Carlos Checa: Ohne Siegchancen verlässt er Ducati!

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Auch mit 40 Jahren ist Carlos Checa in der Superbike-WM noch sehr gefragt. Einen Wechsel zu Kawasaki schließt er für 2014 nicht aus.

Ende 2012 fehlte nicht viel, dann hätte Carlos Checa bei Kawasaki angedockt. Rückblickend wäre es eine gute Entscheidung gewesen: Während die Grünen mit Tom Sykes den Speed in der Superbike-WM vorgeben, erlebt Ducati die schlechteste Saison in der Geschichte der Meisterschaft.

Da sich das technische Reglement für 2014 nur in Nuancen ändern wird, ist nicht zu erwarten, dass Ducati aus dem Tal der Tränen in den siebten Himmel kommt und nächste Saison Siege am Fließband einfährt, wie es früher Standard war. Da wundert es nicht, dass Checas Manager Alberto Vergani längst bei Kawasaki angeklopft und sich nach einem Job für den ehemaligen Weltmeister erkundigt hat. «Es ist sein Job, sich mit allen möglichen Leuten zu unterhalten», schmunzelte Checa im Gespräch mit SPEEDWEEK.com. «Wir haben auch letztes Jahr mit Kawasaki verhandelt. Ich fühle mich bei Ducati wohl und würde meine Kariere gerne mit ihnen beenden. Wenn das Motorrad aber nicht siegfähig wird, dann werde ich das keine zweite Saison mitmachen. Der Ducati fehlt es an Spitzenleistung. Ein Dreamteam mit Hayden wäre schön, dazu muss aber erst das Motorrad konkurrenzfähig werden. Ich möchte weiterfahren, werde Ende des Jahres nicht aufhören.»

Checa: «Mir war klar, dass es schwierig wird»

«Mit der Panigale eröffnete Ducati eine neue Ära», sagte Checa im Frühjahr. «Darin involviert zu sein bedeutet mir viel. Ich wollte Ende letzten Jahres bei Ducati bleiben, sah mich nie bei einem anderen Hersteller. Klar wäre es auch schön gewesen, dieses Jahr mit BMW oder Kawasaki Rennen zu gewinnen. Ich weiß auch nicht, ob ich noch mal ein Rennen gewinne. Aber alle Erfahrungen, die ich mit der Panigale mache, alles was ich lerne, kann mir niemand mehr wegnehmen. Als ich mich für das Projekt Panigale entschied, dachte ich, dass wir mit den Voraussetzungen von 2011 die Meisterschaft gewinnen können. Aber mir war klar, dass es sehr schwierig werden würde.»

Ducati erzielte in diesem Jahr lediglich zwei Achtungserfolge: Pole-Position beim Saisonauftakt in Australien und ein dritter Platz im Regen von Moskau. Checa weiß, dass sich seine Karriere mit 40 Jahren dem Ende entgegenneigt. Was ihn mehr schockt als die erfolglose laufende Saison, sind die düsteren Zukunftsaussichten bei seinem jetzigen Arbeitgeber, mit dem er 21 WM-Läufe gewann.

Nie die gleiche Spitzenleistung wie die Vierzylinder

Ducatis Superbike-Projektleiter Ernesto Marinelli gibt zu: «Mit den bestehenden Regeln ist es unmöglich, mit einem 1200-ccm-Zweizylinder die Maximalleistung eines Vierzylinders zu erreichen. Wir müssen die homologierten Pleuel verwenden, das limitiert uns. Kolben können wir spezielle bauen, diese müssen aber zum selben Preis wie die homologierten angeboten werden. Es ist also unsinnig, etwas Verrücktes zu entwickeln. Wir müssen größere Kolben fahren als in einem Vierzylinder, entsprechend können wir unseren Motor nicht so hoch drehen.»

Nach der Ankündigung von BMW, sich Ende der Saison aus der Superbike-WM zurückzuziehen, hat das halbe Fahrerlager bei Kawasaki angeklopft. Neben Checa auch Marco Melandri und Jonathan Rea. Was für den Spanier spricht: Er wird bei Kawasaki sehr geschätzt und das Provec-Team hinter dem Kawasaki-Werksauftritt kommt aus Spanien. Im Gegensatz zu vielen seiner Gegner ist Checa auch nicht mehr aufs Geldverdienen angewiesen, fährt hauptsächlich aus Spaß an der Freude.

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