Bimota: Überraschender Einstieg in die Superbike-WM

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM

Einen Tag nach der Verkündung der fünfjährigen Partnerschaft zwischen dem Alstare-Team und Hersteller Bimota, erfolgt der Einstieg in die Superbike-WM: mit Ayrton Badovini und Christian Iddon.

Selbst Experten wie der deutsche Bimota-Importeur Benny Wilbers haben den Einstieg von Bimota in die Superbike-WM noch vor vier Wochen für unmöglich gehalten. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Eine Lizenzvereinbarung zwischen BMW und Bimota besagt, dass pro Jahr nur 150 Stück der Bimota BB3 mit dem starken Motor der BMW S1000RR gebaut werden dürfen.

Außerdem besagen die Vorschriften für eine Neu-Homologation, dass ein Hersteller innerhalb von zwei Jahren 2000 Stück produzieren muss. Will Bimota in der Superbike-WM 2014 dabei sein, müssen bis zum Zeitpunkt der Homologation 125 Motorräder gebaut werden, 500 Stück bis zum 30. Juni 2014, 1000 Stück bis zum 31. Dezember 2014 und 2000 Stück bis zum 31. Dezember 2015.

Da Bimota soeben den Einstieg in die Superbike-WM 2014 verkündet hat, der Italiener Ayrton Badovini und der Engländer Christian Iddon werden die Motorräder pilotieren, ist davon auszugehen, dass das Homologations-Prozedere im Reglement 2014 anders lauten wird als die letzten Jahre. Seit Monaten wird darüber diskutiert die Stückzahlen zu senken, da selbst für Hersteller-Giganten wie Honda 2000 Stück inzwischen eine ordentliche Menge sind. Wilbers hält es für unmöglich, dass Bimota die Anforderungen der bisherigen Homologation in diesem kurzen Zeitraum erfüllen kann.

Interessant: Alstare verweist in seiner Pressemeldung darauf, dass es einen Start mit der Bimota BB3 nur geben wird, wenn die Homologation durch den Motorrad-Weltverband FIM erfolgt. Doch weder bei WM-Vermarkter Dorna noch bei der FIM hat jemand Kenntnis davon, dass sich an den Homologationsregeln etwas ändern soll.

Zugeständnisse an Bimota?

«Ich kann mir vorstellen, dass die Lizenzvereinbarung mit BMW angepasst wurde», sagte Wilbers zu SPEEDWEEK.com. «Die Dorna unternimmt momentan alles, um die Superbike-WM zu retten. Ohne die Evo-Klasse wäre die Meisterschaft spätestens nach dieser Saison am Ende. Die Meisterschaft braucht kleine Hersteller wie Bimota oder MV Agusta. Diese werten die WM auf, sorgen für Begeisterung und ziehen Fans an die Strecke. Ich bin mir nicht sicher, ob Yamaha mit der R1 mal eben schnell 2000 Stück verkaufen kann.»

Bimota wird nach Evo-Reglement antreten, das heißt, mit seriennahem Motor und Elektronik. Ob die BB3 in diesem Trimm gut genug sein wird, um gegen die schnellen Kawasaki ZX-10R, BMW S1000RR und Ducati 1199 Panigale R bestehen zu können, wird sich zeigen.

Die Bimota BB3 wiegt im Serientrimm 178 Kilogramm und hat das starke Vierzylinder-Triebwerk der BMW S1000RR. Die Elektronik der BMW ist komplett anpassbar, also für den Rennsport geeignet. Vorbereitet werden die Motorräder in der Werkstatt von Alstare im belgischen Lüttich.

Bei der Dorna ist zu hören, dass die Mitteilung von Alstare «mit Vorsicht zu genießen ist, solange es von der FIM keine offizielle Bekanntmachung bezüglich der Homologations-Stückzahlen gibt».

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