Speedway-Bundesliga

Genug vom DMSB: Norden steigt aus der Bundesliga aus

Von Helge Pedersen - 21.08.2015 11:01

Die Norden Haie verlassen nach dem letzten Rennen am 29. August 2015 gegen die DMV White Tigers die Speedway-Bundesliga nach nur einer Saison. Teamchef Robert Lienemann hält das Ligakonzept für gescheitert.

Laut Teamchef Robert Lienemann waren die Norden Haie das erste Privatteam in der Geschichte der Bundesliga – unter dem Deckmantel des MC Norden. Durch den Wegfall von Fritz Wallner, der als nominierter B-Fahrer eine österreichische Lizenz beantragt und damit seinen B-Status verwirkt hatte, war das Team über die gesamte Saison am kämpfen, um die Reihen mit Gaststartern aufzufüllen.

«2015 hätte das entscheidende Jahr sein können, um zu den anderen europäischen Ligen etwas aufzuschließen. Da wir durch Reglementänderungen während der Saison zusätzlich benachteiligt wurden, konnten wir uns für jedes Rennen mit Anträgen rumärgern, der DMSB hat sich dabei nicht sehr flexibel gezeigt», so Lienemann.

Ausschlaggebend für den Rückzug aus der Bundesliga war für Lienemann letztendlich, dass Robert Lambert im Match gegen Landshut nicht für die White Tigers antreten konnte, obwohl er als DMSB-Lizenzinhaber mit der Bundesliga einen Prädikatslauf mit Vorrang gehabt hätte.

Sein Vorwurf: Die Bundesligavereine zahlen neben den üblichen DMSB-Gebühren einen Prädikatszuschlag, wenn dieses Prädikat aber zur Geltung kommen soll, herrsche eine gewisse Willkür.

Endgültig geplatzt sei ihm der Kragen, als der DMSB das ärztliche Attest von Marco Gaschka nicht akzeptieren wollte, um Tobias Kroner als Gaststarter gegen Stralsund genehmigen zu lassen. Lienemann hat, nachdem er nach eigenen Angaben dreimal das gültige Attest eingereicht hatte, dem DMSB die Pistole auf die Brust gesetzt und mit einem vorzeitigen Beenden der Liga gedroht, wenn der Gaststarterantrag nicht innerhalb einer Frist von 24 Stunden genehmigt sein würde. Der Verband hat daraufhin eingelenkt.

Lienemann: «Aus unserer Sicht hat man es den Neulingen der Liga nicht einfach gemacht, Fuß zu fassen. Die Bundesliga hat sich über die Saison mit einem schwammigen Reglement präsentiert, die Nachbesserungen waren nicht vollständig und haben viele Fans dazu bewegt, die Rennen nicht mehr zu besuchen. Da es nicht danach aussieht, als würde sich für 2016 etwas ernsthaft verbessern und die Vereine weitgehend das Reglement 2015 behalten wollen und nur Modifikationen daran vorgesehen sind, macht es für mich keinen Sinn, weiter Geld in so ein fragwürdiges Konzept zu investieren. Jedes offene Rennen kann sich mit besseren Zuschauerzahlen rühmen.»

Der Oldenburger weiter: «Mit den bisherigen Ergebnissen unserer Mannschaft sind wir natürlich nicht glücklich, das ist aber nicht ausschlaggebend für den Ausstieg. Unseren Fans bleibt die Erinnerung an ein packendes Rennen gegen Rekordmeister Landshut, dem wir es verdammt schwer gemacht haben, das Finale zu erreichen. 2015 war eine Chance für den Verband, die Liga für die nächsten Jahre auf einen Sockel zu stellen – diese Chance wurde verpasst. Das Reglement der Bundesliga ist meilenweit von dem der ausländischen Clubs entfernt, auch der Bundesliga-Unterbau Team-Cup ist nicht stimmig.»

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