Superbike-WM

BMW-Teamchef Muir: «Wir geben Reiterberger nicht auf»

Von - 03.07.2019 17:20

Nach dem ersten Podestplatz der neuen S1000RR, ist BMW im Aufwind. «Viele Topfahrer werden uns bald als ein Team einschätzen, mit dem man die Meisterschaft gewinnen kann», glaubt Teamchef Shaun Muir.

Zwischen dem zweiten Platz von Marco Melandri am 20. Oktober 2013 in Jerez und dem zweiten Platz von Tom Sykes in Misano, musste BMW 68 Monate lang auf einen Podestplatz in der Superbike-WM warten – über fünfeinhalb Jahre!

Der letzte Sieg liegt noch zwei Monate länger zurück: Dieser gelang Chaz Davies am 1. September 2013 auf dem Nürburgring.

Mit Donington Park und Laguna Seca stehen jetzt zwei Events an, für die sich Aushängeschild Tom Sykes große Chancen ausrechnet und bei denen Markus Reiterberger an seine starken Assen-Ergebnisse (zweimal Platz 6) anknüpfen will.

SPEEDWEEK.com sprach mit BMW-Teamchef Shaun Muir.

Shaun, in Misano habt ihr für den ersten Podestplatz mit dem neuen Motorrad gesorgt. Ist es nur eine Frage der Zeit, bis der erste Sieg folgt?

BMW wird wieder gewinnen, das ist klar.

Dass Motorsport-Direktor Marc Bongers und ich gut zusammenarbeiten, macht es viel einfacher.

Unser Ruf ist jetzt auch gut genug, um für Spitzenfahrer interessant zu sein. So kamen wir zu Tom Sykes. Dadurch, dass wir mit diesem neuen Projekt schon so früh Erfolg haben, sind wir jetzt auch für andere Fahrer interessant. Die BMW ist ein aufstrebendes Motorrad, so ergeben sich Möglichkeiten. Viele Topfahrer werden uns schon bald als ein Team einschätzen, mit dem man die Meisterschaft gewinnen kann. Dann werden sie uns als sichere Bank betrachten.

Würde es für BMW Sinn machen, zwei Fahrer auf dem Level des 34-fachen Laufsiegers und Weltmeisters Tom Sykes zu haben?

An diesem Punkt sind wir noch nicht, es gilt auch einige Dinge zu beachten.

Zuerst einmal übertreffen die Fortschritte der Fahrer und des Teams unsere Erwartungen.

Markus Reiterberger kam in Assen auf einen sehr guten Level, den erwartet er jetzt immer. Es fällt ihm aber sehr schwer, seinen Stil an das Motorrad anzupassen. Zuerst muss er das Rennen fahren wieder genießen – zuletzt machte ihm gar nichts daran Freude. Momentan liegen die Leistungen von Tom Sykes und Markus Reiterberger eine Welt auseinander. Markus ist aber viel besser als das, was er die letzten Rennen gezeigt hat. Er sollte mit diesem Motorrad gut genug sein für die Top-8, mit Leuten wie Cortese kämpfen und vor ihnen fahren.

Ich will ganz offen sein: In der Superbike-WM ist kein Platz für Sentimentalität. Wenn es dein Budget erlaubt, dann verpflichtest du den bestmöglichen Fahrer. Zu Beginn dieses Projekts gab es viel rührselige Unterstützung für ihn: Weil er Deutscher und BMW ein deutscher Hersteller ist und Markus gerade Superstock-Europameister wurde. Jedem war klar, dass er beim ersten Mal in der Superbike-WM nur eine halbgare Möglichkeit hatte, deshalb erhielt er eine zweite Chance.

Was sinnvoll ist. Wir können aber nicht mehr tun, als unser Bestes geben und versuchen, einen Fahrer an die Spitze zu bringen. Jetzt liegt alles in seinen Händen. Ich möchte mehr als jeder andere, dass unsere jetzigen Fahrer Erfolg haben.

Markus muss an sich arbeiten, das habe ich auch seinem Manager Werner Daemen gesagt. Er hat dieses Jahr eine riesige Chance und muss sie ergreifen.

Für viele Experten ist es nicht eine Frage des Talents, sondern wie er mit der Situation umgeht. Wie beurteilst du das?

Er braucht einen Manager, der sich um jeden noch so kleinen Aspekt kümmert: Mental, körperlich, was auf der Strecke geschieht und drum herum. Sein gesamtes Umfeld – Vater, Mutter, Bruder, Manager – sie alle müssen alles unternehmen, was ihm seinen Job in meinem Team für nächstes Jahr sichert. Dann kann er als Fahrer im BMW-Werksteam weitermachen.

Momentan macht Markus nicht alles, was notwendig ist – einige stellen deshalb seine Attitüde in Frage.

In Donington hat er Werner wieder an seiner Seite, in Laguna auch – er braucht ihn.

Zuletzt saß ich mit seinem Crew-Chief und seinen Mechanikern zusammen und habe sie angespornt. Wir geben Markus nicht auf, wir unternehmen alles, um das Maximum aus ihm herauszuholen. Ich saß nach jeder Session neben ihm, arbeite und rede mit ihm. Wenn du nur einen Unterschied von einem Prozent herausholst, dann macht das schon etwas aus.

Gleichzeitig sage ich aber auch, dass er einen Riding-Coach braucht, der immer an seiner Seite ist, im selben Hotelzimmer schläft und mit ihm reist. Du brauchst jemanden, der dir einen anderen Blickwinkel gibt.

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