Matej Ferjan: Todesursache ungeklärt

Von Borut Cvetko
Speedway
Matej, wir vermissen dich!

Matej, wir vermissen dich!

Matej Ferjan selbst würde sagen: «The show must go on!». Doch seit Sonntag ist Speedway-Slowenien in Schwarz gehüllt.

Die Nachricht, dass im polnischen Landsberg der Speedway-Fahrer Matej Ferjan tot in seinem Auto gefunden wurde, hat uns so berührt, dass die Resultate der Rennen des vergangenen Wochenendes unwichtig wurden und niemanden mehr interessierten.

Ferjan ist nicht mehr da, er wurde nur 34 Jahre alt. Er hat mit seinen Fahrten für Ekstase und Jubelschreie bei den Fans gesorgt. Sein Tod ist ein Schock, der sich nicht so bald legen wird.

Sein unruhiger Geist wurde bereits bei seiner Geburt am 5. Januar 1977 mit dem Sport-Virus infiziert. Er hatte Methanol im Blut, weil sein Vater Vili schon lange vor der Geburt von Matej zu Rennen gefahren ist. Obwohl er sich zuerst Jahre lang als Skifahrer versuchte, war ihm die Fahrt mit einem Motorrad nie fremd. Nach einer Knieverletzung war die Entscheidung, sich beim Speedway zu versuchen, keine Überraschung. Zuerst hat er sich versteckt, aber nach ersten Erfolgen konnte er nichts mehr verbergen, und auch seine Eltern haben verstanden, dass der unruhige Junge so lange verharren wird, bis er seinen Willen durchsetzt.

Im August 1994 ist Ferjan zum ersten Mal auf ein Motorrad gestiegen und fuhr seine ersten Kreise im Stadion, wo zwei Jahrzehnte zuvor schon sein Vater gefahren ist. Offensichtlich hat er einen positiven Eindruck auf seinen Trainer Franc Kalin gemacht, der noch immer Nationaltrainer der slowenischen Mannschaft ist. Schon in der nächsten Saison startete Matej in der Slowenischen Meisterschaft.

Weil er sich im Training vor dem ersten Rennen verletzte, musste er die ersten beiden Rennen auslassen. So debütierte er am 18. Juni 1995 in Lendava, erntete aber nur einen Punkt wegen des Sturzes eines Fahrers vor ihm.

Drei Monate später überraschte er alle mit elf Punkten im nächsten Rennen, wo er den vierten Platz holte. Schon am darauf folgenden Samstag in Krsko verbesserte er sich weiter und holte mit dreizehn Punkten seinen ersten Pokal und einen dritten Platz.

Das Jahr 1996 endete mit Motorrad-Problemen, wegen er sogar das letzte Rennen ausliess. Stattdessen machte er sich als 19-Jähriger auf den Weg nach Australien, wo eine Serie von Rennen, die vom legendären Neuseeländer Ivan Mauger organisiert wurde, stattfand. Matej sammelte die notwendigen Erfahrungen, vor der Saison in Europa hatte er noch Auftritte in Südafrika. Dann wartete er gespannt auf den Anfang des Jahres 1997.

Es war also nicht überraschend, dass er später so viele Slowenen mit Speedway in Berührung brachte, wie lange keiner vor ihm. Bis 2001 wurde Ferjan fünfmal Slowenischer Einzelmeister, in der U21-WM gewann er als Dritter als erster Slowene eine Medaille. 2001 und 2002 startete er sogar im Speedway-Grand-Prix gegen die besten Fahrer der Welt, kam über Achtungserfolge aber nie hinaus.

Nach Missverständnissen mit dem AMTK Laibach und der Föderation AMZS wechselte Ferjan zur ungarischen Föderation, für die er seit 2003 fuhr. Zum Bedauern vieler slowenischer Fans ist Ferjan von da an nicht mehr unter der slowenischen Flagge angetreten. Das bedeutete auch das Ende für seinen Fanclub «Hopla Team» aus Krsko, der bis zu 300 Mitgliedern hatte. In Slowenien war das ein Phänomen, Individual-Sportler haben selten so viele Anhänger, sofern sie nicht von einem Sponsor animiert werden.

Als ungarischer Fahrer nahm er später auch die Staatsbürgerschaft Ungarns an und wurde sechsmal Landesmeister. Matej Ferjan fuhr auf der ganzen Welt Rennen und verdiente sich seine Brötchen unter anderen in den Ligen in Grossbritannien, Schweden und Polen.

Dieses Jahr hatte er Verträge mit Clubs in Polen, England, Dänemark, Tschechien, Ungarn und Deutschland. Das letzte seiner 948 Rennen fuhr er im englischen Newcastle und holte 11+1 Punkte.
Am Tag seines Todes sollte er für den polnischen Club Rzeszow fahren, am heutigen Dienstag in Schweden für Vetlanda.
Stattdessen wird heute für ihn eine Messe in der Kirche St. Wojciecha in Landsberg/PL gehalten, wo er lebte und am Ende in seinem Lieferwagen tot aufgefunden wurde.

Der Polizeisprecher aus Landsberg hat mitgeteilt, dass die Obduktion von Matej Ferjan keine sichtbaren inneren oder äusseren Verletzungen ergab. Deswegen können sie noch nicht mit Sicherheit sagen, was die Todesursache des 34-Jährigen war. Um eine genauere Untersuchung durchzuführen, werden weitere pathologische und toxische Untersuchungen gemacht. Die Resultate werden erst in drei bis vier Wochen erwartet.

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