Markus Reiterberger: Seitenhieb gegen seine WM-Teams

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM

«Es wäre cool, wenn ich mit so einer Crew eine Stufe höher arbeiten könnte», sagte Markus Reiterberger aus dem Team Onexox BMW TKKR nach seinem Sieg in der Asia Road Racing Championship in Sepang.

Insgesamt 72 Rennen bestritt Markus Reiterberger in der Superbike-WM, immer wieder ließ der Superstock-Europameister von 2018 sein großes Talent aufblitzen. Etwa mit dem fünften Platz 2016 in Buriram/Thailand oder den beiden sechsten Plätzen in Assen 2019.

Der Bayer fuhr für das italienische Althea- und das britische SMR-Team, die perfekte Abstimmung für seine S1000RR gelang aber nur selten. «Zwar wurde auf meine Wünsche eingegangen, sie konnten es aber nicht umsetzen und mir nicht helfen», erinnerte sich der BMW-Pilot an sein jahrelanges Dilemma. «Sie konnten mir nicht geben was ich brauche, um schnell zu sein. Ich wiederum konnte mit dem was ich bekam, keine besseren Leistungen abliefern.»

In der Asia Road Racing Championship arbeitet er mit dem malaysischen TKKR-Team, das wiederum eine enge Kooperation mit alpha Racing aus Stephanskirchen hat. «Meine Crew ist jetzt fast gleich, wie ich sie früher schon hatte», freut sich Reiterberger. «Jetzt arbeite ich wieder mit meinem bekannten Umfeld, mit den Leuten, die mich kennen und nicht aufgeben und an mich glauben. Sie können mir geben was ich brauche, und arbeiten wie verrückt daran. Die ACCR ist zwar keine WM und auch nicht ganz auf deren Niveau, aber es ist ein sehr hohes Niveau.»

Im Trockenen war Reiti auf dem Sepang International Circuit die ganze Woche eine Klasse für sich: Der Bayer fuhr in den Tests, am Freitag und im Qualifying jeweils Rundenrekord in der ACCR. Startplatz 1 sicherte er sich am Samstagmorgen mit 1,288 sec Vorsprung auf Vizemeister Broc Parkes aus dem Team Yamaha Asean.

Doch das erste Rennen am Samstagnachmittag fand auf nasser Strecke statt und wurde vom überragenden Japaner Yuki Ito (Yamaha) dominiert, Reiti trudelte mit 28,010 sec Rückstand nur als Vierter ein.

Im zweiten Rennen am Sonntagnachmittag war es trocken – und Reiterberger deklassierte die Gegner. Unter ihnen langjährige WM-Piloten wie Parkes und Lorenzo Zanetti (Ducati) oder Titelverteidiger Azlan Shah.

In den ersten sechs von zwölf Runden fuhr der Deutsche aus dem Team Onexox BMW TKKR im Schnitt eine Sekunde schneller als seine Verfolger. Dann nahm er deutlich Geschwindigkeit raus, gewann aber trotzdem 7,414 sec vor dem Thailänder Apiwath Wongthananon (Yamaha), der mit seinem erneuten zweiten Platz an diesem Wochenende mit 40 Punkten die Gesamtführung übernahm.

Reiterberger hat nach seinem Sieg und den 13 Punkten von Platz 4 am Samstag jetzt 38 und ist Zweiter. Samstag-Sieger Yuki Ito wurde im zweiten Lauf nur Sechster und kommt damit auf gesamt 35 Punkte.

«Das Wetter hat tatsächlich durchgehalten, kaum zu glauben», grinste Reiti nach seinem Triumph in Malaysia. «Wir hatten Glück, eine dunkle Wolke wurde gerade so vorbeigeblasen. Der Griplevel war bedeutend schlechter als die letzten Tage, das Hinterrad drehte viel mehr durch. Deshalb waren die Zeiten im Rennen auch deutlich langsamer.»

«Ich hatte einen brillanten Start», schilderte der Obinger SPEEDWEEK.com. «Die ersten zwei Runden habe ich etwas gepusht und eine Lücke rausgefahren, das habe ich dann bis zum Schluss durchgezogen. Ich hatte ein paar Rutscher, nahm dann Tempo raus und bin das Rennen auf Sicherheit zu Ende gefahren. Klar hätte ich den Vorsprung weiter ausbauen können, aber die Zeiten vom Training konnte ich wegen des geringeren Grips nicht fahren. Wir sind glücklich über den Sieg, es gibt aber auch Baustellen, wo wir uns verbessern können. Während des Wochenendes hat meine Crew nie aufgehört zu arbeiten, sie haben das Motorrad immer weiter verbessert, wenn ich etwas beanstandet habe. Solche Leute braucht man. Ich hoffe, dass es die restliche Saison so weitergeht und wir in Zukunft gemeinsam einen Schritt weitergehen können. Es wäre cool, wenn ich die Gelegenheit kriegen würde, mit so einer Crew eine Stufe höher arbeiten zu können.»

Habt ihr analysiert, weshalb du im Regenrennen am Samstag 28 sec auf den Sieger verloren hast? «Ja, wir haben die Daten angeschaut, sie decken sich mit meinen Aussagen», hielt der dreifache Deutsche Meister fest, der am Montag seinen 26. Geburtstag feiert. «Wir werden daran arbeiten und hoffen, dass wir im Fall eines erneuten Regenrennens auch um einen Podestplatz kämpfen können. Da müssen wir hin, wir müssen bei allen Bedingungen vorne dabei sein. Wir werden die Probleme im Regen lösen.»

Das nächste Rennen bestreitet Reiti planmäßig Mitte April in der Endurance-WM bei den 24 Stunden von Le Mans. Wegen des Coronavirus steht hinter der Durchführung der Veranstaltung derzeit aber ein Fragezeichen.

In der ARRC geht es Anfang Mai im Bend Motorsport Park, 100 Kilometer südöstlich von Adelaide weiter. Die Meisterschaft umfasst sieben Events in fünf Ländern.

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