Niccolò Canepa: Gericht vertagt, keine Millionenklage

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Niccolò Canepa gilt als mustergültiger Sportsmann und Rennfahrer

Niccolò Canepa gilt als mustergültiger Sportsmann und Rennfahrer

Superbike-WM-Pilot Niccolò Canepa wird schwere Körperverletzung vorgeworfen. «Wenn der Richter meinen Worten keinen Glauben schenkt, muss ich bezahlen», weiß der Italiener.

Seit Ende 2013 ist Niccolò Canepa in einen Rechtsstreit verwickelt. Ihm wird vorgeworfen, er habe bei einem Rennstreckentraining in Mugello am 23. September 2013 auf Hobbyfahrer David Cappato gewartet, dann dessen Bremshebel gezogen, woraufhin dieser gestürzt ist und sich das Schlüsselbein brach. Auf dem Beweisvideo ist deutlich zu sehen, wie Canepa mit seiner Hand zu Cappato hinüberfasst, wohin genau, lässt sich aufgrund der schlechten Qualität kaum ausmachen. Entsprechend ist unklar, wieso der Sturz geschah. Die Beurteilung des Vorfalls ist dem Gericht in Florenz überlassen.

Bei uns gilt der Grundsatz der Unschuldsvermutung. Niccolò Canepa hat als Rennfahrer einen tadellosen Ruf, der Italiener ist einer der Freundlichsten im Fahrerlager, seine Weste ist weiß.

Als das Video Anfang August 2015 an die Öffentlichkeit gelangte, war Canepa bei der Superbike-WM in Malaysia. SPEEDWEEK.com war das erste Medium, welches den Italiener persönlich zu dem Vorfall befragte. Dass nur wenige mit ihm redeten, aber alle über ihn schrieben, ärgerte ihn schon damals maßlos.

Bald drei Jahre nach dem Vorfall ist die Angelegenheit noch immer nicht vom Tisch, obwohl der ursprüngliche Gerichtstermin auf September 2015 angesetzt war. «Das Verfahren läuft, das Gericht braucht mehr Zeit», erzählte Canepa SPEEDWEEK.com nun. «Erst wurde der Gerichtstermin von September 2015 auf Dezember 2015 verschoben, dann auf September 2016. So läuft es in Italien. Ich weiß nicht, warum das so ist. Für mich ist es das erste Mal, dass ich vor einem Gericht erscheinen muss. Ich weiß nur, dass derartige Rechtsfälle in Italien immer Jahre dauern – Italien ist berühmt dafür. Letztlich ist es so, dass der Kläger Geld von mir möchte. Er fragte 2013 nach Geld, 2015 wieder. Ich habe nicht bezahlt, weil ich die wahre Geschichte kenne. Wenn ich vom Gericht verurteilt werde, bezahle ich natürlich.»

«Würde ich mich jetzt entscheiden zu bezahlen, würde das Verfahren eingestellt», weiß der ehemalige Superstock-1000-Champion. «Ich will das aber durchziehen. Wollte ich ihn bezahlen, hätte ich das 2013 getan.»

Hältst du den Richter in der Lage, die richtige Entscheidung zu treffen? Einziges Beweisstück ist ein Video, dessen Qualität sehr schlecht ist. Beim Anschauen kann ein Laie schnell den Eindruck gewinnen, dass du David Cappato absichtlich zu Sturz gebracht hast.

«Ich kann es nicht sagen, auf dem Video sieht man nicht sehr gut, was geschehen ist», weiß Canepa. «Als ich es zum ersten Mal sah, fragte ich mich selbst, was zur Hölle ich da getan habe. Aber ich weiß, was damals los war. Ich habe mit dem Richter noch nicht gesprochen. Wenn er meinen Worten keinen Glauben schenkt, muss ich bezahlen. Dann ist es eben so. Ich würde nicht ins Gefängnis kommen und müsste auch meine Karriere nicht beenden. Es geht um 10.000 Euro oder so, das würde nicht mein Leben zerstören. Der Kläger weiß genau, was damals passiert ist. Deshalb strebt er auch keine Millionenklage an.»

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