Superbike-WM

Kurskorrektur: Yamaha musste die Ur-Idee verwerfen

Von - 06.01.2019 17:09

Erstmals rüstet Yamaha in der Superbike-WM 2019 zwei Teams mit Werksmaterial aus. Der 36-jährige Marco Melandri kam nur unter, weil der japanische Hersteller zum Umdenken gezwungen wurde.

Als zur Jahresmitte 2018 die Idee aufkam, dass Yamahas damaliges Supersport-Aushängeschild GRT für dieses Jahr in die Superbike-WM aufsteigen soll, geschah dies mit dem Namen Marco Melandri im Hinterkopf.

Für Teameigentümer Mirko Giansanti und seinen Teammanager Filippo Conti war die Überlegung einfach: Mit Melandri hätten sie ein Zugpferd für Sponsoren, der in Italien für die nötige mediale Aufmerksamkeit sorgen würde. Und Melandri, der 2011 mit Yamaha seine beste Superbike-Saison erlebte und Vizeweltmeister wurde, hatte Yamaha immer als Plan B im Hinterkopf, falls es nach zwei Jahren mit Ducati nicht weitergeht.

Doch mit Voranschreiten der GRT-Pläne kristallisierte sich zunehmend heraus, dass Yamaha das Satelliten-Team gerne dazu nutzen würde, um verdiente Yamaha-Piloten in die Superbike-WM zu hieven.

Lucas Mahias (29), Supersport-Weltmeister 2017, war von Anfang an gesetzt. Sandro Cortese, der heute seinen 29. Geburtstag feiert, hatte als Supersport-Champion des letzten Jahres ebenfalls stets gute Karten. Es wurde aber auch mit den jüngeren Federico Caricasulo (22) und Florian Marino (25) gesprochen.

Erst als sich der langjährige Yamaha-Zögling Mahias im Oktober für das Puccetti-Team entschied und damit zu Kawasakis Nummer 1 in der Supersport-WM wird, verpflichtete GRT Yamaha Cortese und Anfang November den 36-jährigen Melandri.

Damit ist das Duo Cortese/Melandri im Schnitt fünf Jahre älter als die Fahrer des Pata-Werksteams, Michael van der Mark (26) und Alex Lowes (28).

«Unser ursprünglicher Plan war, zwei Rookies einzusetzen, Mahias und Cortese», schilderte Yamaha-Rennchef Andrea Dosoli im Gespräch mit SPEEDWEEK.com. «Beide sind Supersport-Weltmeister, sie sollten die Möglichkeit haben aufzusteigen. Das würde der Meisterschaft helfen und auch die richtigen Signale an junge Fahrer aussenden. Ich weiß, dass die zwei angesprochenen Fahrer nicht jung sind, aber sie verdienen es Superbike zu fahren und sie sind Rookies. Als sich Mahias anders entschied, mussten wir umdenken. Es gibt einige Fahrer in der Yamaha-Familie, die wir hätten wählen können. Wir zogen aber auch in Betracht, einen erfahrenen Piloten zu verpflichten.»

Dieser Gedankengang rettete die WM-Karriere von Melandri, der 22-fache Laufsieger hätte ansonsten beim Team Attack Yamaha für die US-Meisterschaft MotoAmerica unterschrieben.

«Ein solcher Fahrer kann dem Team helfen, die gesteckten Ziele zu erreichen und die Herausforderung zu meistern», sagt Dosoli über seinen langjährigen Freund Melandri, mit dem er bereits 2009 in der MotoGP-WM bei Hayate und zwei Jahre später im damaligen Superbike-Werksteam von Yamaha gearbeitet hat. «So können zur richtigen Zeit die richtigen Entscheidungen getroffen werden. Außerdem kann er Cortese dabei helfen, sich an die neue Klasse anzupassen. Und Marco generiert Interesse bei Partnern und Sponsoren – das ist mit jungen Fahrern oder Rookies schwierig. Melandri war die beste Option, die wir in Betracht ziehen konnten. Er ist eine Schlüsselperson bei GRT. Dank ihm engagiert sich Pata als einer der wichtigsten Sponsoren.»

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Superbike-Rookie Sandro Cortese © Gold & Goose Superbike-Rookie Sandro Cortese Marco Melandri gewann bereits 22 Superbike-Rennen © Gold & Goose Marco Melandri gewann bereits 22 Superbike-Rennen Yamaha-Rennchef Andrea Dosoli (li.) mit Sandro Cortese © Gold & Goose Yamaha-Rennchef Andrea Dosoli (li.) mit Sandro Cortese Die Yamaha-Werksfahrer: Michael van der Mark vor Alex Lowes © Gold & Goose Die Yamaha-Werksfahrer: Michael van der Mark vor Alex Lowes
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