Scott Redding: «Ducati V4R und ich ein Siegerpaket»

Von Gordon Ritchie
Superbike-WM
Scott Redding beim Jerez-Test

Scott Redding beim Jerez-Test

Im Aruba.it Ducati Werksteam tritt Scott Redding in der Superbike-WM 2020 die Nachfolge von Álvaro Bautista an. Obwohl der Brite vier Rennstrecken nicht kennt, geht er selbstbewusst in seine Rookie-Saison.

Optisch ist Scott Redding ein kunterbunter Paradiesvogel, seinen Job als Rennfahrer geht der 26-Jährige aber extrem seriös nach. Nicht von ungefähr gewann der Brite in seiner ersten Saison in der Britischen Superbike Serie (BSB) den Titel. Für 2020 steigt der Ducati-Pilot ins Superbike-Werksteam auf. Redding soll den von seinem Vorgänger Álvaro Bautista verpassten WM-Titel schnellstmöglich nachholen.

«Ducati will den Titel gewinnen, ganz klar», weiß der aus einem Vorort von Gloucester stammende Brite. «Letzte Saison haben sie noch nicht das volle Potenzial aus der V4R herausgeholt, so wie es Kawasaki geschafft hat. Aber Ducati hat eine große Chance, das auch zu schaffen. Sie haben 2019 viele Rennen in der Superbike-WM gewonnen, das zeigte das Potenzial der V4R. Es gibt keinen Zweifel an diesem Bike. Ich weiß, dass ich ein Siegertyp bin und Ducati glaubt an seine Stärke – zusammen haben wir ein Paket geschnürt, von dem wir überzeugt sind, dass wir den Titel holen können.»

«Ich behaupte nicht, dass es einfach sein wird. Es ist eine Weltmeisterschaft auf sehr hohem Niveau und da ist ein Kerl, der bereits mehrere Titel mit demselben Bike und Team geholt hat und sich damit super gut fühlt», spielt Redding auf den fünffachen Weltmeister Jonathan Rea an. «Wir können das auch schaffen, wenn wir Schritt für Schritt vorgehen, unser Bike immer besser verstehen lernen, Rundenzeiten analysieren und testen. Wir haben es bei den Tests nicht auf die schnellsten Rundenzeiten angelegt. Von außen betrachtet waren wir ordentlich dabei, ich selbst aber weiß, dass wir mehr drauf haben und ich noch besser werde. Andere fahren die Superbike-WM schon seit Jahren und haben ihr Limit gefunden, sie betreiben nur noch Feintuning

Die meisten Rennstrecken im Superbike-Kalender kennt Redding.

«Ich fuhr noch nie in Imola, Oschersleben, Magny-Cours und San Juan Villicum – also vier Pisten. Aber ich habe 2019 gezeigt, dass ich auch auf neuen Strecken schnell sein kann – und ganz sicher sind die BSB-Pisten schwieriger zu lernen, als die WM-Rennstrecken», spottet Redding. «Ich liebe die Pisten in der BSB, meine Zeit dort war fantastisch. Auf den GP-Strecken bin ich aber groß geworden und glaube, dass sie mir etwas besser liegen. Ich bin noch jung und eigentlich immer noch ein Rookie auf dem Superbike. Ich komme zwar aus der BSB, aber viele vergessen, dass ich direkt davor aus der MotoGP kam. Auch wenn ich dort nicht an der Spitze kämpfte, habe ich eine gewisse Erwartungshaltung. Wenn ich als Sechster ins Ziel komme, geht die Welt für mich nicht unter, aber sicher ist es nicht die Platzierung, die ich anstrebe.»

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