-Rang 4 und einem Laufsieg zog er sich gekonnt aus der Affäre.

Nach acht punktelosen Rennen in der MotoGP-Saison 2015 wurde Marco Melandri im Aprilia-Team ersetzt. Weil der Italiener einen Ruf als Diva hatte und sich negativ über seinen Arbeitgeber äußerte, fand er erst nach einer Zwangspause von 1,5 Jahren einen neuen Arbeitgeber. Im Aruba Ducati Werksteam gab Melandri in der Superbike-WM 2017 sein Comeback. Melandri, der im August seinen 35. Geburtstag feierte, konnte mit 13 Podestplätzen eindeutig beweisen, nichts von seinem Können verlernt zu haben. Ihm gelang auch ein Sieg beim Heimrennen in Misano (Lauf 2).

Gleich zu Beginn der abgelaufenen Saison zeigte der Italiener, dass mit ihm zu rechnen ist. Mit sechs Podestplätzen in den ersten acht Rennen verdeutlichte er, nicht nur der Teamkollege von WM-Anwärter Chaz Davies sein zu wollen. Mit 327 Punkten und WM-Rang 4 blieb Melandri letztlich doch deutlich hinter seinem Ducati-Teamkollegen Davies (Vize-WM/403 Pkt.) zurück. Immerhin konnte er sich in Jerez mit neuem Rundenrekord eine Poleposition sichern.

In der Statistik «Schnellste Rennrunde» belegt Melandri sogar den dritten Rang. Mit vier schnellsten Rennrunden musste er sich nur Weltmeister Jonathan Rea (Kawasaki/14) und Davies (5) geschlagen geben. Alles in allem eine gelungene Comeback-Saison für den Italiener, der neben vier Ausfällen nur weitere zwei Mal (Misano Lauf 1 und Katar Lauf 2) außerhalb der Top-5 landete.

Obwohl der 20-fache Laufsieger das zweite Misano-Rennen gewann, vergab er dort einen möglichen Doppelsieg. Mit nur geringem Rückstand auf Rang 3 liegend kam er zu Sturz. Kurz danach stürzten auch die beiden Piloten vor ihm. Noch schlimmer traf es ihm beim ersten Rennen in Jerez: Melandri übernahm in Runde 7 die Führung, als ihm in Führung liegend in Runde 15 bei einem Bremsmanöver die Ducati Panigale R ausging – anstatt eines weiteren Sieges, musste er sich mit null Punkten abfinden.

Für die Superbike-WM 2018 bleibt der aus Ravenna stammende Italiener im Team von Aruba Ducati. Wie bereits Anfang 2017 angekündigt, lautet das Minimalziel erneut den eigenen Teamkollegen hinter sich zu lassen. Wie weit es nach vorne gehen wird, hängt auch stark von der Entwicklung bei Duacti ab. Beim ersten Wintertest in Jerez Ende November fand man die Panigale R noch unverändert vor.

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