Dauersorge «Turning»: Wovon die Rennfahrer sprechen
Beinahe jeder Rennfahrer auf der Rundstrecke klagt über mangelndes «Turning» seines Motorrads. BMW-Sportdirektor Marc Bongers schildert, wie man dieses Problem technisch angeht.
Noch vor dem ersten Rennen 2026 wurden hinter den Kulissen Fahrerverträge für 2027 vorbereitet. Bei allem Neuigkeitswert dürfte das dem Sport mehr Schaden als Nutzen bringen. Ein Kommentar.
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Zwei Dauerklagen hören wir an den Rennwochenenden auf der Rundstrecke wie eine leiernde Schallplatte, egal in welcher Kategorie: "Kein Grip" und "zu wenig Turning". Als Turning wird die Rollphase in der Kurve bezeichnet. Also der Moment, wenn der Fahrer die Bremse komplett losgelassen hat, aber noch nicht am Gas ist.
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"Diese Phase ist sehr kurz", erklärte BMW-Sportdirektor Marc Bongers im Gespräch mit SPEEDWEEK.com. "Aber wenn sich das Motorrad leichter drehen lässt, dann kannst du es früher aufrichten. Wir reden von einem halben Meter und Bruchteilen von Sekunden. Wir müssen in jedem Bereich das Letzte herausholen. Wenn das natürliche Drehen des Motorrads in der Rollphase nicht so gut ist, dann musst du länger in Schräglage fahren und dann auch schon ans Gas gehen. Wenn das Bike besser dreht, kannst du es früher aufrichten und besser beschleunigen, weil du früher auf dem satten Teil des Reifens bist." Die Ingenieure versuchen, dem Fahrer das Turning durch Modifikationen am Chassis und der Schwinge zu erleichtern. "Bei einem Chassis redet man von Längs-, Seiten- und Verwindungssteifigkeit", so Bongers. "Was du darstellst, ist immer ein Kompromiss. Wenn du ein wenig Turning gewinnst, dann kannst du an Präzision oder Performance auf der Bremse verlieren."
Weil sich die Probleme mit dem mangelnden Grip am Hinterrad in der Beschleunigungsphase und das zu geringe Turning in den vergangenen Jahren nicht zufriedenstellend lösen ließen, brachte BMW seit der werksseitigen Rückkehr in die Superbike-WM seit 2019 drei neue Homologationsmodelle, in diesem Jahr bekommen Champion Toprak Razgatlioglu und ROKiT-Teamkollege Michael van der Mark wiederum eine neue M1000RR.
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Die Weltmeisterschaft 2025 beginnt am letzten Februar-Wochenende auf Phillip Island in Südaustralien. Davor sind für das BMW-Duo noch sechs Testtage angesetzt: Am 21./22. Januar in Jerez, am 28./29. Januar in Portimao sowie am 17./18. Februar auf Phillip Island.
Noch vor dem ersten Rennen 2026 wurden hinter den Kulissen Fahrerverträge für 2027 vorbereitet. Bei allem Neuigkeitswert dürfte das dem Sport mehr Schaden als Nutzen bringen. Ein Kommentar.
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