Verblüffender Sandro Cortese: So schnell wie Melandri

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Supersport-Weltmeister Sandro Cortese hat sich auch an seinem dritten Testtag mit dem Yamaha-Superbike tadellos geschlagen. Der Schwabe aus dem Giansanti Racing Team fährt in Jerez auf Augenhöhe mit den Yamaha-Assen.

Am ersten von zwei Testtagen in Jerez war im vier Mann starken Yamaha-Lager lediglich Alex Lowes ein Ausreißer: Während der Engländer mit 0,008 sec Vorsprung auf Weltmeister Jonathan Rea (Kawasaki) Bestzeit fuhr, landeten Michael van der Mark, Marco Melandri und Sandro Cortese auf den Rängen 6, 7 und 8 – nur durch 0,156 sec getrennt.

«Ein positiver Tag», fasste Cortese zusammen, als er sich im GRT-Auflieger mit SPEEDWEEK.com traf. «Wir mussten wieder bei Null anfangen, wegen des neuen Asphalts hat gar nicht mehr funktioniert. Das Motorrad ist jetzt auch etwas anders, als ich es im November gefahren bin. Damals war das Bike noch etwas zusammengewürfelt, jetzt ist es so, wie ich es in der Saison fahren werde. Mitte des Tages strauchelte ich etwas, dann fanden wir eine Abstimmung, die mir entgegenkam. Wir haben noch einen Haufen Arbeit. Wir fahren mit gebrauchten Reifen immer mehr als eine Renndistanz, damit ich klarkomme.»

Sagt es etwas aus, dass du schon jetzt auf dem Level des WM-Dritten van der Mark und des 22-fachen Laufsiegers Marco Melandri fährst? «Natürlich bin ich erfreut, dass es im Moment positiv läuft», grinste der 29-Jährige. «Es werden auch wieder andere Strecken kommen. Ich bin gespannt auf den nächsten Test in Portimao, das wird eine andere Hausnummer. Jerez kenne ich sehr gut, in Portimao tat ich mir mit der Supersport-Maschine am Anfang sehr schwer. Jetzt läuft es gut, ich bin aber auch darauf eingestellt, dass ich auf Strecken komme, auf denen wir gleich Rennen fahren, und es dort schwieriger sein kann. Aber ich habe ein gutes Team um mich herum, wir arbeiten alle in eine gute Richtung.»

Erst letzte Woche wurde die Neuasphaltierung des Circuit de Jerez abgeschlossen, am Mittwochmorgen lagen die Zeiten zu Beginn 10 sec über der normalen Pace. Zum Schluss fehlte noch zirka eine Sekunde. «Am Anfang hat es noch das Öl rausgedrückt, der Asphalt hat geschwitzt», erklärte der Supersport-Weltmeister. «Am Nachmittag war es besser, am Donnerstag wird es noch mal um einiges besser. Zu 80 Prozent ist der neue Asphalt ein Fortschritt, die Kurven 7 und 8 haben sie kaputt gemacht. Da sind jetzt aus unerklärlichen Gründen Wellen drin, zehnmal schlimmer als vorher. Dafür ist der Rest ganz okay.»

Während zuhause in Berkheim Minusgrade herrschten und zeitweise auch ordentlich viel Schnee lag, trainierte Cortese in Spanien. Jetzt wird auch er von einem Schnupfen geplagt. «Ich war am Dienstag fünf Stunden daheim und am nächsten Morgen krank. Am 4. Januar bin ich los nach Cartagena, da war ich bis zum 15. Dann fuhr ich nach Sevilla zum Yamaha-Kongress. Von dort bin ich nach Verona zur Teampräsentation geflogen, von dort nach Memmingen heim und am Dienstag wieder nach Sevilla und dann nach Jerez. Eine Woche war meine Freundin in Spanien dabei und in Verona auch.»

Zeiten Jerez-Test, Mittwoch:

1 Alex Lowes (GB), Yamaha, 1:40,442 min
2 Jonathan Rea (GB), Kawasaki, 1:40,450
3 Tom Sykes (GB), BMW, 1:40,8
4 Leon Haslam (GB), Kawasaki, 1:40,877
5 Toprak Razgatlioglu (TR), Kawasaki, 1:41,001
6 Michael van der Mark (NL), Yamaha, 1:41,047
7 Marco Melandri (I), Yamaha, 1:41,119
8 Sandro Cortese (D), Yamaha, 1:41,203
9 Chaz Davies (GB), Ducati, 1:41,375
10 Alvaro Bautista (E), Ducati, 1:41,857
11 Jordi Torres (E), Kawasaki, 1:41,973
12 Markus Reiterberger (D), BMW, 1:42,4
13 Leandro Mercado (RA), Kawasaki, 1:42,886
14 Eugene Laverty (IRL), Ducati, 1:43,376
15 Michael Ruben Rinaldi (I), Ducati, 1:43,973
16 Alessandro Delbianco (I), Honda, 1:45,437

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