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Großes Geheimnis: Wer wird neuer Honda-Hauptsponsor?

Von Ivo Schützbach
Das Superbike-WM-Team von Honda (Hayden, van der Mark) hat seinen Hauptsponsor Pata an Yamaha verloren. Bis Mitte Januar will der weltgrößte Motorradhersteller seinen neuen Partner vorstellen.

Pata hatte einen Vertrag mit Honda, welcher die Saison 2016 einschloss. Wegen mangelnder Erfolge (kein Sieg 2015, nur vier dritte Plätze) zog es den Hersteller von Knabberzeug aber ins neue Yamaha-Werksteam, dem mit Alex Lowes und Sylvain Guintoli schon in der Debütsaison mit der neuen R1 viel zugetraut wird.

«Wir haben eine freundschaftliche Verbindung zu Pata und wollten sie nicht zwingen», erklärte Hondas Racing-Manager Carlo Fiorani die problemlose Vertragsauflösung. «Unser Budget steht. Wir sind Honda, keine kleine Firma.»

Pata sowie Energie-Erzeuger Tonello trugen letztes Jahr zirka 30 Prozent zum Budget von Hondas Superbike-Team bei, der Rest kommt von Honda Europe. «Natürlich arbeiten wir an einem Ersatz für Pata», so Fiorani weiter. «Wir suchen aber einen Partner und keinen Sponsor wegen Geld. Pata hat viel in die Werbung mit dem Rennteam investiert. Sie haben in Italien Werbespots im Fernsehen gesendet und Anzeigen in Magazinen geschaltet. Wir verhandeln mit mehreren Firmen, bis Mitte Januar werden wir die finale Entscheidung treffen.»

Der Plan dahinter: Honda sorgt für die Finanzierung des Rennteams. Ein eventueller Hauptsponsor erhält großzügige Werbefläche und wird dafür verpflichtet, die Marke Honda in seiner Werbung zu verbreiten. So sollen Zielgruppen erreicht werden, die normal wenig oder nichts mit Motorrädern zu tun haben. Im Fall von Pata jeder Käufer einer Tüte Kartoffelchips, von Flips oder Salzstangen.

Honda erhöht über den Umweg Rennteam quasi das eigene Werbebudget und profitiert gleichzeitig vom Image und der Zielgruppe der Partner. Fiorani: «In der Superbike-WM geht es um das Image des Produkts. Partner wie Pata helfen uns dabei.»

Die Verpflichtung des ehemaligen MotoGP-Weltmeisters Nicky Hayden zahlt sich bei den Verhandlungen aus, wie Honda-Teammanager Ronald ten Kate gegenüber SPEEDWEEK.com erläuterte: «Ein bekannter Name ist für einen Sponsor immer interessanter. Nicky Hayden kennen mehr Leute als andere Fahrer. Mit Michael van der Mark haben wir einen jungen Fahrer mit großer Zukunft. Manchmal braucht man aber auch einen Namen mit großer Vergangenheit, um für Partner attraktiv zu sein. Unser Budget ist gesichert, ein Sponsor würde uns aber helfen, etwa die Hospitality größer aufzuziehen und mehr Promotion zu machen. Honda steckt das Geld eines Hauptsponsors immer direkt ins Marketing.»

Der Niederländer kann der Verpflichtung Haydens weitere positive Aspekte abgewinnen: «Nicky ist sehr gut für die Dynamik im und um unser Team herum. Er hat sich für unser Team entschieden, das bedeutet den Leuten bei uns und Honda Motor Europe eine Menge. Persönlich empfinde ich dadurch aber nicht mehr Druck, Druck lastet immer auf uns, wir arbeiten immer so hart, wie wir können.»

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