Sylvain Barrier (BMW): Sein Gesicht war zertrümmert

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Sylvain Barrier kann wieder lachen

Sylvain Barrier kann wieder lachen

BMW-Pilot Sylvain Barrier ist am 15. März 2014 in der Nähe von Lyon mit seinem BMW X3 einem Lastwagen hinten reingekracht. Die Superbike-WM in Imola besucht der Franzose als Zuschauer.

Seit Assen Ende April ersetzt der Engländer Leon Camier den bei einem Autounfall beinahe ums Leben gekommenen Franzosen Sylvain Barrier bei BMW Italia. «Mir geht es viel besser als vor zwei Monaten», erzählte der 25-Jährige SPEEDWEEK.com in Imola, bei seinem ersten Rennbesuch seit seinem Unfall. «Mein Kiefer war viermal gebrochen und ich verlor zwei Zähne. Einen haben sie mir inzwischen wieder eingesetzt. Der zweite im Unterkiefer muss noch warten, weil sie mir dort eine Titanplatte verschraubt haben. Wenn diese in sechs Monaten entfernt wird, bekomme ich auch diesen Zahn zurück.»

Barrier machte einen guten Eindruck, fröhlich und zuvorkommend wie früher, nur eine kleine Narbe am Kinn sowie leichtes Lispeln erzählen von seiner Tragödie. Über den Unfall selbst kann er nichts berichten. «Ich weiß alles, bis 30 Minuten vor dem Unfall», sagt der zweifache Superstock-1000-Champion. «Seit ich ins Auto gestiegen bin, ist meine Erinnerung gelöscht.»

Ist das Fluch oder Segen für dich? «Auf eine Art ist es gut», meinte er. «Aber ich weiß nicht, ob es meine Schuld oder die des LKW-Fahrers war. Es gibt keine Zeugen – und ich weiß nichts mehr. Der LKW-Fahrer sagt, dass er ganz normal fuhr und ihm einer hinten rein krachte. Ich weiß nicht, was passiert ist. Ich habe auch meinen Führerschein noch.»

Barrier fuhr einen BMW X3, der Wagen rettete ihm das Leben. Bis auf die schweren Gesichtsverletzungen erlitt er keinen Schaden: «Ich kann mich sehr glücklich schätzen, dass ich dieses Auto hatte bei meinem Unfall. Bis auf die Gesichtsverletzungen geht es mir gut. Okay, ich lag einen Tag im Koma. Ich war jetzt bei drei Neurologen und wir haben zahlreiche Tests gemacht. Sie sagen mir, dass alles normal ist, wie vor dem Unfall. Diesen Dienstag treffe ich mich mit dem Arzt von BMW, dann werden wir entscheiden, wann und wo ich wieder Motorrad fahre.»

Beim nächsten Rennen in Donington Park Ende Mai wird erneut Camier für ihn fahren, ebenso zwei Wochen später in Sepang. Am 22. Juni könnte Barrier in Misano sein Comeback geben. «Ich würde schon gerne jetzt in Imola fahren. Die Realität sieht aber so aus, dass ich noch etwas Zeit brauche. Ich kann nicht genau sagen, wann ich zurückkomme. Das wird mein Arzt entscheiden. Körperlich bin ich schon jetzt fast wieder auf dem Level wie vor dem Unfall. Ich will aber erst wieder fahren, wenn ich wirklich fit bin.»

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