Chaz Davies: Kein Verständnis für Rea-Entscheidung

Von Gordon Ritchie
Superbike-WM
Jonathan Rea (li.) mit Chaz Davies

Jonathan Rea (li.) mit Chaz Davies

Seit dem Skandalrennen in San Juan sind die Piloten der Superbike-WM gespalten. «Johnny Rea hätte den Ausschlag geben können», sagt Ducati-Werksfahrer Chaz Davies als einer von sechs Streikenden.

Beim Schneerennen in Assen und dem Regenrennen in Imola waren sich die Superbike-Piloten, Promoter Dorna und die Offiziellen des Motorrad-Weltverbands FIM einig: Unter solchen Bedingungen kann kein Rennen gefahren werden.

Vergangenen Samstag gingen die Meinungen bezüglich des Zustands des San Juan Villicum Circuits weit auseinander. Ein Teil der Fahrer bezeichnete die Zustände als «lebensgefährlich», einige verhielten sich neutral, andere wie Weltmeister Jonathan Rea sahen kein Problem darin, Rennen zu fahren. Obwohl nur auf der Ideallinie ansatzweise Grip und die Strecke abseits davon stark verschmutzt war. Hinzu kam, dass auf sämtlichen frisch asphaltierten Stücken wegen der Hitze das Teeröl durch den Belag drückte.

«Ich bin froh, dass ich alle Rennen fahren konnte», sagte der fünffache Weltmeister Rea. «Die Streckenbedingungen sind, wie sie sind. Daraus müssen wir etwas lernen, so etwas darf nicht passieren. Aber alle haben ihr Bestes gegeben, damit der Event stattfindet. Der neue Asphalt ist eben, die Strecke ist breit und hat große Auslaufzonen. Für mich waren die Bedingungen nicht perfekt, aber wir waren dort, um Rennen zu fahren. Jeder gestartete Fahrer kam ins Ziel.»

Mit einem normalen Rennen hatten die 21 Runden am Samstag nichts zu tun, überholt wurde nur, wenn ein Fahrer einen Fehler machte und von der Ideallinie abkam. Die Piloten mussten extrem vorsichtig fahren, die Rundenzeiten waren 4 sec (!) langsamer als in den Rennen am Sonntag.

Für Sandro Cortese, Chaz Davies, Eugene Laverty, Leon Camier, Marco Melandri und Ryuichi Kiyonari waren das unzumutbare Verhältnisse, die sechs verzichteten konsequenterweise auf das Rennen. Sie machten ihrem Unmut hinterher deutlich Luft, dass sie von zwölf ihrer Fahrerkollegen im Stich gelassen wurden.

«Chaz Davies und Eugene Laverty sagten, ich sei der Weltmeister, ich sollte ihre Meinung teilen und mit ihnen zusammenstehen», hielt Rea fest. «Ich verstehe die Sichtweisen aller und will diesbezüglich keine negativen Kommentare von mir geben.»

Johnny Rea und Alvaro Bautista standen bereits vor den Rennen in Argentinien als Weltmeister und Vize fest. Sie hatten keinen Ergebniszwang und fuhren trotzdem.

Bautista hatte keinen Druck von Ducati zu fahren. Davies’ Entscheidung nicht zu starten, wurde vom Werk aus Bologna akzeptiert. Bei Rea war es wahrscheinlich anders. Im Fahrerlager von San Juan war zu hören, Kawasaki hätte seinen Werksfahrern Rea und Haslam mit einer 50.000-Euro-Strafe gedroht, sollten sie nicht antreten.

«Am Samstag konnte man kein Rennen fahren, unmöglich», unterstrich Chaz Davies im Gespräch mit SPEEDWEEK.com, nachdem er am Sonntag auf die Ränge 4 und 2 gebraust war. «Natürlich hätten wir fahren können, aber das ist nicht der Punkt. Der Punkt ist, dass die Mehrheit der Fahrer sagte, dass sie mit den Streckenbedingungen nicht glücklich sind. Aber nur ein paar zogen es letztlich durch. Ich verstehe die Position einiger Fahrer, etwa jener, die in der Weltmeisterschaft um Platz 3 kämpfen. Ihnen blieb nichts anderes übrig, deshalb sympathisiere ich mit ihnen. Fährt einer von ihnen, müssen alle fahren. Johnny hätte den Ausschlag geben können – und er tat es nicht.»

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