Superbike-WM

Stecker ziehen unumgänglich? Sorgen der Privatteams

Von - 24.07.2019 14:07

Die spanische Orelac-Truppe möchte für die Superbike-WM 2020 zum offiziellen Satelliten-Team werden. Manager Giulio Bardi erzählte was sich ändern muss, damit sich Geld ausgeben weiter lohnt.

Beinahe alle Privatteams in einer Weltmeisterschaft haben die gleichen Sorgen: Sie sind finanziell nicht auf Rosen gebettet, hätten gerne mehr Unterstützung von einem Hersteller, und daraus resultierend die Möglichkeit bessere Resultate zu erobern, um so für schnellere Fahrer attraktiv zu werden.

Das Orelac-Team in der Superbike-WM bildet keine Ausnahme. Die Spanier stiegen 2018 mit Leandro Mercado in die Superbike-WM ein, der Argentinier schaffte es mit der Kunden-Kawasaki seither achtmal in die Top-10, zur Sommerpause ist er mit 48 Punkten WM-15.

2020 würde Teammanager Giulio Bardi gerne enger mit einem Hersteller zusammenarbeiten, in Frage kommt dafür derzeit nur BMW.

«Wir brauchen einen Funken Hoffnung, damit es für uns Sinn macht, weiter in der Meisterschaft zu bleiben», so Bardi. «Jedes Privatteam denkt darüber nach, den Stecker zu ziehen, auch wenn das keiner will. Wenn sich Dinge nicht ändern und du gibst dein Bestes, dann wird es sinnlos Geld auszugeben. Wenn es zum Wohle des Teams notwendig ist, sich nach einer anderen Meisterschaft umzusehen, dann mache ich das.»

«Das größte Problem der Superbike-WM ist, dass nicht genügend Fahrer in der Startaufstellung stehen», glaubt der Italiener. «Ein Werksteam kann es sich nicht leisten, Letzter zu werden. Und ein Privatteam kann maximal zeigen, was Toprak Razgatlioglu in Laguna Seca mit Podestplätzen tat oder Xavi Fores letztes Jahr. Großartig an SBK ist, dass ein gut vorbereitetes Team mit einem starken Fahrer ab und zu vorne anklopfen kann. Wenn sich aber eine Situation ergibt, in welcher ein Hersteller regelmäßig Letzter wird, dann kreiert das einen Domino-Effekt. Du kannst nicht nur 18 Fahrer in der Startaufstellung haben und dann 13. werden. Wenn ich einem Sponsor erzähle, dass wir sehr gut waren und das Rennen in den Top-10 beendeten, er sich das Ergebnis anschaut und feststellt, dass wir Drittletzter wurden, dann lässt sich das schwer rechtfertigen.»

Bardi abschließend: «Die besten Jahre erlebte die Superbike-WM, wenn 25 oder 26 Fahrer auf dem Grid standen. Bei weniger gibt es kein richtiges Rennen. Ich stimme der Dorna zu wenn sie argumentieren, dass das Feld von vorne nach hinten aufgefüllt werden soll. Aber wenn das nicht geht, dann musst du es von hinten her auffüllen. Limonade musst du aus den Zitronen machen, die du hast. Du willst Qualität? Dann musst du in diese investieren. Wenn das nicht geht, musst du um die Quantität schauen. Als Promoter kannst du die Qualität steigern, in dem du investierst und hilfst. Das ist eine Reise und harte Arbeit. Ich sehe als Teammanager gewisse Probleme, und dass sich diese seit einigen Jahren nicht geändert haben. Vielleicht sind unsere Ziele zu hoch gesteckt und wir müssen unsere Ansprüche zurückschrauben.»

Die Weltmeisterschaft 2019 begann mit 18 Fahrern; seit Ten Kate Yamaha Anfang Juni zurückkehrte, sind es 19. Promoter Dorna wünscht sich 22 bis 24 Fahrer, diese sollen aber ebenso wie ihre Teams auf einem hohen Niveau sein und nicht nur die Startaufstellung füllen, wie das in der Vergangenheit der Fall war.

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