Trend: Superbike-WM ab 2018 ohne Rennen in Asien?

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Keine Rennen in Asien wäre ein Verlust

Keine Rennen in Asien wäre ein Verlust

Anfang Juli berichtete SPEEDWEEK.com exklusiv, dass es zukünftig in der Superbike-WM nur noch drei Überseerennen geben soll. Jetzt zeichnet sich ab: Asien kommt dabei eventuell ganz unter die Räder.

In der Superbike-Weltmeisterschaft wurde in den letzten Jahren unter Dorna-Vorherrschaft eine weltweite Expansion angestrebt. Es gibt Überseerennen in Katar, Thailand, Kalifornien, Australien und Malaysia.

Auch den Herstellern war viel daran gelegen, in den asiatischen Wachstumsmärkten präsent zu sein. Diesbezüglich sehen die Prioritäten heute sehr unterschiedlich aus, wie Superbike-Championship-Director Daniel Carrera SPEEDWEEK.com verriet: «Jeder Hersteller hat seine eigenen Präferenzen. Einigen von ihnen sind die asiatischen Märkte nicht so wichtig, sie wollen aber unbedingt in Laguna Seca fahren. Anderen ist ein Rennen in den USA nicht so wichtig. Wir müssen uns alle Wünsche anschauen und dann entscheiden.»

Die Richtung ist eindeutig: WM-Vermarkter Dorna unternimmt alles, um den Superbike-WM-Event in Laguna Seca im kalifornischen Hinterland von Monterey zu erhalten – die Zeichen stehen gut.

Sepang hat den Superbike-Vertrag nach drei Jahren nicht mehr verlängert, dieses Jahr kamen am Freitag nur 4222 zahlende Fans, am Samstag 4229 und am Sonntag 12.111. Für die Dorna war das Rennen eine schwarze Null.

In Buriram/Thailand existiert ein Drei-Jahres-Vertrag für die Superbike-WM – von 2015 bis 2017. Die Thailänder wollten schon 2016 lieber einen MotoGP-Event veranstalten; die Dorna lehnte ab und beharrte auf den gültigen SBK-Deal bis 2017.

Nach dem ersten Flop in Indien 2013 wurde 2015 ein neuer Vertrag geschlossen, 2017 sollten die Superbikes nach Südwestasien kommen. Doch seit vergangenem Juni ist klar, dass auch dies nicht klappt. Der lokale Promoter bat die Dorna um eine Verschiebung auf 2018.

Kaum einer glaubt, dass die seriennahe Meisterschaft je auf dem Buddh International Circuit fahren wird. Zum einen agiert der dortige Promoter bislang dilettantisch, außerdem sind die indischen Zollbestimmungen problematisch. Diese wurden gegenüber vor einigen Jahren zwar gelockert, nach wie vor ist es aber so, dass über das gesamte Material eine Bankgarantie in selber Höhe hinterlegt werden muss. Diese gibt es zwar irgendwann zurück, es geht aber um Millionen.

Immer offenkundiger wird, dass es nach dem Auslaufen des Vertrags in Buriram nach dem Event 2017 kein Asien-Rennen mehr gibt. «In Asien haben wir keine Alternativen», bemerkte Dorna-Manager Carrera.

In Sentul wird zwar die Rennstrecke gerade renoviert, die Indonesier zeigen aber vor allem an MotoGP Interesse.

Ein neues Überseerennen möglich

Die asiatischen Märkte sind nicht uninteressant geworden. Alle Hersteller, Zubehörfirmen und Lieferanten wünschen sich weitere Rennen in Asien, speziell Südostasien. Doch alle haben erkannt, dass die Anziehungskraft von MotoGP deutlich höher ist als von Superbike.

Honda, Yamaha, Aprilia und Ducati sind in beiden Meisterschaften vertreten. Mit einem prestigeträchtigen und gut besuchten MotoGP-Rennen in Malaysia, Thailand (ab 2018) und Indonesien (ab 2017 möglich) fühlen sie sich bestens bedient. Sie brauchen in den gleichen Ländern keine zweite Meisterschaft, um sich zu präsentieren.

Lediglich Kawasaki, BMW und MV Agusta sind ausschließlich in der Superbike-WM vertreten. Für BMW und MV Agusta sind die asiatischen Märkte noch nicht so wichtig, weil dort bislang vor allem kleinvolumige Motorräder verkauft werden.

Den Superbike-Teams ist es nur recht, wenn kostenintensive Überseerennen wegfallen. Von ihnen ist finanziell kaum eines auf Rosen gebettet.

Einzige Möglichkeit eines neuen Überseerennens 2017: Argentinien. Austragungsort wäre die Region Villicum, wo nach dem Erfolg der Rennstrecke Termas de Rio Hondo (MotoGP, WTTC) eine neue Piste gebaut wird, die in Südamerika Maßstäbe setzen soll. Das «Autodromo Villicum» soll die größte und modernste Strecke des Kontinents werden, es ist von einer Länge von 4700 Metern zu hören. Die Bauarbeiten haben 2015 begonnen.

«Wenn es 2017 ein neues Überseerennen gibt, dann dort», bestätigte Carrera. «Die Rennstreckenbetreiber arbeiten auch mit der FIA zusammen, um Autorennen in die Provinz San Juan zu bringen. Sie hätten für 2017 gerne die Superbike-WM, das ist eine Möglichkeit. Einfach wird das aber nicht, das Projekt steht am Anfang.»

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