Der tiefe Fall des Loris Baz: Von MotoGP in BSB?

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Loris Baz ist weiterhin auf Teamsuche

Loris Baz ist weiterhin auf Teamsuche

2018 kehrte Loris Baz in die Superbike-WM zurück, fand für dieses Jahr aber kein erfolgversprechendes Team. Die drei Jahre zuvor fuhr der Franzose MotoGP, jetzt bleibt ihm nur noch eine nationale Meisterschaft.

Als Kawasakis Superbike-Werksteam nach dem schweren Unfall von Joan Lascorz am 2. April 2012 überraschend Eigengewächs Loris Baz aus der Superstock-Klasse heraus für den Rest der Saison verpflichtete, war das eine große Überraschung. Doch der Franzose bewies sein Talent und wurde auch für die Jahre 2013 und 2014 als Teamkollege von Tom Sykes unter Vertrag genommen. In 61 Rennen für Kawasaki eroberte er 14 Podestplätze, zwei Siege, zwei Poles und fuhr zwei schnellste Rennrunden. 2014 wurde er WM-Fünfter.

Seine anschließenden drei Jahre in der MotoGP-WM sind weit weniger erfolgreich, dort stand er aber auch immer bei Privatteams unter Vertrag. Seine Glanzmomente: Rang 4 für Forward Yamaha 2015 in Misano und die Ränge 4 und 5 für Avintia Ducati 2016 in Brünn und Sepang.

Für 2018 kehrte Baz in die Superbike-WM zurück und pilotierte im Althea-Team die einzige BMW S1000RR im Feld. Mit kaum Unterstützung vom Werk und von Verletzungen gebeutelt fuhr er in 25 Rennen 13 Mal in die Top-10 und überzeugte in Portimao und Doha als Sechster.

Trotzdem kam der Franzose für BMW nicht in Frage, als es um die Fahrerverpflichtung für 2019 ging. Im neuen werksunterstützten Team BMW Motorrad fahren Ex-Weltmeister Sykes und Superstock-Europameister Markus Reiterberger.

«So läuft es in dieser Welt», hielt Baz fest. «Ich weiß was es braucht, um in der Superbike-WM zu gewinnen. Ich war nicht auf der Liste, so ist es halt. Ich habe immer gesagt, was ich für dieses Jahr haben möchte ist ein Motorrad, mit dem ich an der Spitze fahren kann. Ich werde nirgends unterschreiben, nur um in der Startaufstellung zu stehen.»

Was Baz über konkurrenzfähiges Material sagt, gilt nicht nur für die Superbike-WM, sondern auch für nationale Meisterschaften. In Großbritannien ist nur noch ein Spitzenmotorrad frei, die zweite Suzuki GSX-R1000R neben Bradley Ray im Buildbase-Team. Er verhandelt deshalb auch mit Teams in der Französischen und Spanischen Meisterschaft und testete vor wenigen Tagen in Valencia eine Kawasaki ZX-10RR.

«Ich bin erst 25 Jahre alt, es wird sich schon noch etwas ergeben», hofft Baz. «Wenn ich bis jetzt warten muss, damit sich etwas Gutes ergibt, dann tue ich das.»

Baz ist einer von acht Fixstartern aus der Superbike-WM 2018, der sich für dieses Jahr einen Job in einer anderen Meisterschaft suchen muss.

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