SEC Güstrow: Kai Huckenbecks Traum endet in Airfences

Von Helge Pedersen
Speedway-EM
Während Martin Smolinski beim zweiten Rennen der Speedway-EM in Güstrow erneut ein Debakel erlebte, hatte Kai Huckenbeck den Speed um zu gewinnen. Bis ihn ein Sturz alles kostete.

Was für ein Auftritt von Kai Huckenbeck! Mit Wildcard ins Feld gekommen, stahl der Werlter nicht nur seinem Landsmann Martin Smolinski gnadenlos die Show, sondern auch dem Großteil der fixen EM-Piloten.

Nach 20 Vorläufen führten Andrejs Lebedevs, Artem Laguta und Huckenbeck die Tabelle mit zwölf Punkten an. Während die beiden Erstgenannten aufgrund der besseren Majorität der Plätze direkt ins Finale einzogen, sie hatten je drei Laufsiege, Huckenbeck nur zwei, musste der Deutsche in den Last-Chance-Heat, in dem die Dritt- bis Sechstplatzierten nach den Vorläufen um die beiden letzten Finalplätze stritten.

Huckenbeck gewann von außen den Start, bekam am Scheitelpunkt der Kurve in Führung liegend aber so einen heftigen Aufsteiger, dass er hinten runter vom Motorrad fiel. Weil der zweifache Deutsche Meister sein Bike einen Tick zu spät los lies, kam er mit dem linken Bein unter die Maschine, kurz bevor er in die Airfences krachte.

Neben den körperlichen Schmerzen hat Huckenbeck auch die Disqualifikation für den Wiederholungslauf zu verkraften – aus war es mit dem Finale. Nach Rang 3 im Vorjahr (nach Rennabbruch) hätte es der 24-Jährige erneut aufs Podium schaffen können, so wurde es Gesamtrang 5.

Krzysztof Kasprzak und Vaclav Milik sicherten die zwei letzten Finaltickets neben Lebedevs und Laguta, während Mateusz Szczepaniak ebenso ausschied wie Huckenbeck.

Im Finale führt bis Mitte der ersten Kurve der in überragender Form fahrende Lette Lebedevs. Dann hatte auch er einen Aufsteiger, wurde etwas nach außen getragen und Laguta fuhr ihm innen durch. Kasprzak und Milik lagen von Anfang an auf den Rängen 3 und 4.

Lebedevs übernahm mit den 14 Punkten aus Güstrow die Gesamtführung, Sieger Artem Laguta verbesserte sich von Platz 9 auf 2.

Martin Smolinski, einziger deutscher Fixstarter, erlebte nach den zwei Punkten in Thorn mit drei in Güstrow ein erneutes Desaster. In Anbetracht der aktuellen Form führt für die Wildcard am 9. September im Teterow-GP kaum ein Weg an Huckenbeck vorbei.

Adrian Miedzinski und Europameister Nicki Pedersen fehlten verletzungsbedingt, der Russe Grigorij Laguta ist wegen Dopings gesperrt. Er wurde auf die gleichen Mittel positiv getestet, die viele russische Leichtathleten die Olympiateilnahme gekostet haben.

Ergebnisse Speedway-EM Güstrow:

Vorläufe:

1. Andrejs Lebedevs (LV), 12 Punkte
2. Artem Laguta (RUS), 12
3. Kai Huckenbeck (D), 12
4. Mateusz Szczepaniak (PL), 10
5. Krzysztof Kasprzak (PL), 10
6. Vaclav Milik (CZ), 9
7. Michael Jepsen Jensen (DK), 9
8. Andreas Jonsson (S), 8
9. Andrey Kudryashov (RUS), 8
10. Przemyslaw Pawlicki (PL), 7
11. Nicolai Klindt (DK), 5
12. Kacper Gomolski (PL), 5
13. Kenneth Bjerre (DK), 4
14. Leon Madsen (DK), 4
15. Martin Smolinski (D), 3
16. Mikkel Bech (DK), 2

Last-Chance: 1. Kasprzak. 2. Milik. 3. Szczepaniak. 4. Huckenbeck S/D.

Finale: 1. Laguta, 3 Punkte. 2. Lebedevs 2. 3. Kasprzak 1. 4. Milik 0.

Stand nach 2 von 4 Rennen: 1. Lebedevs, 25 Punkte. 2. A. Laguta 24. 3. Milik 21. 4. Kasprzak 20. 5. Szczepaniak 19. 6. Jonsson 18. 7. Pawlicki 17. 8. Kudryashov 15. 9. Jaroslaw Hampel (PL), 14. 10. Bjerre 12. 11. Huckenbeck 12. 12. Gomolski 11. 13. Grigorij Laguta (RUS), 9. 14. Madsen 9. 15. Jensen 9. 16. Smolinski 5. 17. Klindt 5. 18. Bech 4. 19. Szymon Wozniak (PL), 2. 20. Pawel Przedpelski (PL), 2.

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