Sensation: Ten Kate Yamaha will in drei WM-Klassen

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM

Entweder Mitte Mai in Imola oder Anfang Juni kehrt Ten Kate mit Yamaha und Neuverpflichtung Loris Baz in die Superbike-WM zurück. Mittelfristig hat das Team aus den Niederlanden ambitionierte Pläne.

Der Superbike-WM-Event in Assen am kommenden Wochenende findet ohne das Heimteam Ten Kate Racing aus Nieuwleusen statt. Das gab es zum letzten Mal 1993!

Nach der Trennung von Honda im Oktober 2018 einigte sich Ten Kate für die Saison 2019 mit Yamaha, Loris Baz wird identisches Material bekommen wie die bisherigen vier Fahrer Alex Lowes und Michael van der Mark aus dem Werksteam sowie Marco Melandri und Sandro Cortese aus dem Giansanti Racing Team. An der Rennstrecke ist das Team allerdings mehr auf sich selbst gestellt, Yamaha kann Ten Kate nicht in dem Umfang betreuen wie die anderen beiden Teams.

Ob das Material bereits für die Rennen in Imola vom 10. bis 12. Mai zur Verfügung steht, oder ob Ten Kate Yamaha für Jerez am zweiten Juni-Wochenende in die Superbike-WM zurückkehrt, entscheidet sich kurzfristig.

Für Teamprinzipal Ronald ten Kate ist klar, dass seine Truppe nicht lange die dritte Geige spielen soll. Der Niederländer strebt an, mittelfristig das Werksteam zu bekommen, welches seit 2016 vom britischen Crescent-Team von Paul Denning gestellt wird.

«Natürlich ist das unser Ziel», betonte ten Kate im Gespräch mit SPEEDWEEK.com. «Ich wäre dumm und würde lügen, würde ich sagen, dass wir die Nummer 3 bleiben wollen. Zuerst müssen wir aber zu voller Stärke zurückfinden. Wir arbeiten bereits an den Plänen für 2020, dann wollen wir wieder zwei starke Fahrer in der Startaufstellung haben. Innerhalb eines halben Jahres werden wir es kaum schaffen, für 2020 das Referenzteam zu werden. Aber mittel- bis langfristig muss das unser Ziel sein. Wir starten mit dem gleichen Material wie Crescent, das Referenzteam. Aber für uns ist es selbstverständlich, dass wir Teile am Motorrad selbst entwickeln.»

Und ergänzte hoffnungsvoll-vielsagend: «Wir haben bei Honda erlebt, dass große Firmen umstrukturieren. Yamaha hat bereits in MXGP umstrukturiert.»

Der Vertrag zwischen Crescent und Yamaha lief für 2016 bis 2018 über drei Jahre, der aktuelle endet nach der Saison 2020. Ten Kate kann also frühestens 2021 in die Bresche springen.

Bei Yamaha bietet sich Ten Kate die einmalige Möglichkeit, in allen drei Klassen Supersport 300, Supersport 600 und Superbike mit siegfähigem Material anzutreten. Kawasaki und Honda haben auch Bikes für alle drei Klassen. Aber Kawasaki ist mit der zehn Jahre alten ZX-6R in der Supersport-WM seit November 2017 ohne Sieg. Und Honda fährt mit seinen veralteten Maschinen in allen drei Klassen hinterher.

Ten Kate wurde mit Honda durch neun Fahrer-Titel zum erfolgreichsten Team der Supersport-WM. Ist die Rückkehr in die mittlere Klasse ein Thema für euch?

«Als wir den Vertrag mit Yamaha unterschrieben hatten, machten wir eine Flasche Champagner auf», schmunzelte ten Kate. «Bereits da dachte Gerrit ten Kate laut darüber nach, ein volles Line-up mit R3, R6 und R1 zu haben. In einem Satelliten-Team oder auch im eigenen. So könnten wir junge Fahrer heranziehen, wie wir es früher getan haben. Auch für Ten Kate Racing Products ist es wichtig, eng mit Teams zusammenzuarbeiten, um Teile zu entwickeln. Davor haben wir aber noch eine Million andere Dinge zu erledigen. Längerfristig wollen wir in allen drei Klassen präsent sein. Schon jetzt zeigen einige Supersport-Teams Interesse an Motoren von uns, nach dem Event in Assen werden wird auf unserem Prüfstand Vergleichstests fahren. Vielleicht tauchen unsere Motoren schon dieses Jahr wieder in der WM auf. Über die letzten Monate haben wir eine Supersport-Maschine entwickelt, deren Motor bereits konkurrenzfähig ist.»

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