Weshalb Michael van der Mark nicht zu Kawasaki ging

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Michael van der Mark bleibt Yamaha bis Ende 2020 treu

Michael van der Mark bleibt Yamaha bis Ende 2020 treu

Für viele überraschend, hat Kawasaki für die Superbike-WM 2019 Leon Haslam als Teamkollege von Jonathan Rea verpflichtet. Die Verhandlungen mit Yamaha-Ass Michael van der Mark waren weit fortgeschritten.

Bis Anfang Juni deutete vieles darauf hin, dass Kawasaki-Werksfahrer Tom Sykes und Yamaha-Youngster Michael van der Mark für 2019 die Plätze tauschen würden.

Noch Anfang Juni meinte der Niederländer zu einem möglichen Wechsel zu Kawasaki: «Wenn man diese Chance erhält, dann ergreift man sie. Kawasaki ist das Team, welches die letzten paar Meisterschaften gewann. Sie stecken seit vielen Jahren sehr viel Arbeit in dieses Projekt. Wenn du heute zu Kawasaki gehst, bekommst du das beste Motorrad. Das war aber nicht immer so, sie haben lange dafür gebraucht. Ich kann auch bei Yamaha bleiben und wir entwickeln unser Motorrad bis zu diesem Punkt. Das ist eine schwierige Entscheidung, beides birgt Vor- und Nachteile.»

Am 20. Juli wurde van der Marks Vertragsverlängerung bei Yamaha bekanntgegeben, und die von Alex Lowes gleich mit. Fünf Tage später präsentierte Kawasaki Leon Haslam als Nachfolger von Sykes.

Zum ersten Mal bestimmte nicht das spanische Provec-Team den Fahrer, sondern Kawasaki Heavy Industries setzte sich durch. Die japanischen Manager wollen den 35-jährigen Haslam für seine Loyalität, seine Erfolge in der Britischen Meisterschaft und seine Arbeit für das Suzuka-Projekt belohnen. Außerdem hoffen sie, dass mit Haslam Ruhe ins Team einkehrt – Sykes und Rea stehen seit 2015 miteinander auf Kriegsfuß.

Michael, wieso hast du dich erneut für Yamaha entschieden?

Weil wir jetzt Rennen gewinnen. Davor hatten wir gute Ergebnisse, wir waren aber nicht so gut, wie wir uns das erhofften. Als wir anfingen uns über den Vertrag zu unterhalten, kam der erste Sieg. Und ich erwarte noch deutlich mehr von diesem Motorrad.

Als ich vor zwei Jahren zu diesem Projekt stieß, war es bereits ein Jahr alt. Es ist schön zu sehen, welche Fortschritte wir seither gemacht haben.

Bei Kawasaki ist Jonathan Rea die unumstrittene Nummer 1. Trug das auch zu deiner Entscheidung bei?

Nummer 1 ist, wer schneller fährt.

Bei Yamaha haben wir zwei Fahrer auf dem gleichen Level, bei uns gibt es keine Nummer 1 und 2 – was gut ist. Wir holen beide alles aus diesem Motorrad.

Welche Rolle spielte Geld?

Geld ist nicht das Wichtigste.

Wie ich sagte, wir begannen zu siegen. Das ist, was ich will. Bei Kawasaki hätte ich vielleicht einfacher gewinnen können, aber das war es nicht wert. Ich wachse mit dem Yamaha-Projekt.

Macht es finanziell einen großen Unterschied, ob du für das Werksteam von Yamaha, Ducati oder Kawasaki fährst?

Die sind alle auf dem gleichen Level – nur Johnny Rea ist außen vor. Er gewann die letzten drei WM-Titel.

Yamaha bezahlt uns gut. Für mich ist Stabilität das Wichtigste.

Bevor du bei Yamaha unterschrieben hast: Wie weit waren deine Verhandlungen mit Kawasaki?

Ich hatte ein Angebot.

Unterschriftsreif?

Nein, das nicht. Sie machten mir ein Angebot und wir sprachen darüber. Ich glaube, ich war damals der Einzige, der ein Angebot hatte.

Hat es dich überrascht, dass sie später Leon Haslam verpflichtet haben, der zehn Jahre älter ist als du?

Für Leon ist das eine Riesenchance und er verdient sie auch. Aus Meisterschaftssicht ist er aber nur ein weiterer Brite. Ich hätte deshalb gerne ein Fahrer aus einem anderen Land in dem Team gesehen.

Einige Experten haben erwartet, dass Kawasaki den 21-jährigen Toprak Razgatlioglu ins Werksteam holt, wenn sie dich nicht bekommen können.

Ja, nach seinem zweiten Platz in Donington haben das viele gedacht. Aber da hatte er schon für Puccetti unterschrieben.

Vielleicht ist er auch noch nicht bereit dafür, er hatte dieses Jahr viele Aufs und Abs. Vielleicht erwartet Kawasaki von ihm konstantere Leistungen.

In seinem jetzigen Team kann er viel lernen, für Toprak ist das vielleicht besser.

Wenn du jung bist, willst du für ein Werksteam fahren. Rückblickend ist es aber manchmal besser, für ein Privatteam zu fahren. Da herrscht weniger Druck.

Vielfache Laufsieger wie Sykes, Melandri und Laverty haben noch keinen Job für nächstes Jahr. Ist das nicht seltsam?

Ja, das ist so.

Im MotoGP-Paddock verpflichten sie alle Fahrer innerhalb der ersten vier Monate des Jahres. Wir sind kurz vor Saisonende und es sind noch so starke Fahrer zu haben. Tom war Weltmeister. Ich hoffe, dass diese Jungs bald ein Team finden.

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