Ten Kate: «Kann nicht glauben, dass sie so dumm sind»

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
«Ich halte den Schritt für falsch», sagt Honda-Teammanager Ronald ten Kate zum technischen Reglement der Superbike-WM. «Wir sehen nur noch Paare gegeneinander fahren.» Das exklusive Interview.

Für 2015 wurde der technische Level der Superbike-WM zurückgefahren, 2017 wird das Reglement noch einmal seriennäher. Dann wird Ride-by-wire nur noch erlaubt sein, wenn es in der Serienmaschine verbaut ist.

Vergangene Saison sahen wir ausschließlich Siege von Kawasaki (18), Ducati (5) und Aprilia (3), in den Jahren zuvor konnten auch Honda und Suzuki gewinnen. Kein Wunder, ist Honda-Teammanager Ronald ten Kate von den technischen Vorschriften wenig angetan, wie er SPEEDWEEK.com im Interview verriet.

WM-Vermarkter Dorna und der Motorrad-Weltverband FIM loben das zu Beginn des Jahres eingeführte seriennähere Reglement, du bist einer der schärfsten Gegner: Warum?

Wie können sie das gut finden? Schau dir doch nur die Ergebnisse an. Wir sehen immer Fahrerpärchen hintereinander, was unterstreicht, dass das Motorrad der wichtigste Part ist.

Ich kann nicht davon ausgehen, dass sie so dumm sind, dass sie meinen, dass diese Regeln gut sind – sie sind es nicht.

In der Supersport-WM wird das Reglement in eine ähnliche Richtung gehen.

Dort verhält es sich ein bisschen anders, Motortuning wird weiterhin erlaubt sein, was ausgesprochen wichtig ist. Es wird sich gar nicht so viel ändern, nur die Elektronik wird auf eine niedrige Basis zurückgeschraubt. Das ist eine gute Sache, das hätten sie auch bei den Superbikes so machen sollen.

Du hast Recht, dass Kawasaki, Ducati und Aprilia immer vorne fahren. Es ist aber auch so, dass Honda und Suzuki während der Saison stark aufgeholt haben.

Der Hund hinter dem Hasen ist immer derjenige, der aufholt. Das ist ganz natürlich und in jeder Meisterschaft so. Wenn du schnell bist und vorne fährst, schraubst du eventuell deine Entwicklung zurück.

Ich halte den Schritt mit dem Reglement trotzdem für falsch. Frag doch mal die Teams, wie viel Geld sie gegenüber früher sparen. Das war der Ausgangspunkt, dass wir viel Geld sparen.

Es geht nicht darum, wie die Regeln, bezogen auf die Performance, auf der Rennstrecke funktionieren, das ist kompletter Mist. Wir sehen nur noch Paare auf der Strecke, das ist super für die Teamfotographen, alles ist schön geordnet. Das gefällt auch Scott Smart von der FIM, er ist Brite und Briten mögen es, wenn alles schön ordentlich ist.

Ich bin kein verbitterter ewig Gestriger. Selbst wenn Honda ein neues Motorrad bringt, dann sehen wir wieder ein Paar vorne fahren. Die heutige Situation auf der Rennstrecke hat nichts damit zu tun, ob Honda ein neues Motorrad hat oder nicht. Es kommt nicht darauf an welches Paar vorne fährt, sondern dass ein Paar vorne fährt.

Letztes Jahr waren die Fahrer mehr durcheinandergewürfelt, die Spitze war breiter aufgestellt. Wer gewann dieses Jahr? Kawasaki und Ducati. Selbst Aprilia ist zurückgefallen.

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