Marco Melandri ist bei fast allen Teams unerwünscht

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Marco Melandri ist trotz vieler Erfolge bei den Teams nicht sehr beliebt

Marco Melandri ist trotz vieler Erfolge bei den Teams nicht sehr beliebt

Seit zehn Monaten ist Marco Melandri arbeitslos. Bei der Superbike-WM in Imola hörte sich der 33-Jährige bei mehreren Teams um und stellte fest, dass er sich die letzten Jahre viel verbaut hat.

Marco Melandri ist ein außergewöhnlich guter Rennfahrer, er wurde in MotoGP und bei den Superbikes Vizeweltmeister, dazu 250er-Champion 2002. Doch dem Italiener fehlt es zuweilen am richtigen Ton gegenüber seinem Arbeitgeber, ihm werden divenhafte Züge nachgesagt.

Trotz 22 Grand-Prix-Siegen und 49 Podestplätze in der Superbike-WM, darunter 19 Siege für Yamaha, BMW und Aprilia, tut er sich schwer damit, nach seinem Rauswurf aus dem Aprilia-MotoGP-Werksteam Anfang Juli 2015 wieder einen Job zu finden.

Bei der Superbike-WM in Imola redete er mit dem Yamaha-Management – und erfuhr, dass Yamaha auch 2017 mit Sylvain Guintoli und Alex Lowes fahren möchte.

Melandri schaute bei Ducati vorbei, zu mehr als einem freundschaftlichen Gespräch über Gott und die Welt kam es mit den Topmanagern Paolo Ciabatti und Gigi Dall’Igna nicht.

Bei BMW und Aprilia hat sich Melandri mit seinem Verhalten in der Vergangenheit allerhand verbaut. Das Wort unmöglich habe ich aus meinem Wortschatz gestrichen, es ist aber zumindest nicht sehr wahrscheinlich, dass diese beiden Hersteller mit dem 33-Jährigen noch einmal arbeiten werden.

Das Kawasaki-Werksteam hat kein Interesse an Melandri, ebenso das Honda-Team.

Bei MV Agusta wäre Melandri willkommen, sie hätten ihn schon 2016 gerne auf eine zweite F4RR neben Leon Camier gesetzt, doch es scheiterte an fehlenden 400.000 Euro Budget. Für viele Fahrerlager-Insider käme es nicht überraschend, wenn das MV-Agusta-Werksteam Ende der Saison aus finanziellen Gründen zusperrt, sie hangeln sich schon jetzt von Rennen zu Rennen. Dem Vernehmen nach warten einige Mitarbeiter seit Monaten auf ihre Löhne, bei Zulieferern gilt es Verbindlichkeiten zu begleichen.

Bleibt für Melandri nur ein Kundenteam. Eine realistische Chance bietet sich bei Puccetti Kawasaki, Teamchef Manuel Puccetti will 2017 ein Ein-Mann-Superbike-Team mit Werksmaterial von Kawasaki an den Start bringen.

«Bis Juni will ich das nötige Budget zusammen haben», verriet er SPEEDWEEK.com. «Mein Ziel ist, ein Team um Marco herum aufzubauen. Sicher hat Marco auch andere Angebote, unseres wird aber sehr attraktiv sein. Bei uns hat er die alleinige Aufmerksamkeit, alle im Team sind Italiener – bescheidene aber ehrgeizige Menschen.»

Puccetti könnte von Melandri massiv profitieren, sein Name gehört in Italien nach wie vor zu den bekanntesten. Fraglich ist, wie lange Melandri gute Miene macht, wenn er nicht der festen Überzeugung ist, das gleiche Material wie die Kawasaki-Werksfahrer zu erhalten.

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