Seitenwagen-WM

Michael Grabmüller hat nun auch einen kleinen Ben

Von - 22.08.2018 16:43

Michael Grabmüller beendete mit seinem französischen Beifahrer Sébastien Lavorel das WM-Rennen in Assen (NL) als Zehnter. Der Wiener war noch immer sauer auf Geschehnisse im Umfeld.

Nach 7 von 10 Rennen in der Seitenwagen-Weltmeisterschaft rangieren Michael Grabmüller/Sébastien Lavorel (A/F) mit 40 Punkten auf Platz 11, nachdem sie ein Jahr zuvor am Ende Fünfter wurden. Seit Mitte der Saison 2017 fährt der Österreicher mit dem Franzosen, weil sich seine Lebensgefährtin, die Schweizerin Sophia Kirchhofer, vom Rennsport zurückgezogen hatte.

Die Gründe lagen im familiären Bereich, Kirchhofer wollte vor allem mehr Zeit für den gemeinsamen Sohn Tim haben. Mittlerweile ist mit Ben, der gerade mal sieben Wochen alt ist, ein zweiter Sohn hinzu gekommen. Im Fahrerlager in Assen waren alle dabei.

Michael Grabmüller war immer ein Verfechter der 600er Motoren und einer der ersten Piloten, die dieses Aggregat im F1-Chassis fuhren. Als viele Teams sich noch gegen das neue Reglement mit der Reduzierung des Hubraumes von 1000 auf 600 ccm sträubten, für er mit Sophia Kirchhofer diesen Typ.

Mittlerweile geht es voran mit der WM, die F2-Gespanne sind ausgestiegen und neue F1 600er kamen hinzu. In der kommenden Saison wird die BSB in England zudem das Reglement der Seitenwagen-WM übernehmen. «Es geht voran», freut sich darüber auch der Verantwortliche der FIM Seitenwagen, Ralph Bohnhorst aus Braunschweig.

Aber es ist nicht alles Gold was glänzt. In der IDM hat sich die Stimmung hinsichtlich 600 ccm immer noch nicht geändert, dadurch gibt es keine Gaststarts der deutschen Serienteilnehmer in der WM. Es fährt umgekehrt aber auch fast niemand von den WM-Leuten in der IDM, sieht man von Bennie Streuer ab, der noch ein Fahrzeug mit 1000 ccm zusätzlich in der Garage stehen hat oder Janez Remše/Eamon Mulholland (SLO/IRL), die in Schleiz die Technik überprüfen wollten.

«Wenn sich fünf permanente Teams mit 600 ccm in IDM einschreiben würden, könnten die eine eigene Wertung fahren, wir wären dabei», appelliert Remše an die Kollegen.

Michael Grabmüller ärgerte sich in Assen aber immer noch über die Regentage beim WM-Wochenende auf dem Sachsenring: «Wir sind da nicht gestartet, weil nur einigen Teams spezielle Regenreifen von Avon zur Verfügung standen und uns nicht. Wie sollte ich es meinen Sponsoren erklären, dass ich da so langsam wäre?» Also packten sie ihre Sachen und fuhren ohne Punkte heim.

Danach wurde bekannt, das drei Teams von der FIM die Punkte aberkannt wurden, da sie unerlaubten Sprit gefahren hatten, was bei einer Spritprobe eindeutig nachgewiesen wurde. «Das verstehe ich nicht», sagte Grabmüller, «wenn ich E85 einfülle, muss ich doch wissen, dass dessen Oktanzahl zu hoch ist.»

Zur Erklärung: E85 ist eine Mischung aus Ethanol (Alkohol) und Benzin. Bei E85 sind das 85 Prozent und 15 Prozent Benzin. Die Klopffestigkeit ist mit 107 Oktan deutlich höher als von Super plus mit 98 Oktan. Bei entsprechender Anpassung des Motors lässt sich die Leistung eines Fahrzeugs mit E85 sogar steigern.

Ergebnisse Gold Race Seitenwagen-WM Assen (NL):

1. Tim Reeves/Mark Wilkes (GB), 17 Runden. 2. Pekka Päivärinta/Jussi Veräväinen (FIN), 2.634 sec. 3. Ben Birchall/Tom Birchall (GB), 6.622. 4. Bennie Streuer/Kevin Rousseau (NL/F), 34.969. 5. John Holden/Lee Cain (GB), 35.107. 6. Scott Lawrie/Emmanuelle Clément (GB/F), 57.119. 7. Janez Remše/Eamon Mulholland (SLO/IRL), 57.685. 8. Lukas Wyssen/Thomas Hofer (CH), 1:01.552 min. 9. Sam Christie/Adam Christie (GB), 1:02.136. 10. Michael Grabmüller/Sébastian Lavorel (A/F), 1:02.227. 11. Peter Kimeswenger/Jens Lehnertz (A/D), 1:41.758. 12. Jakob Rutz/Marcel Fries (CH), 1:42. 163. 13. Kees Endeveld/Jeroen Remmé (NL), 16 Rd. Ausgefallen:
Lewis Blackstock/Patrick Rosney (GB), 14 Rd.. Alan Founds/Tom Christie (GB), 7 Rd.

Stand Sidecar-WM nach 7 von 10 Rennen:

1. Tim Reeves/Mark Wilkes (GB), 171 Punkte
2. Ben Birchall/Tom Birchall (GB), 120
3. Pekka Päivärinta/Jussi Veräväinen (FIN), 119
4. Bennie Streuer/Kevin Rousseau (NL/F), 90
5. Sam Christie/Adam Christie (GB), 76
6. Janez Remše/Eamon Mulholland (SLO/GB), 68
7. Lewis Blackstock/Patrick Rosney (GB), 55
8. Lukas Wyssen/Thomas Hofer (CH), 55
9. Peter Kimeswenger/Jens Lehnertz (A/D), 50
10. Alan Founds/Tom Christie (GB), 44
11. Michael Grabmüller/Sébastien Lavorel (A/F), 40
12. Jakob Rutz/Marcel Fries (CH), 34
13. Scott Lawrie/Emmanuelle Clément (GB/F), 30
14. John Holden/Lee Cain (GB/GBM), 24
15. Eero Pärm/Mairon Meius (EST), 24
16. Tassilo Gall/Sophie Sattelberger (D), 21
17. Ricky Stevens/Ryan Charlwood (GB), 11
18. Philippe Le Bail/Serge Leveau (F), 6
19. Brian Gray/Jason Pitt (GB), 5
20. Kees Endeveld/Jeroen Remmé (NL), 3

Termine Seitenwagen-WM 2018:

Rennen 1: 21. April Le Mans (F)
Rennen 2: 12. Mai Slovakiaring (SVK)
Rennen 3: 23. Juni Sachsenring (D)
Rennen 4: 24. Juni Sachsenring (D)
Rennen 5: 30. Juni Pannoniaring (H)
Rennen 6: 1. Juli Pannoniaring (H)
Rennen 7: 19. August Assen (NL)
Rennen 8: 8. September Grobnik-Rijeka (CRO)
Rennen 9: 9. September Grobnik-Rijeka (CRO)
Rennen 10: 6. Oktober Oschersleben (D)

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Michael Grabmüller: schneller Rennfahrer und liebevoller Vater, hier mit Sohn Ben © Hagen Michael Grabmüller: schneller Rennfahrer und liebevoller Vater, hier mit Sohn Ben Grabmüller/Lavorel in Assen mit ihrer Yamaha LCR 600 © Hagen Grabmüller/Lavorel in Assen mit ihrer Yamaha LCR 600
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